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  • DE-99094 Erfurt, DE-99086 Erfurt
  • 01/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-206036)

„DANAKIL-KLIMAZONENWELT“ im egapark


  • 3. Preis

    Perspektive Eingang Klimazonenwelt

    Architekten
    HASCHER JEHLE Architektur, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Landschaftsarchitekturbüro Möhrle + Partner BDLA/IFLA, Stuttgart (DE)
    TGA-Fachplaner: Planungsbüro Waidhas, Chemnitz (DE)
    Tragwerksplaner: wh-p Ingenieure, Stuttgart (DE), Basel (CH), Berlin (DE)
    Szenographen: Ranger Design, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    11.400 EUR

    Erläuterungstext
    Architektur
    Das Klimazonenhaus ist ein Sonderbau mit signethafter Wirkung, der sich zugleich harmonisch in die vorhandene Parklandschaft integriert. Er entwickelt sich aus der Landschaft heraus, erhebt sich langsam aus der Ebene und das Grün zieht bis an die beiden markanten Kuppeln heran – sie bilden das weithin sichtbare Signet des Klimazonenhauses. Damit setzt sich das Klimazonenhaus deutlich von den sonstigen baulichen Strukturen des Parks ab, ohne in Konkurrenz zu diesen zu treten. Vorhandene Wege, Achsen und Bezüge bleiben voll erhalten, beziehungsweise werden sogar gestärkt.
    Der Wintergarten, als ein Gebäude das in die funktionalen Jahresabläufe des Parks sehr viel stärker einbezogen ist und ordnet sich daher in die Logik und Form der Bestandsgebäude ein. Er besteht aus einer außerordentlich wirtschaftlichen Holzkonstruktion auf rechtwinkligem Grundriss.
    Das Klimazonenhaus ist so in den Park gedreht, dass es sich dem Besucher zuwendet. Der klar markierte Eingang wird von einer Stampfbetonwand flankiert, in die geschickt eine Rampe aufs Dach integriert ist. Von der erhöhten Terrasse zwischen den Kuppeln bietet sich den Besucher ein Panoramablick über die gesamte Anlage und die Rosenringterrassen. Von hier führt der Weg entweder wieder gegenüberliegend hinunter oder zwischen den Kuppeln hindurch zu den Themengärten des Klimazonenhauses.
    Die organische Form und Konzeption des Klimazonenhauses, spiegelt sich auch in der szenographischen Interpretation wider. Ein Rundgang, der wie eine liegende Acht beide Hallen kreuzungsfrei verknüpft, symbolisiert auch den ewigen Fluss der Zeit und den Wandel der Elemente.
    Den Wechsel von Vegetation und Klima durch Einflüsse von außen.
    Wesentlicher Bestandteil der Szenographie ist der Wüsten-Dom, der einen Teil der Wüstenhallen bildet und die Wüste auf eindrückliche und vielfältige Weise erlebbar macht. Diese Konzeption einer geschlossenen Wüstenhalle verbessert zudem das AV-Verhältnis und somit den Energieverbrauch und die Betriebskosten. Bauphysikalisch und kostentechnisch hat diese Form zudem wesentliche Vorteile.

    Foyer
    Im Foyer des DANAKIL-Klimazonenhauses wird der Besucher mittels einer interaktive Weltkugel in das Thema eingeführt. Die über einen Touchscreen navigierbare halbe Erdkugel zeigt an, wo sich Wüstenzonen und Tropenwälder auf dem Planeten Erde befinden und wie sie entstanden sind.
    Das Foyer ist zentraler Verteiler und Knotenpunkt des Klimazonenhauses. Hier startet der Rundgang, von hier sind aber auch die Schließfächer, die WCs im UG, das Cafe und der Veranstaltungsbereich direkt zu erreichen. Für Schulklassen und Gruppen ist hier genug Platz um sich zu sammeln, durch Führer/Lehrer erste Erklärungen zu geben, oder das im UG liegende kleine Kino zu besuchen, in dem verschiedene Themen audiovisuell vermittelt sowie Vorträge gehalten werden können.
    Auf der gegenüber liegenden Seite des Eingangs öffnet sich der Blick in den Außenbereich, der im Zusammenhang mit dem Klimazonenhaus gestaltet ist. Hier sind z.B. Erdmännchen in einem Gehege zu beobachten.

    Rundgang
    Die Wüste ist leer und verlassen. Der Tropenwald dicht gefüllt mit Leben.
    Vom Foyer aus startet der Rundgang, der in Form einer liegenden 8 im Tropenhaus beginnt, sich dort nach unten windet, unter dem Foyer hindurch taucht und zum Wüstenhaus wechselt. Das Wüstenhaus ist zweigeteilt. Es beginnt mit einer Inszenierten Landschaft unter künstlichem Himmel. Dies ermöglicht die unterschiedlichsten Atomsphären der Wüste szenographisch darzustellen. Aus dem Wüstendom taucht der Besucher durch labyrinthische Wege wieder ins Tageslicht. Kakteen bestimmen das Bild dieser lichtdurchfluteten Landschaft, weiter zur Oase und schließlich endet der Rundgang wieder im Foyer. Auf diesem Weg begleiten den Besucher kleinteilige Sehhilfen, Touchscreens und spielerische Elemente zum Anfassen. Die Phänomene des Klimazonenhauses werden mit allen Sinnen: Schauen, Riechen, Hören, Fühlen und Anfassen vermittelt. Entdeckend erlebt und begreift der Besucher diese unbekannte Welt.

    Tropenhaus
    Die verschiedenen Ebenen des Tropenwaldes werden in allen Etagen dargestellt: Über einen Baumwipfelpfad kann der Besucher bis in die oberste Ebene des Tropenwaldes steigen und wird dort belohnt durch einen ganz besonderen Blick auf die inszenierte Tropenlandschaft und Bäume aus nächster Nähe. Ein freigestellter, präparierter Baum zeigt anschaulich von den Blättern bis zu den Wurzeln, wie er als Ökosystem im Gesamtsystem Tropenwald funktioniert.
    Eine ihn umgebende Installation macht deutlich, welches Leben in, auf und um ihn herum existiert. Das Baummodell hängt frei im Raum und kann auch von unten, von den fein präparierten Wurzeln her, bestaunt werden.
    Vom Erdgeschoss aus winden sich ein barrierefreier Weg und Nebenwege zwischen dichten Pflanzungen, Felsen und Wasserflächen hinunter bis auf den Boden des Waldes im Untergeschoss. Über Holzstege und kleine Brücken wird die Wasserfläche mit ihren Bewohnern für große und kleine Abenteurer erlebbar gemacht.

    Besonders die kleinen Pfade und Verweilpunkte dienen neben der Besucherführung auch der Blicklenkung in Verbindung mit unterschiedlicher Dichte der Vegetation.
    Zusammen mit künstlichen Felsformationen entstehen Bilder von großer Detailtiefe und auch Weite. Die im Tagesverlauf sich ändernde Lichtführung lässt fortwährend neue Bilder im Dschungel entstehen.

    Neben den freilaufenden Tieren, wie Leguanen, Wasseragamen, Schildkröten und freifliegenden Vögeln und Schmetterlingen, gibt es auch einen aufgeschlossenen Blattschneiderameisenbau zu bestaunen. Im Untergeschoss befindet sich eine begehbare Fledermaushöhle, in der die nachtaktiven Tiere beobachtet werden können.
    Alle Tiere werden in ihrem möglichst naturnahen Habitat gezeigt.
    Ein tosender Wasserfall fällt vom Obergeschoss über eine Felswand in das Aquarium im Erdgeschoss und von dort über weitere Kaskaden bis ins Untergeschoss. Das Aquarium ist im Foyer des Untergeschosses mit einer Panzerglaswand versehen, so dass auch das Unterwassergeschehen beobachtet werden kann.

    Wüstenhaus
    Das Wüstenhaus kann direkt vom Foyer betreten werden, eine Treppe führt zu Sitzstufen, von denen aus die ganze Szenerie beobachtet werden kann. Die Danakil- Wüsten-Show beginnt:
    Alle 25 Minuten verändert sich die Szene: Es wird Nacht in der Wüste. Ein Vulkan bricht aus, Lava-Ströme ergießen sich, ein für die ferne Zukunft prohezeites Szenario wird fiktive Realität:
    Durch den ostafrikanischen Grabenbruch ergießt sich das Rote Meer in die tieferliegende Danakil-Wüste. An den Randzonen entsteht neues Grün. Das eindrückliche Szenario wird durch Projektionen, Sound, Vibrationen, Nebeleffekte und sich senkende Kulissen erzeugt.
    Der Wüsten-Dom bietet aber auch die Möglichkeit den unvergleichlichen Sternenhimmel der Wüste zu zeigen. Dieser erste Teil des Wüstenhauses ist eine leere Fläche, Felsen, Sand, Gestein und Schwefel. Die Menschen (Besucher) befinden sich nur an den Rändern, bewegen sich auf Wegen die tiefer liegen. So betritt der Besucher auf dem Rundgang den Wüsten-Dom. Vom üppigen Tropenwald kommend eröffnet sich ihm diese karge Felsenlandschaft. Die Besucher können diese Flächen von erhabener Position, der Tribüne, überblicken, oder tiefer in die Wüstenlandschaft eintauchen. Ein Gang unterquert die Wüstenlandschaft, führt durch einen Vulkan, entlang einer Magmakammer und visualisiert die Strukturen eines Vulkans. Plattentektonische Aktivitäten werden verständlich erläutert. An den Rändern erhalten die Besucher Einblicke auf die verschiedenen Oberflächen der Danakil-Wüste. Diese, den Besuchern leicht zugeneigten, Flächenbilden zeigen abwechslungsreich Oberflächenstrukturen der Wüste. Ausgetrocknete, rissige Oberflächen, vom Wind geformte Strukturen, Schwefelablagerungen, Salzkrusten und felsige Partien wechseln sich ab. Von der Tribüne aus sind die seitlich entlanggehenden Besucher kaum wahrnehmbar. Im Wüsten-Dom bestimmt der Eindruck von Leere das Bild. Eine ausgetüfftelte, das Tageslicht simulierende Beleuchtung setzt leicht wechselnde Lichtakzente.
    Im Anschluss an den Wüsten-Dom des Wüstenhauses steigt der Besucher auf dem Rundweg wieder hinauf in den Tageslichtbereich, großzügige Informationsflächen erläutern die Themen Klimazonen und Klimawandel. Knappe Textinformationen in Kombination mit interaktiven Touchscreens bieten Erwachsenen und Kindern Wissen an.
    Im Tageslichtbereich des Wüstenhauses steht die Vegetation und die Tiere der Wüste im Vordergrund. Den Besucher erwarten eine Felslandschaft mit Kakteenpflanzung aus der vorhandenen Sukkulenten Sammlung und integrierte Tiergehege - hier können Erdmännchen und Nagetiere beobachtet werden, als Teil des Gesamtszenarios. Der Rundgang endet an einer Wüstenoase mit Wasserfall.
    Die liegende Acht schließt sich zu einem kontinuierlichen Fluss durch die Klimazonen und machte den Zusammenhang zwischen Klima, Wasser, Vegetation, Leben und Tektonik anschaulich und erlebbar.

    Außenanlagen

    Das bauliche Ensemble aus Wüstenhaus, Urwald und Orangerie wird durch einen großzügigen Belagsteppich und die Einbeziehung des Großbaumbestandes verknüpft und als belastbarer Rahmen ausgebildet, um die Illusion von zwei völlig gegensätzlichen Naturwelten, Wüste und Urwald und deren Wandel als Erlebnislandschaften zu inszenieren. Das grüne Parkband zieht durch und bildet eine Intarsie in Form eines Rasenspiegels. Dadurch entstehen zwei funktional abgetrennte Vorbereiche.
    Die bestehende Wasserachse wird auf die Gebäudeflucht des Wintergartens verlängert, erhält dadurch die nötige Gewichtung und fungiert als gliederndes Element.
    Durch eine Reihe geschnittener Bäume wird zudem die Hauptwegeachse betont.
    Die Rosenringterrassen bleiben in ihrer Form und Lage bestehen und laden mit neuen, bodenebenen Holzdecks und prachtvollen Rosen zum Verweilen ein. Einzelne mehrstämmige Kupfer-Felsenbirnen bilden mit ihrem weißen Blütenschleier einen Akzent auf dem Platz und sorgen im Bereich der Außengastronomie für angenehmen Schatten. Diese Solitärgehölze ziehen sich über den Park hinweg bis zum Wintergarten und verdeutlichen optisch die Verbindung der beiden Architekturen.

    Das DANAKIL-Klimazonenhaus ist gedacht als ganzheitlicher Gestaltungsansatz, Innen- und Außenraum verschmelzen zu einer Erlebniswelt. Die Themen Wüste und Urwald spiegeln sich in den Gärten hinter dem Gebäudekomplex wider. Von der Hauptachse aus wird der Besucher mit üppigen Bambus- und Gräserpflanzungen parallel zum Weg langsam an das Thema Tropen herangeführt. Felsstrukturen und der aufgeweitete Weg markieren die Eingangssituation in den Tropengarten. Eine großzügige Wasserfläche mit mehreren Wasserfällen und Strudeln sowie großblättrige Stauden und Gehölze sollen Assoziationen zum Urwald wecken. Die Umgebung wird mit Hilfe von dichten Gehölzpflanzungen und einem Gebirgskamm ausgeblendet. Durch den Tropengarten führt sowohl ein barrierefreier Weg über einen Holzsteg als auch ein kürzerer Pfad über eine Hängebrücke mit mehreren Stufen über die Wasserfläche nach oben auf die Rendezvous-Brücke. Von dort eröffnet sich dem Besucher die eindrucksvolle Aussicht über den Egapark mit dem großen Ornamentbeet, der Wasserachse und den Rosenringen. Ein Holzdeck bietet eine angenehme Sitzgelegenheit mit schönem Blick.

    Der rückwärtige Wüstengarten bildet einen starken Gegenpol zum Tropengarten. Statt Üppigkeit und Lebendigkeit wird hier eine karge, trockene und nahezu leere Landschaft dargestellt. Eine poetische Landschaft, die Gefühle und Emotionen weckt. Diese künstliche Landschaft ist nur über den sie umgebenden Gebirgskamm erlebbar. Die Besucher sollen bewusst nicht in den Wüstengarten hinein geleitet werden um den Eindruck von scheinbar grenzenloser Weite und Kargheit nicht durch Besuchermassen zu stören. Der Gebirgskamm aus Kunstfels fasst den Wüstenbereich ein und schafft eine Kulisse, die den Blick nach innen richtet und das Umgebungsgrün ausblendet. Zu der Wegeachse und den Parkplätzen hin geht der Kunstfels in eine überwölbte Stampfbetonwand über.
    Zwischen den beiden Erlebnisgärten verbindet ein Weg den Ausgang im hinteren Bereich des Gebäudes mit den Stellplätzen und dem Wegenetz des Parks. Die für den Anlieferungsverkehr notwendige Rampe wird in das Kunstfelsmassiv integriert und führt direkt ins Untergeschoss.

    Der Platz vor dem Wintergarten präsentiert sich auf zwei unterschiedlichen Ebenen: dem Belagsteppich auf Erdgeschossniveau und einem abgesenkten Tiefhof, der als Kübelpflanzenaufstellfläche fungiert und 1,40m tiefer liegt. Dieser Höhenunterschied wird über eine kombinierte Stufenanlage mit Schlepp- und normalen Stufen abgefangen. Durch diese Absenkung, die sich bis ins Gebäude zieht, können auch höhere Palmen wie Phoenix Canariensis und andere Gehölze im Wintergarten überwintern. Für die Pflege und zum Transport der Pflanzen ist an der Gebäudekante eine Rampe vorgesehen.
    Parallel zum Tiefhof fällt auch die Wasserachse in Verlängerung der Stufen über Kaskaden hinab. Zwischen den Pflanztrögen werden einfache Sitzquader mit Holzauflage als Sitzmöglichkeit für die Besucher angeboten.


    Tragwerkskonzept

    Klimazonenhaus
    Für die lichtdurchlässigen Bereiche des Klimazonenhauses ist jeweils eine wirtschaftliche rautenförmige Holzgitterschalenkonstruktion vorgesehen.
    Die Geometrie der Tragkonstruktion wurde so entwickelt, dass für die Eigengewichts- und Schneelasten nur Druckkräfte auftreten. Durch die Vermeidung von maßgeblichen Biegebeanspruchungen können die erforderlichen Bauteilabmessungen auf ein Minimum reduziert werden. Der Werkstoff Holz ist zur Abtragung von Druckkräften ideal, da er bei einem geringen Gewicht hohe Druckfestigkeiten aufweist. Auch für die wirtschaftliche Herstellung der gekrümmten Gitterschalen ist Holz hervorragend geeignet, da der Abbund CNC-gesteuert schnell und präzise erfolgen kann. An den Rändern gibt die Holzgitterstruktur die Druckkräfte an den angrenzenden Massivbau ab, so dass der Kraftschluss bis zur Gründung sichergestellt ist.
    Geschlossen wir die Holzgitterstruktur durch rautenförmige luftgestützte ETFE-Kissen. Zur Gewährleistung einer guten Wärmeisolierung sind die Kissen dreilagig jeweils mit zwei übereinander angeordneten Luftkammern konzipiert. Die oberste Folienlage wird so bedruckt, dass ein optimaler Licht- und Wärmeeintrag sichergestellt werden kann. Zur Gewährleistung der Kissenstabilität wird die ETFE-Konstruktion durch einen permanenten Überdruck mit Stützluft versorgt, wobei die dafür notwendigen Zuluftleitungen in der tragenden Holzkonstruktion integriert sind.
    An den lichtdurchfluteten Bereich der Wüstenhalle schließt ein geschlossener erdüberdeckter Hallenteil an. Die dafür vorgesehene Betonschale kann durch ihre gekrümmte Geometrie hohe Lasten über große Spannweiten sehr effektiv abtragen.

    Wintergarten
    Für die Dachkonstruktion des Wintergartens wird die Konstruktion des Klimazonenhauses adaptiert. Durch die ebene Dachform handelt es sich dort um eine biegebeanspruchte rautenförmige Holzkonstruktion. Die Dachflächen werden zum Teil mit ETFE-Kissen und in den restlichen Bereichen durch eine Holzschalung geschlossen. Gestützt wird die Dachkonstruktion hauptsächlich über eine in die Fassaden integrierte Tragstruktur.

    Haustechnikkonzept

    Wärmeversorgung
    Für die Wärmeversorgung wurde im Vorfeld des Wettbewerbs ein Variantenvergleich durchgeführt in dessen Ergebnis eine Entscheidung zugunsten einer Nahwärmeversorgung mit Gasbrennwertkessel und Gas-BHKW fiel. Das BHKW wird für die Grundlast eingesetzt, der Brennwertkessel für die Bedarfsspitzen. Die Stromerzeugung des BHKW trägt zur Deckung des Eigenbedarfs und damit zur Verbesserung der Umweltbilanz bei.
    Die Wärmeerzeugungsanlage befindet sich im Erdgeschoss des dem Wirtschaftshofs zugewandten Technikanbaus des Wintergartens.
    Die Temperaturen (Spreizungen) der Wärmeverbraucher werden nach energetischen Gesichtspunkten differenziert festgelegt. Die Nutzung von Abwärme erhöht die Effizienz nicht nur der Gebäudeanlage sondern auch der Erzeugeranlagen. Wärmezähler in allen Heizkreisen ermöglichen die Erfassung der Verbräuche und ein effektives Monitoring zur Verbrauchsoptimierung im laufenden Betrieb.
    Die Beheizung der Räume erfolgt je nach Raumnutzung im Wesentlichen über die zentralen Lüftungsanlagen und Flächenheizungen, in Einzelfällen über Heizkörper.
    Auch eine oberflächennahe und damit reaktionsschnelle Bauteilaktivierung hat sich in der Praxis bewährt und stellt eine Option dar.
    Kälteversorgung
    Es ist keine Kältetechnik erwähnt aber es ist davon auszugehen, dass zumindest in den Veranstaltungsräumen im Wintergarten eine Kühlung im Sommer erforderlich sein wird. Ob die dafür erforderliche Kälteerzeugung konventionell über Kompressionskältemaschinen oder nachhaltig über Geothermie oder Sorptionskälte mittels Abwärme des BHKW erfolgt, ist anhand der Budgetsituation gemeinsam mit dem Bauherrn zu entscheiden.
    Lüftungstechnik
    Für die Haupträume in den Gebäuden Danakil-Klimazonenwelt und Wintergarten sind zentrale Be- und Entlüftungsanlagen aus raumklimatischen und energetischen Gründen unumgänglich.
    Die Lüftungszentralgeräte werden nach räumlicher Zuordnung, Temperatur-, Feuchtigkeits- und Nutzungsprofilen aufgeteilt und den einzelnen Bereichen und Etagen zugeordnet.
    Neben einer hochwertigen Wärmerückgewinnung tragen vor allem optimierte Kanalnetze zu einem energiesparenden Betrieb der Anlagen bei. Zur Optimierung gehören die richtige Dimensionierung und die geeignete Anordnung von Schächten und Zentralen. Darüber hinaus sind hygienische Aspekte und der Brand- und Schallschutz die wesentlichen Grundlagen der Planung.
    Zur Reduzierung des Kältebedarfs der zentralen Lüftungsgeräte für die Veranstaltungsräume wird eine adiabate Abluftbefeuchtung zur Vorkühlung eingesetzt, ein System welches sich vielfach bewährt hat.
    Die Außenluftansaugung erfolgt nach den Forderungen der VDI 6022 und unter Berücksichtigung von Quellen von Luftverunreinigung am Gebäude und in der Umgebung.

    Wasserversorgung/ Sanitärtechnik/ Feuerlöschtechnik
    Innerhalb der Gebäude erfolgt die Trinkwasserverteilung im Edelstahlsystem, die Trinkwasserinstallation entspricht höchsten Hygienestandards.
    Regenwasser wird der Vorgabe der Auslobung entsprechend aufgefangen und genutzt. Es handelt sich um einen Beitrag zum schonenden Umgang mit Ressourcen, der aufgrund des hohen Bedarfs für Pflanzen und Wasserspiele auch wirtschaftlich darstellbar ist.
    Die Warmwasserversorgung erfolgt über eine zentrale Trinkwassererwärmung (60 °C) mit Legionellenschaltung auf 70 °C. Die Trinkwassererwärmung wird aus Gründen der Wasserhygiene dezentral in jedem Gebäude installiert.
    Bei der Planung der Entwässerungsanlagen wird besonderer Wert auf Brand- und Schallschutz sowie auf den Schutz vor Rückstau gelegt.

    Energetische Aspekte, Nachhaltigkeit
    Besonders im Zuge der ersten Planungsphasen wird der Bauherr zu den technischen Konzepten detailliert und kompetent beraten. Es werden Variantenvergleiche erarbeitet, bewertet und mit belastbaren Kosten hinterlegt. Dabei werden besonders die laufenden Kosten für den Lebenszyklus der Gebäude berücksichtigt. Das Ergebnis werden moderne, innovative, flexible und nachhaltige Konzeptionen sein, die sowohl die Besonderheiten der Klimazonenwelt als auch die Kompetenz der Planer und den Stand der Technik widerspiegeln.
    Die maßgeblichsten Beiträge zur Minimierung des Energieeinsatzes sind durch eine Optimierung der Lüftungsanlagen und eine Minimierung des Kältebedarfs erreichbar:
    Abgestimmte Architektur- und Technikplanung
    Geeignete Anordnung von Schächten und Trassen
    Ausreichend Platz für Schächte und Trassen, um die Luftgeschwindigkeiten zu begrenzen
    Wirksame äußere Verschattung
    Moderne Regelungstechnik
    Mechanische Entrauchungen und Rauchschutzdruckanlagen sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Dabei geht es nicht um Energieeinsparung, sondern um die Minimierung von Investitions- und Betriebskosten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 09.02.2016, 15:38
Zuletzt aktualisiert 15.02.2016, 11:42
Beitrags-ID 4-115897
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