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  • DE Osnabrück
  • 01/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-6789)

Gesundheitszentrum Parkstraße


  • 1. Preis

    Luftbild / Lageplan

    Architekten
    czerner göttsch architekten architektur + stadtplanung, Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Alexandra Czerner

    Mitarbeit
    Alexandra Czerner+ Jürgen Göttsch (Projektleitung) Mitarbeiterinnen : Andrea Stroemer Sibylle Steitz Ine Spaar

    Erläuterungstext
    Für das „Gesundheitszentrum Parkstraße Osnabrück“ wird mit einer auf den Menschen zugeschnittenen Architektur und einem positiven und freundlichen Grundcharakter gepaart mit einem ganzheitlichen, nachhaltigen Ansatz ein unverwechselbares Gebäudeensemble kreiert. So erhält die Neubebauung für das Gesundheitszentrum einen hohen Wiedererkennungswert im urban gemischten Stadtquartier und in der Stadt Osnabrück.

    Die Idee, Architektur nicht nur als Behausung der Medizin zu entwickeln, sondern ihr eine unterstützende, fördernde Funktion zu verleihen, bewirkt durch eine konsequente Umsetzung der hierfür entwickelten Leitlinien auch ästhetische Unverwechselbarkeit:

    - Ein klarer, eindeutiger Städtebau mit Spielraum für Variationsmöglichkeiten im Gebäude.
    - Harmonische Vernetzung der Neubebauung mit dem vor allem durch Wohnnutzung geprägten Quartier. Wichtig sind die klare Raumbildung, eine Schließung der Brandwände und eine Architektursprache, die mit der Struktur der im umgebenden Quartier vorherrschenden Wohnbebauung harmoniert.
    - Konzeption, Form und Materialität des Gebäudeensembles fördern den heilend-therapeutischen Ansatz der Nutzung.
    - Der freundliche, positive Charakter der Gebäude wirkt anregend, wohltuend.
    - Die Planung basiert auf einem einfachen Grundgerüst und wird mit einem hohen Maß an Flexibilität und der Möglichkeit zu individueller Weiterplanung mit den Nutzern ausgestattet: Flexibilität und Veränderbarkeit als Grundpfeiler von Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus des Objektes.
    - Das Material für die Fassaden soll besonders langlebig und prägnant für das Gebäude und von positivem Einfluss auf die Menschen sein. Somit wird Kupfer (vorpatiniert) gewählt, in Kombination mit Glas und orangefarbenen Paneelen.
    - Die Fassadenstruktur ist kleinteilig und differenziert und doch unaufgeregt und klar. Das Material lebt und verändert sich.

    Zwei L-förmige, viergeschossige Baukörper bilden das Grundgerüst der Anlage. Die Bauflucht der Parkstraße aufgenommen und an den Endpunkten geschlossen. Mittig wird ein großzügiger Vorplatz als zentraler Empfangs- und Vorfahrtsbereich angeboten. An diesem Vorplatz liegen die Eingangshallen der beiden Gebäude und alle öffentlich genutzten Bereiche. Der Vorplatz bildet sowohl die kollektive Adresse für das Gesundheitszentrum als auch den gemeinsamen „urbanen Raum“ für das Ärztehaus und das Therapie- und Gesundheitszentrum mit Vorfahrt und Kurzparkplätzen.

    Im rückwärtigen, ruhigen Bereich hat jedes Haus einen eigenen „grünen Raum“, der als Garten für verschiedene – auch therapeutische - Nutzungen prädestiniert ist. Beim Therapie- und Gesundheitszentrum enthält der Garten auch die Terrassenflächen des Bistros und bietet Erweiterungsmöglichkeiten, falls eine größere Kantine gewünscht wird. Auch hier sind Varianten angedacht: Bei beiden Häusern könnte in den Gärten bei Bedarf ein „grünes Parken“ unter Bäumen integriert werden. Beide Höfe können befahren werden.
    Kleinteiligkeit in Kombination mit städtischer Dichte sind zwei der Leitmotive des Entwurfes. Die viergeschossigen, kubischen Baukörper werden als Grundsystem angeboten, jeder durch eine repräsentative Halle erschlossen. Die Kleinteiligkeit wird durch die flexiblen Elemente erreicht, durch die Vorplatz-Erker mit optionaler Terrassennutzung und die Balkone an den Gartenfassaden. Mit diesen Elementen kann auf Nutzerwünsche flexibel reagiert werden.

    Die Geometrie und die Anordnung der Baukörper lässt den Betrachter die Anlage stets perspektivisch, in überschaubaren - persönlichen – Ausschnitten, im Innenraum wie im Außenraum, erleben. Durch Terrassen, Balkone und die 3 Vorplatz–Erker ist der Übergang Innen/Außen fließend.

    Geschossigkeit:

    Die beiden viergeschossige Baukörper erhalten jeweils ein „Penthouse“ mit großzügiger Dachterrassennutzung. Auf dem Therapie-und Gesundheitszentrum befindet sich hier die Schulung.
    Das Dachgeschoss auf dem Ärztehaus ist ein zusätzliches Angebot für eine weitere Nutzung und kann, wenn kein Bedarf bestehen sollte, auch weggelassen werden. Hier sind 1-2 kleine zusätzliche Einheiten möglich für ergänzende Nutzungen.

    Gärten:

    Je nach Wunsch der Bauherren und ihrer Mieter können die Gärten als grüne, absolut ruhige Innenräume den Nutzern zur Unterstützung der therapeutischen Arbeit wirken oder sie können bei Bedarf zusätzlich Stellplätze aufnehmen.
    Die Gärten können mit Blumen und Kräutern (Heilkräuter) gestaltet und genutzt werden, bieten Naherholung und Freizeitflächen.

    Nutzungsqualität und Flexibilität:

    Beide Baukörper sind absolut flexibel und offen nutzbar. Je 2-4 Einheiten pro Geschoss sind von den zentralen Erschließungskernen direkt zu erreichen. Die hier geplante Nutzungskonzeption kann nach Bedarf und Nutzerwunsch weiterentwickelt werden, ist tragfähig und flexibel.
    Alle im Aufgabenkatalog geforderten Nutzerwünsche und Raumprogramme sind erfüllt. In Teilbereichen gibt es noch freie Reserveflächen, die größte im DG des Ärztehauses.

    Die Barrierefreiheit aller Einheiten wird dezidiert eingeplant und in allen Grundrissen mit den vorgeschriebenen Bewegungsradien nachgewiesen. Die Proportionen und die Kubatur des Grundsystems mit seinen flexiblen Bereichen bewirken Lebendigkeit und Vielfalt. Das bedeutet Entfaltungsmöglichkeiten für jeden Nutzer. Kleine Einheiten können bei Bedarf zu größeren zusammengeschlossen werden, große Einheiten können dementsprechend unterteilt werden. Durch diese Flexibilität kann auf konkrete Wünsche im weiteren Planungsprozess eingegangen werden. Die meisten Räume haben Fenster mit Brüstungen, können aber bei Bedarf auch mit bodentiefen Fenstern und Balkonen für Wartezonen etc. ausgestattet werden.

    Emotion und Dialog:

    Der Entwurf vermittelt mit einer freundlichen, ruhigen und lebendigen Architektur positive Gefühle, ein Aufgehobensein, ein „Zuhausegefühl“, das auch am Arbeitsplatz sehr wichtig ist. Die Architektur weist nur „Vorderseiten“ auf. Jede Nische ist im Gesamtkanon ein Teil der Melodie des Entwurfes. Jeder Eingang, jede Einheit, jede Lage hat hohe Raumqualitäten, die unterschiedliche Ansprüche erfüllt. Da die zukünftigen Nutzer Individuen, Persönlichkeiten sind, werden sie die angebotene Flexibilität annehmen und mit Leben erfüllen. Die Wünsche der Menschen sollen sich in der Architektur widerspiegeln, auch dadurch wird dieses Projekt neuartig und unverwechselbar. Der Anfang ist mit einem solchen Entwurf gemacht - das Ziel ist ein gemeinsam gegangener weiterer Entwicklungsprozess für das Projekt und seine Realisierung.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 02.07.2014, 14:47
Beitrags-ID 4-11797
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