loading
  • CH-9533 Kirchberg SG, CH-9533 Kirchberg SG
  • 01/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-193807)

Neubau Werkhof und Bürogebäude rwt Regionalwerk Toggenburg AG


  • 1. Rang 1. Preis

    Modell

    Projekt
    powercube

    Landschaftsarchitekten
    SIMA | BREER, Winterthur (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Rolf Heinrich Breer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz (AT)
    Tragwerksplaner: merz kley partner, Dornbirn (AT), Altenrhein (CH)

    Preisgeld
    50.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Projektbeschrieb powercube (vor Bereinigung)
    Das Projekt powercube besticht durch seine klare Haltung. Der quadratische Baukörper wird durch einen rechteckigen Werkhof ergänzt. Dieser wiederum ist zur Strasse hin durch eine Raumschicht abgeschlossen. In dieser Schicht sind die Tiefgarageneinfahrt und die äusseren Lagerräume organisiert. Die Projektverfasser reagieren mit dem Grossvolumen auf den vorhandenen Kontext der grossvolumigen Baukörperkonfigurationen und auf die Situation am stark befahrenen Verkehrsknotenpunkt. Die städtebauliche Setzung des Gebäudekörpers vermittelt gut zwischen den bestehenden Industriegebäuden im Norden und den zukünftigen Bauten südlich angrenzend. In seiner Grösse wirkt er für die Situation angemessen. Ein wichtiges Element des Konzepts stellt die Nutzung der vorgefundenen Topografie dar. Das überhohe Sockelgeschoss wird vom Werkhof aus auf der Ebene -1 erschlossen. Hier befi nden sich die Anlieferung und die Lagerflächen. Die durch eine Mauer gefassten, schliessbaren Materiallager im Aussenbereich werden positiv gewertet, da auf eine störende Aussenlagersituation verzichtet wird. Negativ beurteilt jedoch werden die abfallende Zufahrt und die eingeschränkte, ebene Manövrierfläche im Hofraum. Diese wird als ungenügend eingeschätzt, vor allem während den Stosszeiten kann es zu Stausituationen kommen. Im Erdgeschoss befindet sich ebenfalls von Süden her die Erschliessung für die Büroräumlichkeiten. Diese Ebene wird durch die Räume des Werkhofes durchstossen, wo hohe Raumhöhen notwendig sind. Durch die kompakt angeordneten Materiallager und die Gebäudeplatzierung werden grosszügige Aussenräume frei gespielt. Der Rütlisbach bleibt unbedrängt und die versiegelten Flächen sind minimiert. Die landschaftsplanerische Konzeptidee, die zentralen Arbeitsfelder des Unternehmens sowie die Themen einer nachhaltigen Grundversorgung in der Landschaft zu präsentieren, ist spannend. Vor allem die greifbare Darstellung eines schonenden Umgangs mit Regenwasser, die sich mit dem bestehenden angrenzenden Rütlisbach vor Ort anbietet. Die Platzierung der Besucherparkplätze im “Energiewald“ sowie bei der Einfahrt in die Tiefgarage vermögen nicht gänzlich zu überzeugen. Die klare Formensprache wird durch die Materialwahl der Betonfassade und durch die konsequenten Fensterbänder verstärkt. Das Ziel der Projektverfasser, dadurch ein starkes Volumen mit einem ruhigem Erscheinungsbild zu schaffen, wird erreicht. Diese Gestaltung vermittelt ein Gefühl von Kompetenz und Sicherheit. Damit entsteht ein klarer architektonischer Ausdruck, eine starke Identität des Gebäudes. Dies wirkt sich positiv auf den Ort aus und auch auf die Wahrnehmung von rwt als Unternehmen. Das Ziel diesen als innovativen und forschenden Partner für Energie- und Versorgungsfragen zu positionieren, wird mit diesem Gebäude unterstützt. Die räumliche Organisation der Bürogeschosse ist effizient und logisch aufgebaut. Die quadratische Geschossfläche beinhaltet im Zentrum eine quadratische Raumabfolge. Im südlichen und östlichen Teil dieses Kernes befindet sich die Erschliessungsanlage mit den notwendigen bedienenden Räumen auf jedem der oberen Geschosse. Die Anlage eines Innenhofes in den Obergeschossen erhöht die Qualität der Büroräumlichkeiten wesentlich durch zusätzliches Tageslicht, spannende Querblicke und einem interessanten Erholungsraum für Pausen. Die obersten zwei Geschosse können an Externe vermietet werden. Die Flächen sind frei einteilbar. Das Raumsystem erlaubt eine grosse Flexibilität. Die Funktionen im Werkhof sind sehr klar getrennt. In der Tiefgarage im 2. Untergeschoss werden die Caddys geparkt und mit kleinteiligen Waren beladen. Hier befinden sich auch die Garderoben für die Mitarbeiter des Werkbetriebs. Im 1. Untergeschoss werden die Baumaterialien angeliefert und gelagert. Die Erschliessung des Werkhofes mit grossen Lastwagen ist nicht optimal gelöst. Wenn gleichzeitig verschiedene Zulieferer einfahren möchten, kann es zu Staus kommen. Die Nachhaltigkeit wird durch die Wahl der beständigen Materialien, durch die Flexibilität der Raumnutzung und durch den Einsatz von erneuerbaren Energien erreicht. Der klare Kubus erlaubt den Bau einer einfachen thermischen Hülle. Das Konzept der Wärme- resp. Kälteverteilung durch die Konvektoren mit integrierter Frischlufteinbringung erlaubt eine individuelle Steuerung der Raumtemperaturen. Durch die kompakte Form und die einfache Materialwahl, wird das Raumprogramm in einer sehr wirtschaftlichen Weise umgesetzt. Das Projekt besticht durch seine klare Haltung. Das präzise, in den Kontext gesetzte Volumen vermag sowohl städtebaulich wie auch organisatorisch zu überzeugen. Die Erschliessung, ausschliesslich von Süden her, hat viele Vorteile und ermöglicht ein starkes Freiraumkonzept.

    nach der Bereinigung:
    Die klare Haltung der Konzeptidee wurde bei der Überarbeitung verstärkt. Der quadratischer Baukörper wird neu in unmittelbarer Nähe zur Strasse gesetzt. So wird erreicht, dass die Aussenlagerplätze und der Werksverkehr im Rücken des Gebäudes stattfinden. Als Punktbaute wirkt der Baukörper in seiner Grösse für die Situation angemessen, gebietsordnend und kommuniziert eine starke Adresse nach aussen. Durch die kompakt angeordneten Materiallager im Westen des Gebäudes werden die versiegelten Flächen im Aussenraum minimiert. Auf eine störende Aussenlagersituation wird verzichtet. Allerdings wird die Manövrierbarkeit des Werkhofs nur mit der vorgeschlagenen Erweiterung des Aussenlagers nach Norden als zufriedenstellend eingeschätzt. Das vorgesehene Gestaltungskonzept des Aussenraums im Bereich Rütlisbach wird dadurch etwas geschmälert. Das Ziel der Projektverfasser, ein starkes Volumen mit einem ruhigem Erscheinungsbild zu schaffen, erhält durch die Setzung an die Strasse mehr Gewicht. Für eine mögliche Vermietung an Fremdnutzer entsteht durch die klare Stellung an der Strasse ein Mehrwert. Die Tiefgarageneinfahrt ist vollständig vom Werkverkehr getrennt. Für die Vermietbarkeit der Zusatznutzung wird dies als grosser Vorteil erkannt. Die gute räumliche Organisation der Obergeschosse wird beibehalten. Das Erdgeschoss ist klarer organisiert und der Werkhof besser strukturiert. Die Aussenfläche des Werkhofes ist noch nicht optimal gelöst. Die Rangierfäche für die Fahrzeuge ist etwas eng. Es wird die überdachte Lagerfläche vermisst. Die Nachhaltigkeit wird durch die Wahl der beständigen Materialien und durch die Flexibilität der Raumnutzung erreicht. Die Proportionen des Gebäudes und die Organisation der Räume lassen im Laufe der Zeit eine mögliche Umnutzung des Volumens zu. Dies ist eine weitere Qualität des Entwurfes und ein wichtiges Argument für die Nachhaltigkeit der Baute. Das Projekt besticht durch seine klare Haltung. Das präzise, in den Kontext gesetzte Volumen wirkt an der Strasse noch überzeugender. Die Projektverfasser haben es verstanden, die Mängel bei der Überarbeitung zu korrigieren. Sie haben das Konzept weiterentwickelt. Bei der Werkhoforganisation im Aussenraum muss diese Entwicklung noch weitergeführt werden. Die Jury ist jedoch überzeugt, dass es die Architekten in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft schaffen werden, das gute Projekt fertig zu entwickeln. Das Konzept ist flexibel und kann auf mögliche Bedürfnisänderungen reagieren.