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  • DE-81249 München, DE-81669 München
  • 03/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-209785)

Wohngebäude in Freiham WA 7 und WA 8


  • 1. Preis Zuschlag

    Schaubild 1, © AllesWirdGut Architektur

    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschafts- / Umweltplaner: DnD Landschaftsplanung, Wien (AT)
    Modellbauer: Mattweiss Architekturmodellbau, Wien (AT)
    Visualisierer: expressiv.at, Wien (AT)

    Preisgeld
    35.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der aus Einzelvolumina zusammengesetzte Blockrand stellt einen architektonisch anspruchsvollen Auftakt für das neue Wohnquartier dar und wird seiner Aufgabe, hier als erstes Bauvorhaben Maßstäbe zu setzen, durchaus gerecht. Die in Höhe und Farbigkeit leicht differenzierten Gebäude empfangen den künftigen Besucher mit gut gestalteten Fassaden und einem durchgängig öffentlichen Erdgeschoss. Alle Eingänge sind, den Städtebau folgerichtig interpretierend, vom öffentlichen Raum aus zugänglich. Begrüßt wird die Plastizität der Fassaden. Materialität und Glasanteil werden im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit kontrovers diskutiert und sollten im Weiteren geprüft werden. Ebenfalls geprüft werden sollte eine weitere Optimierung der Grundrisse in puncto Ausnutzung und Wirtschaftlichkeit. Hervorzuheben ist die richtig platzierte Nutzung des Kulturzentrums mit Saal an der Ecke zur Aubinger Allee, sie verleiht dem Erdgeschoss hier tatsächlich Offenheit und Lebendigkeit. Der insgesamt sehr gut strukturierte Grundriss lässt Synergien zwischen den einzelnen Nutzungen, wie zum Beispiel Bibliothek und Kulturzentrum zu. Die Kita im WA 7 ist insgesamt gut organisiert, während die Kita im WA 8 Mängel in der Grundrissgestaltung aufweist und überarbeitet werden muss. Im UG fehlen Technik- und Abstellräume und wären im Weiteren nachzuweisen. Hinsichtlich der öffentlichen Nutzungen sind die Flächenanteile, die sich hier an der unteren Grenze befinden, im Weiteren mit dem durch die Nutzer noch zu konkretisierenden Bedarf zu spiegeln. Auch im Bereich der Wohnnutzung ist die Qualität der Grundrisse hervorzuheben: Sie erfüllt alle Belange der Wohnungsbauförderung und schlägt einen gut durchdachten Basistypen vor, der in Varianten unterschiedliche Lebensverhältnisse berücksichtigen kann. Positiv beurteilt werden auch die vielen durchgesteckten Wohnungen, die geschickt zoniert sind, wie auch die gut gelöste Barrierefreiheit. Die Wiederholung prinzipiell gleich strukturierter Haustypen (7 Treppenhäuser als 3- und 4-Spänner) funktioniert sowohl mit West-, als auch mit Südorientierung und lässt eine rationelle Bauweise erwarten. Die im EG großzügig dimensionierten Treppenhäuser werden kontrovers diskutiert und sollten auf ihre Angemessenheit überprüft werden. Die Grundrisse reagieren durch eine konsequente Organisation auf die Lärmbelastung, Schallschutzloggien ergänzen das Konzept. Begrüßt wird das differenzierte Angebot an Freiflächen, deren Elemente als Geflecht ineinandergreifen und atmosphärische, gut nutzbare Flächen mit sich bringen und attraktive Wegeverbindungen erwarten lassen. Der Wechsel zwischen Wiesen und befestigten Flächen ist positiv, jedoch ist Schotterrasen nicht als Feuerwehraufstellfläche zulässig. Das Brandschutzkonzept muss im Weiteren geprüft und überarbeitet werden. Ebenfalls attraktiv sind die den verschiedenen Nutzungen zugeordneten Terrassenflächen, die im 1.OG den öffentlichen Einrichtungen dienen, in den Wohngeschossen nahezu durchwegs als Gemeinschaftsterrassen ohne Mehraufwand über die angrenzenden Treppenhäuser erschlossen sind. Hier sollte ein ausreichender Anteil gemeinschaftlich nutzbarer Dachgärten (25%) nachgewiesen werden. Durch die ruhige und charaktervolle Ausformulierung bietet die Arbeit ein hohes Potenzial für die Entwicklung eines atmosphärischen und identitätsvollen Auftaktes für Freiham und stellt insgesamt einen sehr überzeugenden Beitrag dar.