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  • DE-50996 Köln
  • 12/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-6749)

Bebauung "Waidmarkt"


  • 2. Preis

    Luftbild Waidmarkt

    Architekten
    Fischer Architekten, Mannheim (DE), Köln (DE), Berlin (DE), Dubai (AE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeit: Mark Schütz Andre Glück Johannes Fokken Dagmar Kühlwein Natalie Plecher , Fachleute: Avp Group Becker & Drewes GmbH, Düsseldorf Köhler Beraten + Planen, Wiesbaden

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschafts- / Umweltplaner: LILL + SPARLA Landschaftsarchitekten Partnerschaft mbB, Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Der Waidmarkt – Ein neuer kleiner Mittelpunkt

    Köln und seine Plätze und Märkte – eine Geschichte mit Tradition. Und die Liste der sehens- und lebenswerten kleinen Mittelpunkte der Stadt wächst. Der neue Waidmarkt wird ein Highlight unter ihnen werden. Seine perfekte Lage, nah am Zentrum und nah am Rhein, seine stimmige und in sich geschlossene Architektur, die Altes bewahrt und Neues hinzufügt, und seine moderne und doch entspannte Atmosphäre wird Bürger wie Besucher begeistern. Grün, ganzheitlich und zeitgemäß – so ist der neue Waidmarkt.

    Der Städtebau – Lebensraum schaffen

    Großstrukturen an der Nord-Südfahrt einerseits, kleinteilige Bebauung auf der Ostseite andererseits – der derzeitige Bestand des Areals am Waidmarkt ist sehr heterogen. Die neue städtebauliche Gliederung erschafft ein neues, zusammenhängendes Quartier. Einen urbanen Raum mit Ordnung und – noch viel wichtiger – mit Platz für Lebensqualität. Einen Lebensraum.

    Die Mantelbebauung – Zusammenhänge herstellen

    Im Norden und Westen verlaufen mit Tel-Aviv-Straße und Blaubach große Straßenzüge. Daher wird das Areal mit einem geschlossenen Blockrand eingefasst – einer typischen städtebaulichen Figur, die auch im gesamten Umfeld vorhanden ist. Die Baukörper sind stimmig gegliedert und enthalten Gewerbe- und Hotelnutzung. Sie geben dem Areal eine sichtbare Grenze und schützen die Wohnungen vor Lärm.

    Die Promenade – Menschen anziehen

    Neuer Anziehungspunkt am Blaubach wird ein urbaner Promenadenbereich auf einer fünf Meter hohen, in den Baukörper eingeschnittenen Sockelzone. Hier ist im Erdgeschoss Raum für Verkaufs- oder Büroflächen, die optional in Galeriegeschosse gegliedert werden können. Einheitengrößen von 300qm bis 16.000qm sind problemlos realisierbar. Klar zugeordnete Eingangsbereiche erlauben dabei eine eindeutige Adressbildung von Blaubach und Waidmarkt.

    Das Hotel – Lage nutzen

    Die Lage im Süden der Kölner Altstadt ist geradezu prädestiniert für eine Hotelnutzung. Die Drei-Sterne-Anlage bietet durch effiziente Funktionsteilung 205 Zimmer, sowie Gastronomie und schaltbare Konferenzflächen. Die exponierte Lage im Kopfbereich der Mantelbebauung und entlang der Nord-Süd-Fahrt sorgen für eine wirksame Präsenz des Hotels im städtischen Raum und damit für eine gute Auslastung.

    Das Gesamtbild – Einheit inszenieren

    Die Gebäude und Fassaden der Mantelbebauung unterscheiden sich, doch eine gemeinsame Grundstruktur verbindet sie gestalterisch miteinander. Die Vor- und Rücksprünge der einzelnen Baukörper bilden eine erkennbare Gliederung in proportional angemessene Teilbereiche. Auch im umgestalteten Hochhaus wird dieses Erscheinungsbild in der Vertikalen fortgesetzt. So wird das gesamte Areal durch eine ästhetische Einheitlichkeit zusammengefasst.

    Der neue Block – Freiräume bieten

    Eine gestaffelte Wohnbebauung mit Ost-West-Orientierung schließt den neu geschaffenen Block. Die neuen Häuser zeichnen sich durch Arkaden mit Verbrauchermarkt, Einzelhandel und Gastronomie aus, und bieten große Loggien und Dachterrassen in Richtung Waidmarkt. Ihre Verstaffelung nimmt die vorhandenen Traufkanten auf und sorgt für eine attraktive Einfassung des Waidmarktes. Im Innern des Blocks befinden sich außerdem vier Punkthäuser – eine grüne Oase innen, klare städtebauliche Formensprache außen.

    Der Waidmarkt – Orientierung ermöglichen

    Die Kirche St. Georg bildet den Mittelpunkt des Waidmarkts und gliedert den Platz in zwei Bereiche. Der vordere, mit dem Hermann-Josef-Brunnen im Mittelpunkt, wird durch das Hochhaus und die neue Mantelbebauung geschlossen. Die gleichförmige Ausbildung der Arkaden und die Grünraumgestaltung verbindet ihn elegant mit dem hinteren Bereich. Entsprechend der Gestaltungslinie Innenstadt erhält der Platz eine einheitliche Oberfläche aus geschliffenem Betonstein und wird mit eingestreuten Baumgruppen gegliedert. Ein Raum zum Flanieren und Verweilen, das ist der neue Waidmarkt.

    Die Punkthäuser – Im Grünen wohnen

    Vier Einzelbaukörper im Blockinnern verbinden urbane Qualitäten mit dem ruhigen Wohnen im Grünen. Insgesamt bietet die Gruppe Raum für 75 Wohneinheiten. Sonne und Tageslicht haben hier Priorität: ein hoher Fensteranteil in den Fassaden sowie vor Einblicken geschützte Terrassen und Loggien schaffen fließende Übergänge zwischen innen und außen. Die nach Süden ausgerichteten Baukörper sind zwar dank spielerischem Einsatz von Proportionen, Höhen und Ausschnitten jeweils unterschiedlich, aber durch ihre gleichförmige Materialität in ein hochwertiges Gesamtbild eingebunden.

    Der Freiraum – Luft holen

    Die Gebäude besitzen ebenerdig sowie auf dem Dach des Supermarktes großzügige, private Gärten. Zwischen diesen befinden sich gemeinschaftlich nutzbare, baumbestandene Platz- und Kinderspielflächen. Eine Gruppe von Solitärbäumen kennzeichnet die zentrale Fläche, deren Basis ein in die Tiefgarage integrierter ca. 16x16m großer Trog ist. Als räumliche Trennung zu den Gewerbebauten entsteht durch Mauerscheiben, Bänke und Säulen-Eichen eine begehbare Fuge. So bildet sich ein definierter Freiraum, in dem Kinder und Erwachsene spielen und entspannen können.

    Die Option – Schulbau erweitern

    Mit Rücksicht auf die Gesamtstruktur der benachbarten Schulanlage ist auch eine Erweiterung der Flächen auf schuleigenem Gebiet, direkt an den Schulhof anknüpfend, möglich. Alternativ könnte auch östlich der Turnhalle ein Erweiterungsbau zum Waidmarkt hin erfolgen. Der projektierte Riegel der Wohnbebauung würde dann einfach entsprechend verkürzt.

    Die Parkplätze – Wege erschließen

    In einer vom Waidmarkt erreichbaren Tiefgarage befinden sich zwei Parkebenen mit 500 Stellplätzen für Gewerbe, Hotel und Wohnen, die entsprechend den unterschiedlichen Nutzungen sortiert sind. Auch die Anlieferung für Hotel, Gewerbe und Handel funktioniert unterirdisch und wird vom Verkehrskreisel an der Severinstraße erschlossen. Für das Hotel ist eine separate Zufahrt zur Tiefgarage geplant, die Vorfahrt des Hotels wird auf Empfehlung eines Verkehrsplaners an die Nord-Süd-Fahrt gelegt. Optional ist zur Entlastung des Waidmarktes eine weitere Zu- und Ausfahrt am Blaubach angedacht.

    Waidmarkt 50 – Energie sparen

    Unter dem Motto „Waidmarkt 50“ soll eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 50% gegenüber einer Standardlösung erreicht werden. Intelligentes Energiemanagement umfasst hierfür die Verwertung von Sonneneinstrahlung, die kontrollierte Lüftung und auch die Nutzung von Abwärme etwa von Beleuchtung oder EDV aus den Büros. Gleiches gilt für die Abwärme von Kältemaschinen etwa des Hotels, die für die Erwärmung des Brauchwarmwassers genutzt werden kann. Kernpunkt ist eine zentrale und nutzungsübergreifende Steuerung der Energieressourcen. Umweltschonend und kostengünstig.

    Das Energiemanagement – Wärmequellen nutzen

    Ein Musterbeispiel für konsequenteste Reduzierung von Emissionen ist die Nutzung von vorhandenen externen Quellen zur Beheizung von Gebäuden. Zwei große Wärmequellen in direkter Nachbarschaft des Waidmarkts bieten sich an. Zum einen können normale Abwasserleitungen – die auch im Winter durch die hohe Temperatur des Abwassers einen großen Energieanteil enthalten – über Wärmetauscher und Wärmepumpe genutzt werden.
    Und andererseits lässt sich auch die U-Bahn-Röhre nutzen, die in unmittelbarer Nähe des Grundstücks verläuft. Sie funktioniert wie ein riesiger Erdkollektor, dessen Energie über eine Wärmepumpe ins Heizsystem fließt. Die Energie ist schon da – nur die Nutzer fehlen noch.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.