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  • DE-78224 Singen
  • 12/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-224124)

Neubau der Wohnanlage „Praxedis-Gärten“


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Sacker Architekten GmbH, Freiburg im Breisgau (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurfsverfasser nutzt die vorgegebenen baurechtlichen Rahmenbedingungen in vollem Umfang aus, was zur höchsten Ausnutzung des Grundstücks im Vergleich zu allen anderen Teilnehmern und zu einer starken Gliederung des Baukörpers sowohl zur Romeiasstraße als auch zu den Praxedis-Gärten hin führt. In Verlängerung der Hadumothstraße ist die Durchfahrt zur Tiefgarage vorgesehen was aus städtebaulicher Sicht nicht zwingend notwendig erscheint. Grundsätzlich wird die Gliederung der Freianlagen in private und halböffentliche Bereiche begrüßt, die starke Zäsur durch die Müll und Fahrrad-Remisen in Verbindung mit dem halböffentlichen Weg in direktem Anschluss an die privaten Garten wird jedoch kritisch gesehen. Die Gestaltung der Rasenfläche mit den integrierten Gartenmodulen zur Nutzung durch die Mieter wird positiv bewertet. Die Gliederung des Baukörpers durch vier Erschließungskerne und damit vier Eingängen ist dem Baukörper angemessen und führt zu sinnvollen Erschließungseinheiten. Die im Eingangsbereich eingezogenen und zum Garten hin durchgesteckten Treppenhäuser im Erdgeschoss sind funktional sehr gut angelegt und bieten eine gewisse Großzügigkeit, mit angemessener Adressbildung. Die Erschließungskerne in den Obergeschossen sind großzügig und durch das Treppenauge von oben ausreichend mit Tageslicht belichtet. Die Wohnungen sind funktional gut organisiert und genügen der vorgegebenen Barrierefreiheit. Die mittig gelegenen Nebenräume, vom Verfasser als Rückgrat bezeichnet sind klar strukturiert und lassen in Verbindung mit den tragenden Außenwänden eine wirtschaftliche Tragstruktur erwarten. Die Klarheit der Grundrissorganisation wird durch eine back to back Lage der Wohnungen erkauft was bei der Ausrichtung des Baukörpers problematisch er-scheint, da die Qualität zumindest der Nordwestwohnungen erheblich beeinträchtigt wird. Die mangelhafte Besonnung dieser Wohnungen wird durch die sehr weit vorspringenden Erker mit den davor auskragenden Balkonen, die die angrenzenden Wohnungen zusätzlich verschatten, verstärkt. Die Tiefgarage ist auf Grund ihrer Geometrie, der teilweisen Grenzbebauung und des hohen Verkehrsflächenanteils als unwirtschaftlich zu betrachten. Die Abstell- und Technikräume sind klar strukturiert. Die nahezu vollflächige Unterbauung des Grundstücks durch die Tiefgarage lässt die gewünschte Pflanzung von Bäumen nur schwer zu. Das Erscheinungsbild des Gebäudes ist durch einen Rhythmus von Loggien und geschlossen Fassadenflächen auf der Süd-West Seite und von Balkonen und Erkern auf der Nord-Ost Seite geprägt. Die großen Balkone vor den Erkern wirken überdimensioniert und stören die ansonsten klare Gliederung der Fassade. Die Befensterung ist insgesamt sehr schematisch und erzeugt eine wenig spannungsreiche Fassaden. Die Materialität des Wärmedämmverbundsystems zieht sich in allen Bereichen durch, was zumindest in der Sockelzone im städtischen Um-feld kritisch zu sehen ist. Das Staffelgeschoss wird dem Anspruch eines Penthouse weder funktional noch architektonisch gerecht. Das Energiekonzept ist schlüssig dargestellt und lässt eine Realisierung des Projektes als Passivhaus realistisch erscheinen. Die Qualität der Arbeit liegt in einer klaren und funktionalen Erschließung mit gut organisierten Wohnungsgrundrissen. Mängel bei der Orientierung der Wohnungen, im architektonischen Erscheinungsbild, bei den Freibereichen und der Tiefgarage mindern deutlich die Überzeugungskraft des Entwurfs.