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  • DE-79395 Neuenburg am Rhein, DE-79395 Neuenburg am Rhein
  • 02/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-202016)

Areal Kronenrain


  • 1. Preis

    Ansicht

    Landschaftsarchitekten
    Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Maik Böhmer

    Mitarbeit
    Fabian Karle, Mareen Leek, Franziska Albrecht

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MONO Architekten, Berlin (DE)
    Bauingenieure: WTM Engineers, Hamburg (DE), Berlin (DE), München (DE)

    Preisgeld
    32.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Leitidee baut auf dem historischen Stadtgrundriss auf und zeichnet mit der Fassade des künftigen Parkhauses die historische Stadtkante entlang des Rheins nach. Ebenfalls historisch begründet ist die darauf aufbauende Abrundung des aktuellen Stadtgrundrisses, die aus Osten heranführenden Straßen werden nach Westen verlängert. Die konsequent traufständigen Stadthäuser bilden in diesem Sinn ein stimmiges Ensemble, das mit der angrenzenden Stadt auf kurzem Wege verbunden ist. In der Ansicht aus Westen entsteht so ein stimmiges Bild, das in seiner Gesamtwirkung der neuen „Stadtmauer“ einiges von ihrer prägenden Länge nimmt. Die verbleibende Freifläche auf dem Dach des Parkhauses ist wohlproportioniert, je nach späterer baulicher Weiterentwicklung sind hier öffentliche wie private Nutzungen möglich.
    Der Steg über die B 378 sitzt richtig und ist von allen Wegeanbindungen gut erreichbar. Das gegenüber liegende Widerlager ist als Treppenturm ausgebildet, der als Zitat des örtlichen Kirchturms verstanden werden kann. Treppe und Aufzug gewährleisten die barrierefreie Erreichbarkeit des Parks sowie der Aussichtsplattform, die über die Autobahn hinweg einen Blick auf das Gartenschaugelände und noch weiter nach Frankreich ermöglicht. Der weitere Verlauf der Radwegerampe ist logisch, diese endet im direkten Umgriff der Autobahnunterführung und ermöglicht eine rasche Verbindung von und zum Rhein. Das Fehlen einer differenzierteren Darstellung der Konstruktion von Steg und Turm wird bemängelt.
    Das Parkhaus ist flächensparend und in seiner inneren Organisation übersichtlich angeordnet, Ein- und Ausfahrt liegen richtig, ggf. liegt die Einfahrt etwas zu nahe am Kreisverkehr. Mit zwei kombinierten Auf- und Abfahrtsspindeln an jedem Ende lässt das Parkhaus auf jedem der drei Geschosse eine Orientierung in der gewünschten Richtung zu. Sowohl in der baulichen Konstruktion als auch im Hinblick auf die dargestellte Stellplatzanzahl und den geringen Flächenverbrauch ist der Vorschlag überzeugend und lässt eine wirtschaftliche Realisierung erwarten.
    Gewürdigt wird die vorgeschlagene Art der Fassadengestaltung aus Stampfbeton, der die sedimentären Ablagerungen des Rheins in Farbe und Struktur nachzeichnet. Die Verwendung dieses sehr plastischen Werkstoffs gewährleistet durch seine Art der Verarbeitung örtlich wechselnde Varianzen in Farbverlauf und Körnung, was zu einer Authentizität in der visuellen Erscheinung führt.
    Der Wettbewerbsbeitrag stellt sich unprätentiös und selbstverständlich dar, indem er die Geschichte des Orts aufgreift und in eine zeitgenössische Architektursprache übersetzt. Lage, innere Ausgestaltung und Konstruktion des Parkhauses sind stimmig, die städtebauliche Verbindungsfunktion wurde berücksichtigt. Insgesamt stellt die Arbeit einen wertvollen und gelungenen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.
    Aus verkehrlicher Sicht können die wesentlichen Ziele der Planungsaufgabe als gut gelöst gelten. Das Parkhaus ist funktional (Einbahnlösung) und bietet eine gute, übersichtliche innere Orientierung.
    Die Einfahrt von der Straße „Am Kronenrain“ liegt allerdings zu nah am Kreisel „B 378“, so dass Rückstaugefahr in den Kreisel besteht. Die Ausfahrt führt in den Kreisel. Der Abstand (Sicht) ist in Ordnung. Das Parkhaus verfügt über interne Wendespindeln, so dass ein Wechsel zwischen den Parkhausgeschossen möglich ist. Die Fuß- und Radwegebeziehungen aus der Stadt zum Wuhrloch über Brücke und Rampe sind eingebunden und funktional.