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  • DE-59379 Selm, DE-59379 Selm
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-215015)

Burg Botzlar


  • Anerkennung

    Lageplan M 1:200

    Landschaftsarchitekten
    GTL Michael Triebswetter, Landschaftsarchitekt, Kassel (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: h4a Gessert + Randecker Architekten | h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten, Stuttgart (DE), München (DE), Düsseldorf (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Wesentlich prägendes Merkmal der Arbeit ist die Auslagerung des Treppenhauses aus dem denkmalgeschützten Bereich auf die Ostseite des Gebäudes. Dabei wird die hieraus resultierende Freiheit der Nutzungen im Bestandsgebäude positiv gesehen. Zudem hält der Treppenturm einen rücksichtsvollen Abstand zum Bestandsgebäude. Der Versuch einer möglichst filigranen Gestaltung des Turmes wird anerkannt.
    Im Preisgericht wurde die Turmhöhe kontrovers diskutiert. Zum einen wird die Idee einer Aussichtsplattform auf dem Dach des Treppenturmes interessant gefunden, andererseits besteht die Gefahr einer starken konkurrierenden Dominanz gegenüber der »Burg Botzlar«. Unter Brandschutzgesichtspunkten wird das Fehlen eines zweiten Treppenhauses (zweiter Rettungsweg) festgestellt.
    Die Konzentration sämtlicher WC-Anlagen im Kellergeschoss könnte Probleme bei unterschiedlichen parallel stattfindenden Nutzungen ergeben. Die Größe des Cafés (mit ca. 90 m2) im Keller scheint zu groß für die beabsichtigte Nutzung durch die Bürgerstiftung. Der Tageslichteinfall durch ein Fenster, vor dem noch zusätzlich verschattend die neuen Behindertenrampe verläuft, erscheint zu gering.
    Der Verfasser schlägt eine harmonische und ruhige Freiraumgestaltung vor. Die Wegeführung ist dem Ort angemessen und sehr schön ausformuliert. Den Verlauf der ehemaligen Gräfte mit einem blaublühenden Krokusband zu symbolisieren wird gewürdigt, aber aufgrund des nur wenige Wochen anhaltenden Effektes kritisch diskutiert. Die barrierefreie Erschließung ist gut gelöst.
    Der Umgang mit dem Freiraum ist aus kulturhistorischer Sicht kreativ gelöst, allerdings wird die Umsetzbarkeit des »blauen Bandes« für wenig realistisch gehalten. Das skulpturale Treppenhaus setzt sich deutlich vom Bestand ab und behandelt das Thema »Fuge« aus denkmalpflegerischer Sicht verhältnismäßig sensibel. Der Baukörper selbst ist aber im Verhältnis zu seiner Funktion viel zu dominant und beeinträchtigt die Wirkung der Burg damit erheblich. Bei einer weiteren Vertiefung dieses Entwurfes sollte über eine deutliche Reduzierung der Hülle nachgedacht werden.
    Der Erhalt des gotischen Gewändes auf der Rückseite, ist wegen des jetzt vorgelagerten Flurbereiches leicht möglich und wäre weiter zu verfolgen.
    Die isolierte Lage des Treppenhauses/Aufzugsturmes hat das Kostenrisiko bei eventuell anfallenden bodendenkmalpflegerischen Befunden aber auch den Vorteil einer sicheren Kostenerfassung, ohne das Risiko einer Kostenerhöhung bei einem Eingriff in bestehende historische Bausubstanz.
    Die Arbeit ist wegen des markanten Treppenturmes mit seinen unterschiedlichen Funktionen und seinem attraktiven Äußeren ein interessanter Beitrag.