loading
  • DE-99094 Erfurt, DE-99086 Erfurt
  • 01/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-206036)

„DANAKIL-KLIMAZONENWELT“ im egapark


  • 1. Preis

    © HENCHION REUTER ARCHITEKTEN

    Tragwerksplaner
    EiSat GmbH, Eisenloffel, Sattler + Partner, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HENCHION REUTER ARCHITEKTEN, Berlin (DE), Dublin (IE)
    Landschaftsarchitekten: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden (DE)
    Szenographen: stories within architecture, Berlin (DE)
    TGA-Fachplaner: OBERMEYER Planen + Beraten, München (DE), Berlin (DE), Hannover (DE), Stuttgart (DE), Wiesbaden (DE), Köln (DE), Hamburg (DE), Erfurt (DE), Neu-Ulm (DE), Dresden (DE), Leipzig (DE), Chemnitz (DE)
    Energieplaner: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart (DE), München (DE), New York, NY (US), Paris (FR)

    Preisgeld
    41.800 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Architekturhaltung des Wüsten-/ Urwaldhauses fordert zur Auseinandersetzung mit den Themen der Rekonstruktion, Familienähnlichkeit und Interpretation auf. Der Vorgängerbau, die frühere Zentralgaststätle, war eine andersartige Architektur. Mit dem vorgeschlagenen Neubau gelingt es jedoch überzeugend, die architektonische Haltung der "ega 61" typologisch aufzugreifen und in angemessener Art und Weise in eine zeitgemäße Architektursprache zu übersetzen. Damit wird die "verlorene Mitte" der ega wieder besetzt und ein sich auch denkmalpflegerisch einfügender Beitrag zur Gesamtanlage der ega geleistet. Die Raum- und Wegeführung im Inneren des Gebäudes ist klar, linear und szenegrafisch sehr überzeugend. Die Höhendifferenz wird durch den langen, allmählichen Anstieg bequem und ohne Brüche bewältigt. Die Schleuse zwischen den beiden Ausstellungsbereichen schafft sowohl Trennung als auch Verbindung. Die Lage des Restaurants mit dem unmittelbaren Bezug zu der SW- orientierten Terrasse ist richtig und wird zur Belebung der Freiflächen wirkungsvoll beitragen können. Durch die Randlage des Restaurants wird zudem der Ausstellungsrundgang nicht beeinträchtigt. Als nicht ausreichend werden die Größe des Foyers und die Art der Verknüpfung mit dem Garderobenbereich im UG bewertet. Dasselbe gilt für die Rückführung der Besucher nach dem Ende des Rundgangs. Die funktionale Ausformung der Eingangssituation als additiver Baukörper entspricht nicht der Stringenz des Entwurfes und wird kritisch diskutiert. Die Entwurfsidee der Rendezvousbrücke greift bewusst sowohl die frühere Nutzung als Bühne auf, als auch die beliebte Aussicht auf das große Blumenbeet. Durch die Art der Ausformung können jedoch auch Assoziationen hervorgerufen werden, die typologisch eher an Verkehrsbauten erinnern. Hier empfiehlt die Jury die Ausführung der Brücke im Sinne einer Parkarchitektur weiter auszuformen.
    Inhaltlich wird das tief ausgearbeitete Ausstellungskonzept als tragfähig bewertet und beinhaltet spannende Elemente in Form eines breit angelegten Vermitllungsmixes. Jedoch sollte überlegt werden, das Leitthema Wasser eher im Subkontext zu spielen. "Wüste und Urwald" besitzen starke emotionale Elemente, die sich für eine zielgruppenübergreifende Dramaturgie gut eignen. Dem Konzept fehlt allerdings noch eine emotionale Einstimmung, die nachgearbeitet werden sollte.
    ln der NO-Ansicht wird nicht hinreichend auf den Wechsel von massiven und verglasten Fassadenbereichen eingegangen. Diese sollte bei der Weiterbearbeitung weiter differenziert werden.
    Begrüßt wird die Verbindung des Urwaldhauses mit dem Klimawald im angrenzenden Freibereich.
    Der Wintergarten nimmt sich architektonisch trotz seiner merklichen Höhenentwicklung zurück. Die Orientierung der Hauptnutzungsflächen zum großen Platz ist gut gelöst und ermöglicht eine problemlose Abwicklung verschiedenster Nutzungen. Die angemahnte Größe und Höhe zur Unterbringung der Palmen erscheint lösbar. Die Jury gibt hingegen zu bedenken, ob nicht durch eine veränderte Erschließung der Veranstaltungssäle deren Nutzung variabler ermöglicht werden kann.
    Bei der Haustechnik trifft der Verfasser wenig detaillierte Aussagen zur konkreten Ausrüstung. Das natürliche Lüftungskonzept ist zu bearbeiten bzw. durch größere natürliche Öffnungen und ggf. mechanische Unterstützung zu verbessern.
    Bei der Vorprüfung geht man davon aus, dass der Entwurf die im Wettbewerb formulierten Vorgaben respektiert und im Falle einer Realisierung umzusetzen in der Lage ist.
    Aus statischer Sicht ist der Beitrag unbedenklich. Die Gebäudeaussteifung in Längsrichtung gilt es zu konkretisieren. Die Spannweite der Rendezvousbrücke ist zu prüfen. Die Ausführung in Spannbeton gilt es abzuwägen.
    Insgesamt handelt es sich um einen realisierbaren, der Situation und Bedeutung des Ortes angemessenen entwurflichen Beitrag, der sich harmonisch und verträglich in die historisch gewachsene Gesamtanlage als neues Kapitel der Baugeschichte dieses Ortes einfügen wird. Insbesondere das Ausstellungskonzept weist hervorragende Konzepte auf und verspricht die geforderte Attraktivitätssteigerung der ega erreichen zu können.


INFO-BOX

Angelegt am 09.02.2016, 15:31
Zuletzt aktualisiert 16.11.2018, 09:49
Beitrags-ID 4-115893
Seitenaufrufe 163