Der Entwurf besticht durch seine klassisch anmutende Zeitlosigkeit, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem Baubestand ableitet und sich in der Orthogonalität der ‚footprints‘ und der Fassadengestaltung konsequent fortsetzt, zugleich aber Besonderheiten aufweist. Dieses ‚Weiterbauen des Bestandes‘, das wie selbstverständliche Setzen der einzelnen Bausteine macht guten Städtebau aus, führt jedoch zu einer kontrovers diskutierten Strenge, die großstädtisch und kühl zugleich anmutet. Sockel und Türme bilden eine starke Einheit. Die vier Türme stehen ‚luftig‘ da; an wesentlichen Punkten bekommen sie ‚Bodenanschluss‘. Ihre Setzung ermöglicht eine unproblematische abschnittsweise Realisierung. Der Entwurf orientiert sich an Camillo Sittes Prinzip von Enge und Weite, bringt diese aber nicht durchgängig in ein harmonisches Gleichgewicht: Einzelne Durchgänge sind zu schmal und beinahe altstadtartig. Die Chance, mehr Luft und Licht in den Sockel zu bekommen, wurde nicht komplett ausgenutzt. Die Passarelle stellt zwar ein Entwurfselement mit hohem räumlichen Potenzial dar, das Bild des ‚urban jungle‘ kann jedoch nicht vollständig überzeugen. Die Verteilung der Nutzungen, ihre Ausrichtungen und Adressierung sind präzise.
Auch die 2-geschossigen Arkaden geben dem öffentlichen Raum ein großstädtisches Element. Die glatten Fassaden wären windtechnisch zu optimieren.
Aus Sicht der Denkmalpflege bietet der Entwurf eine überzeugende Auseinandersetzung mit dem Baubestand; der geringfügige Einzug der Hochhäuser erlaubt sogar, die beiden alten Foyers zu erhalten.
Der Entwurf stellt mit seiner präzisen städtebaulichen Setzung einen wertvollen Beitrag zur Diskussion dar; bemerkenswert ist, wie mit wenigen gezielt gesetzten Maßnahmen nach der Zwischenpräsentation die Weiterentwicklung gelungen ist.
| Angelegt am | 31.03.2016, 09:56 |
| Zuletzt aktualisiert | 13.07.2016, 11:57 |
| Beitrags-ID | 4-118582 |
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