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  • DE-18057 Rostock, DE-18055 Rostock
  • 03/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-205907)

Wohnen am neuen Werftdreieck


  • 2. Preis


    Stadtplaner
    yellow z urbanism architecture, Zürich (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Riegler Riewe Architekten ZT-GmbH, Graz (AT), Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: lad+ landschaftsarchitektur diekmann, Hannover (DE)
    Modellbauer: Architekturmodellbau Shortcut - Modellbau, Frässervice, Laserservice, Berlin (DE)

    Preisgeld
    17.700 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der städtebauliche Ansatz, den Entwurf für das neue Wohnquartier aus den orthogonalen Strukturen der ehemaligen Werftbebauung im Norden abzuleiten, wird begrüßt. Davon ausgehend gelingt es den Verfassern, ebenso eine straßenbegleitende Raumkante mit angemessener Präsenz an der Lübecker Straße zu formulieren. Dabei wird die denkmalgeschützte Heinkel-Wand in diese Flucht integriert und wie eine große Freiraumplastik in den städtebaulichen Entwurf sehr selbstverständlich eingebaut. Somit werden die baulichen Themen an der Straße abgewechselt. Aus dem Wunsch nach dem Erhalt der Großbäume im Bereich der jetzigen Max-Eyth-Straße entwickeln die Verfasser einen großzügigen Quartierspark, in den der Kayenmühlengraben angemessen integriert wird. Dieser Quartierspark als offene Grünfläche wird positiv bewertet. Ebenso liegt dort eingebettet und zentral gelegen die Kita, deren südlicher Freiraum allerdings stark dem Lärm der Lübecker Straße ausgesetzt ist. Der tief eingreifende Park gliedert das Quartier in einen östlichen und westlichen Teilbereich. Diese Teile werden mit einer promenadenähnlichen breiten Eichenallee sehr schön zusammengebunden. Die Blockstrukturen sind hinsichtlich Größe, Maßstab und Differenzierung aus den typischen städtebaulichen Mustern des Umfeldes entwickelt und durch erhöhte Einzelbaukörper intelligent weiterentwickelt. Diese Hochpunkte werden über das gesamte Quartier bis in die östliche Spitze verteilt, um auch diesen Teil anzubinden. Es entstehen durch die höheren Punkte Differenzierung und Orientierung zugleich, die öffentliche Erdgeschossnutzung ist hier glaubhaft und wird zur Belebung des Quartiers beitragen. Die mächtige Breite der Lübecker Straße wird durch eine Baumreihe gegliedert und ihr Erscheinungsbild gemildert. Eine abschirmende Bepflanzung zwischen der S-Bahnlinie und dem Bauquartier wertet diese Kanten auf. Der urban mit Ecken und Winkeln geführte offene Wassergraben erfordert einen hohen baulichen Aufwand. Die Innenhöfe weisen eine klare logische Gliederung zwischen Erschlie- ßung und Grünstruktur auf. Das Verhältnis von bebauten Flächen und Grünflächen ist ausgewogen und wirkt angenehm. Die Vorgaben zum Baumerhalt werden vorbildlich beachtet. Die Verkehrserschließung für den Fuß- und Radverkehr sowie den Kfz-Verkehr ist funktional, leicht in der Orientierung und angemessen in Umfang und Gestalt. Hervorzuheben ist der Ost-West-Boulevard in der Doppelfunktion als Promenade und als Haupterschließungsstraße. Dessen Endpunkte als Ausläufer in die Wohnhöfe entsprechen dem innerquartierlichen Charakter dieses Erschließungs- und Gestaltungselements. Die zwei Parkhäuser an der Werftstraße sind geeignet, Kfz-Verkehr am Quartiersrand aufzufangen. Die Fußwege von dort zu den Wohnungen dienen einer gewissen Grundfrequenz von Fußgängern im öffentlichen Raum. Gewürdigt wird die klare Trennung der Gebäudekörper für Wohnungen und für Stellplätze. Damit wird die Parkraumfrage flexibilisiert einschließlich einer spä- teren Rückbaumöglichkeit von Parkraum. Die Fuß- und Radverkehrverbindungen zur S- und Straßenbahn sind funktional und einladend. Die Werftstraße und die neue Planstraße sind ausreichend dimensioniert.