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  • DE-96257 Redwitz, DE-96257 Redwitz
  • 02/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-224615)

Neuordnung und Neugestaltung Ortskern


  • 3. Preis Realisierungsteil

    Modell - modellwerk weimar

    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Schettler & Partner Architekten | Stadtplaner | Ingenieure PartG mbB, Weimar (DE)
    Landschaftsarchitekten: plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit 1002 reagiert auf die bestehende städtebauliche Situation mit einem Neubau. Dabei werden die bestehenden Raumkanten nachjustiert und die funktionale Anforderung der Erschließung des Pülz‐Areals ermöglicht. Die räumliche Idee, eine umlaufende eingeschossige raumbildende Schicht mit einem hohen und sehr präsenten Raum, in dem sich der große Saal befindet, zu kombinieren, schafft eine klare räumliche Mitte und formuliert die Stadträume zugleich. Die städtebauliche Einbindung und die klare Adresse am Markt sind vorbildlich gelöst.

    Durch mehrere Raumschichten und klare Filter ist die Präsenz des atmosphärisch sehr anmutenden Saals bis in die Stadträume spürbar. Der Kaminraum hat dabei großes Potential als „Wohnzimmer“ für Redwitz verstanden zu werden. Die ehemalige Brandwand im Norden wird neu interpretiert, in der Höhe reduziert und durch gekonnte Faltung gegliedert, dabei wahrt sie die Distanz zu den bestehenden Wohnhäusern.

    Die räumliche Flexibilität des Saals und des Foyers unter Wahrung räumlicher und gestalterischer Qualitäten wird begrüßt. Die technische Umsetzung der Raumteilung im großen Saal wird allerdings nicht ausreichend erläutert und dargestellt. Die Organisation des Grundrisses und die funktionale Anordnung der Räume ist zum Teil etwas umständlich gelöst und produziert zusätzliche Verkehrsflächen. Die Unterbringung der Nebenräume im Untergeschoss schafft Freiheiten bei der Organisation des Erdgeschosses, ist aber aus funktionaler Sicht, trotz kurzer Wege zum Marktplatz, kritisch zu sehen. Eine separate Erschließung des Jugendtreffs mit eigenem Eingang und die dadurch gegebene Möglichkeit einer zusätzlichen Anlieferung der Küche sind positiv zu werten.

    Durch die Wahl der Materialien wird die gekonnte Fügung der beiden Baukörper intensiviert. Der Einsatz von großflächigen Verschattungselementen aus Korbgeflecht schafft interessante Lichtverhältnisse im Innenraum und wirkt identitätsstiftend.

    Aus wirtschaftlicher Sicht werden die Unterbringung eines großen Teils der Räume im Untergeschoss und das große Dachvolumen kritisch bewertet.

    Der Beitrag stellt eine große Bereicherung für den Ort dar und zeugt von hoher architektonischer und gestalterischer Qualität.