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  • DE-88046 Friedrichshafen
  • 01/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-221667)

Allmannsweiler


  • ein 1. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Braun + Müller Architekten BDA, Konstanz (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Christian Müller , Jutta Braun

    Mitarbeit
    Antonia Rist, Carla Hertzner

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: LS Architektur Städtebau BDA SRL, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Lage / Situation
    Wie in vielen Städten ist der Wohnungsmarkt in Friedrichshafen angespannt. Dringend muss in kurzer Zeit vor allem auch bezahlbarer Wohnraum entstehen. Die derzeitige politische Situation verstärkt diese Nachfrage. Im Stadtteil Allmannsweiler besteht bereits jetzt der Bedarf vorhandenen Wohnraum aufgrund schlechter Bausubstanz in neue zeitgemäße Gebäude umzuquartieren. Darüber hinaus bieten sich vakante Flächen als städtebauliches Potential für zusätzlichen Wohnraum. Die zentrale Fragestellung ist einen Weg von der kleinteiligen Bestandsstruktur zu einer der Aufgabe und dem Ort angemessenen Neubaustruktur zu finden. Dabei spielen vertraute Qualitäten ebenso eine Rolle wie die Sorge um eine soziale Balance im wachsenden Stadtquartier. Die Quartierserweiterung sollte als Chance empfunden werden neue Qualitäten zu etablieren ohne die alten Qualitäten zu schwächen.


    Idee / Städtebau
    Der den Bürgern am Herzen liegende Bolzplatz soll weiterhin die grüne Mitte des Quartiers bilden. Die Bebauung dieser Fläche beschränkt sich auf ein Punktgebäude am nordwestlichen Eck. Hier findet die Brennessel im Erdgeschoss ihre neue Heimat.
    Die landschaftliche Brache zwischen bestehendem Quartier, zukünftiger Bundesstrasse mit Lärmschutzwand und Sportplatz bietet Raum für eine Quartiersergänzung, die mit ihrer Bebauung auf die Fragen der Peripherie antworten muss. Zum einen ist dies die Forderung nach einem konstruktiven Schallschutz nach Osten und Süden. Zum anderen sollen Freiräume entstehen, die einerseits gefasst sind und Aufenthaltsqualitäten bieten, andererseits Grünvernetzungen und Wegeverbindungen im Quartier weiterführen. Das städtebauliche Konzept sieht einen quartierstypischen Wechsel aus west-/ ost- und nord-/ südorientierten Baukörpern vor. Dadurch entstehen selbstverständliche fließende Hofräume, die sich harmonisch mit der vertrauten Quartiersmitte ergänzen. Die Dreigeschossigkeit der Baukörper ist ortsverträglich und gleichzeitig wirtschaftlich vertretbar. Während die Gebäude entlang der Lärmschutzwand bewusst dichter gesetzt sind öffnet sich der neue Quartiersteil grosszügig zur Bestandssituation. Ein kompaktes und einfaches städtebauliches Konzept ist Grundlage für ein gebautes Quartier aus verschiedenen Architekturen und Materialien. Auch die soziale Durchmischung stellt einen weiteren Schlüssel für ein lebenswertes Quartier dar.


    Nutzungen
    Das Quartier bietet verschiedene Wohnstandorte mit unterschiedlichen Typologien. Entlang der Lärmschutzwand schlagen wir eine schallgeschützte Laubengangerschliessung vor, bei der alle wesentlichen Wohnräume nach Westen in die ruhigen Wohnhöfe orientiert sind. Erschliessungskerne können dabei auf das erforderliche Minimum reduziert werden. Klassische Mehrspänner mit mindestens 3 Wohnungen pro Geschoss bieten eine Vielfalt von Wohnungsgrößen und können sich architektonisch auf unterschiedlichste Art und Weise präsentieren. Das Punkthaus an der Quartiersmitte bietet neben dem Nachbarschaftszentrum im Erdgeschoss vier großzügige Familienwohnungen. Der angrenzende Neubau könnte seniorengerechtes Wohnen bis hin zu Seniorenwohngemeinschaften mit einem Café im Erdgeschoss ausweisen. Die Notunterkünfte werden im Süden und Osten der Neubebauung auf mehrere Häuser verteilt. Denkbar ist eine Organisation im Erdgeschoss, wodurch Wohnungen einen separaten Zugang von außen erhalten können. Alle 119 Wohneinheiten verfügen über eine barrierefreie Erschließung und süd- bzw. westorientierte Wohnräume und Loggien oder Balkone.


    Verkehr / Erschließung / Bauabschnitte
    Im Zuge der Neubebauung soll die Wittenwiesenstrasse zugunsten eines besseren Grundstückszuschnitts begradigt werden. Im Bereich der Quartiersmitte wird eine Geschwindigkeitsreduzierung in Form einer verkehrsberuhigten Zone empfohlen. Die neuen Wohnbauten erhalten drei Tiefgaragen, die über den eigenen Bedarf hinaus weitere Stellplätze für Anwohner ausweisen. Darüber hinaus werden oberirdische Parkierungsflächen in das neue Freiraumkonzept integriert. Die Laubenganghäuser erhalten eine oberirdische Parkierung entlang der Lärmschutzwand. Diese können je nach Belegung der Tiefgarage auch als öffentliche Stellplätze zur Verfügung stehen. Bis auf die neue Erschließung im Osten entstehen keine neuen Straßen- und Erschließungsflächen. Das Quartier soll vom Osten beginnend in einzelnen Bauabschnitten realisiert werden, so dass Umquartierungen nahtlos erfolgen können.


    Freiraum / Ökologie
    Im Quartier sollen sich unterschiedliche Freiraumangebote mischen. Die Quartiersmitte wird sich weiterhin als grüne Fläche mit Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche darstellen. Im Umfeld des Punkthauses könnte eine kleinere wassergebundene Fläche mit Wasserspiel und Sitzgelegenheiten entstehen. Die westliche Flanke der Quartiersmitte erhält einen schützenden Saum in Form einer begrünten Pergola. Die neuen Wohnhöfe sollen einerseits gemeinschaftlichen Grünraum mit Aufenthalts- und Spielflächen bieten und gleichzeitig private Gärten für die Wohnungen im Erdgeschoss ausweisen. Organisch geformte Wege vernetzen die Höfe miteinander und schaffen Wegebeziehungen zum vorhandenen Quartier. Die im Lärmschutzgutachten geforderten Abstände nach Süden und Osten bieten die Möglichkeit differenzierte Freiflächen zu entwickeln. Während die Gartenzonen zum Sportplatz schallschützende Geländemodellierungen erhalten, soll entlang der begrünten Lärmschutzwand ein Landschaftsband entstehen, das neben Nutzgärten, Grillplätze, Bouleflächen und andere Freizeitangebote beinhaltet. Alle neuen Dachflächen erhalten extensive Gründächer und können im Bedarfsfall mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 02.02.2016, 14:18
Zuletzt aktualisiert 09.02.2016, 17:44
Beitrags-ID 4-115537
Seitenaufrufe 375