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  • DE-10969 Berlin
  • 01/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-197832)

competition campus 2016


  • Gewinner Absolventenarbeiten

    © Laura Freiling

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    Projekt
    The Augmented Plane

    Architekten
    Laura Freiling

    In Zusammenarbeit mit:
    Universitäten/ Hochschulen: TU Braunschweig, Braunschweig (DE)

    Preisgeld
    500 EUR

    Erläuterungstext
    „The Augmented Plane“ ist der Prototyp einer neudefinierten, vertikalen Gebäudetypologie, die versucht den horizontalen Stadtraum in die Vertikale zu erweitern.

    Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt in Städten. Bis 2050 könnte dieser Anteil auf 75 Prozent steigen.Verfügbarer Wohnraum wird knapper und teurer. Die räumliche Konsequenz der globalen Urbanisierung des 21. Jahrhunderts ist die Ausbreitung der Stadt in die Vertikale. Etwa die Hälfte aller Hochhäuser auf der Welt wurden seit der Jahrtausendwende gebaut. Das Hochhaus ist Bestandteil unserer gebauten Umwelt geworden und prägt das Bild vieler Städte maßgeblich. Es ist ein Genotyp entstanden, der an verschiedenen Orten der Welt unterschiedlichste Phänotypen ausbildet. Das gegenwärtige Model vertikaler Strukturen hat eine urbane Landschaft monotoner Solitäre produziert, die uns hin zu einer Gesellschaft treibt, in der wir uns mehr und mehr voneinander isolieren.

    Grundlage des Entwurfs ist eine systematische Analyse und Zerlegung bestehender Hochhäuser in ihre architektonischen Elemente und räumliche Qualitäten. Über ein eigens entwickeltes Bewertungsschema werden die Komponenten in allgemeine Organisationsprinzipien überführt und diese schließlich in einem neuen, generischen System für Hochhäuser zusammengeführt. Durch die Anwendung dieses Systems auf einen bestimmten Ort bleibt die räumliche Ausprägung stets spezifisch.

    Der hierfür ausgewählte Ort ist der an der Spree gelegene Holzmarkt in Berlin, Friedrichshain. „The Augmente Plane“ distanziert sich von dem Prinzip der Stapelung von Funktionen. Öffentliche und private Bereiche werden bewusst zueinander in Beziehung gesetzt um zwischenmenschliche Begegnungen zu provozieren. Ziel ist es, ein dem Mietshaus ähnliches Verhältnis von Öffentlich zu Privat in die heutige Hochhaustypologie zu implementieren - den öffentlichen Bereich, der traditionell in der horizontalen Fläche sitzt, in die Vertikale zu transferieren. Das herkömmliche, schleusenartige System der Lobby, wird durch eine urbane Sockelzone ersetzt. Ein bestehendes Viadukt durchkreuzt diesen Bereich und schließt direkt an das hierarchisierte Zirkulationssystem der Struktur an. Die horizontal verlaufende Infrastruktur und die „öffentliche Erdgeschosszone“ werden in die Höhe erweitert. Expressaufzüge verbinden ausschließlich öffentliche Plattformen miteinander. Dazwischen erstreckt sich ein Geflecht aus Wegen und Treppen diagonal durch die Struktur. Neue Räumen spannen sich auf, dessen Funktionen maßgeblich über den Grad ihrer Zugänglichkeit definiert werden. Anstelle eines zentriert, isolierten Versorgungskerns, erstreckt sich ein leerer Raum, vertikale Höfe, durch alle Geschosse und ermöglicht diagonale Sichtbeziehungen. Neben öffentlichen Funktionen, wie Sportfeldern, einem Theater und Parks durchziehen private Bereiche die Struktur. „The Augmented Plane“ vereint diverse Wohnformen. Die hohe räumliche Vielfalt führt zu Ansiedlungen von Menschen mit unterschiedlichen Lebensformen und Bedürfnisse, die Grundlage einer lebendigen Nachbarschaft.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Neuinterpretation der Hochhaustypologie ist das Thema des Gewinners in der Kategorie „Absolventenarbeiten“: weg von einer Landschaft aus monotonen Solitären, hin zur Funktionsmischung und einem bedürfnisangepassten Bauen.
    Die Isolation der Großstadt will Laura Freiling, Studentin der TU Braunschweig durch die Verbindung von öffentlichem und sozialem Raum aufbrechen. Das Foyer soll durch eine öffentliche Erdgeschosszone ersetzt werden, die durch Express-Aufzüge mit Sportplätzen, einem Theater oder Grünflächen auf anderen Ebenen des Gebäudes verbunden ist. Die Vielzahl der angebotenen Wohnformen soll Menschen mit verschiedenen Lebensformen ansprechen. Die privaten Bereiche sind zwischen den öffentlichen angesiedelt, um die Interaktion zwischen Bewohnern und Besuchern zu fördern.
    Mit ihrer Entscheidung würdigt die Jury die Auseinandersetzung mit der Frage, wie man urbane Qualitäten in die Vertikale bekommt. „‚Hochhaus’ bedeutet in der Regel ‚Wiederholung’, dieser Entwurf ist das Gegenteil davon und zeigt in die richtige Denkrichtung“, urteilt Jurymitglied Martin Ostermann von magma architecture.


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