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  • AT-1100 Wien, AT-1180 Wien, AT-1220 Wien
  • 03/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-227586)

Generationen: Wohnen in Wien Favoriten, Währing und Donaustadt


  • Sieger Hirschstettner Straße


    Architekten
    Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Bregenz (AT), Wien (AT), St. Gallen (CH), Paris (FR), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Auböck + Kárász Landscape Architecture Design, Wien (AT)
    Private Bauherren: HEIMBAU Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft, Wien (AT)

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Das Thema der Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Maßstäben und des Umganges mit der Bebauung in einer freien Landschaft aufgreifend, wird die Wohnbebauung in Form von zwei gegeneinander gedrehten Blöcken mit ähnlichen Proportionen wie der Schulkörper angeordnet und somit ein Ensemble, eine Art Anger, im Dialog mit der bestehenden Schule erzeugt.

    Architektur

    Die zwei Wohnblöcke übernehmen am Straßenniveau die Funktionen des öffentlichen Raumes, es gibt keine privaten Wohnflächen: ein zur Hirschstettner Straße gerichteter Lebensmittelmarkt, Gemeinschaftsräume und Wohngemeinschaften gruppieren sich, durch gedeckte Terrassen mit den Letzten verbunden um gemeinsame Außenräume und bilden somit eine Kommunikationsebene für beide Baukörper.

    Wobei die beiden Jugend-WGs zwischen sich einen belebten Jugendspielspatz spannen lassen während die Gemeinschaftsräume ganz bewusst so in die Anlage gestreut werden, dass Verknüpfung mit Außenräumen unterschiedlicher Qualität entsteht, die den Räumen ihre charakteristische Verortung verleihen.

    Im größeren Baukörper, der ca. 65 Wohnungen beherbergt entwickelt sich das Atrium zu einer Halle mit quer gespannten Brücken, die der Erschließung folgend sinnvoll angebracht Möglichkeiten zum Verweilen und Austausch der Bewohner aller Generationen bietet. Über ein mit bestimmter Neigung geformtes Scheddach wird gezielt das flach einfallende Südlicht in den Wintermonaten in den Raum geholt, während in den Sommermonaten das direkte Zenitlicht auf ein Minimum reduziert wird, um so die Überhitzung zu vermeiden und trotzdem ein gleichmäßig belichteten mit Sonnenstrahlen durchfluteten atmosphärischen Aufenthaltsraum und optimale Bedingungen für die Pflanzenwelt zu schaffen.

    Im kleineren Baukörper sorgt äquivalent ein zum Luft-und Lichtraum erweitertes Treppenauge für optimale Bepflanzungsbedingungen und geschossübergreifende Sichtverbindungen.

    SMART – Wohnbauprogramm

    Von den insgesamt 118 WE sind 40 WE (ein Drittel) als SMART-Wohnungen konzipiert, wobei der Anteil von Startwohnungen (A-Typ) und Pärchenwohnungen (B-Typ) 20 WE (50%) beträgt. Für alle SMART-Wohnungen soll die Superförderung gemäß §6 Neubau VO in Anspruch genommen werden. Die Wohnungen werden den InteressentInnen in zwei Ausstattungspakten zu gleichen Konditionen angeboten.

    Freiraumkonzept

    Die Wohnanlage liegt in einem Raster aus Gleditsien, der sich aus einer parallel zur Schule gepflanzten Baumreihe entwickelt. So entsteht in Nähe der Bahnlinie ein atmosphärisch markantes Landschaftsgerüst, das zugleich eine verbindende Klammer zwischen den einzelnen Freibereichen bildet.

    Auf Seite der benachbarten Schule befindet sich ein baumbestandener Weg, aus dem sich entlang der beiden Häuser weitere Zugänge öffnen. Südlich des größeren Gebäudes entfaltet sich ein durch die Grünflächen gegliederter Freiraum: ein nischenreiches Vorfeld mit Gräsern und Stauden – akzentuiert durch eine Wasserfläche und ein anliegendes Holzdeck. Die beiden Häuser verbindet, eingespannt zwischen zwei Rasenpartien, der Ankerplatz als gemeinsame Mitte der Anlage.

    Der Jugendspielplatz, mit einem Belag aus EPDM belegt, wird durch eine leichte Topographie gegliedert, die zugleich als „Sitzhügel“ dient. Das Angebot umfasst Bewegungsspiele wie Streetball, Pull-up und Trampolin, sowie eine große Doppelschaukel. Für Kleinkinder ist hinter dem östlichen Gebäude ein großzügiger Sandspielbereich situiert, direkt zugänglich auch aus dem anliegenden Gebäude.

    Materialien und Pflanzpalette

    Vorgesehen ist ein Belag aus hellem Colorasphalt, der sich durch die gesamte Anlage zieht. Sitzkanten sind als Betonquader ausgeführt mit eingelassenen Holzauflagen.
    Als Bäume werden Gleditsien und Felsenbirnen gepflanzt. Staudenstreifen und Gräserzeilen gliedern die Grünflächen und schaffen prägnante Akzente.
    Die „Grüne Wand“ zwischen den beiden Bauteilen wird mit wildem Wein, Clematis und Glyzinien bepflanzt, wobei neben dem Erdanschluss (innenliegende) Pflanztröge auf verschiedenen Höhenlagen geplant sind, damit eine Berankung über die gesamte Höhe möglich wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebaulich überzeugt nach wie vor die schlüssige Positionierung der zwei Enzelbaukörper, da das Zusammenspiel von bebautem und nicht bebautem Raum eine Verwebung mit der heterogenen Nachbarschaft, insbesondere der großvolumigen Schule unterstützt und keine Rückseiten zulässt.

    Die Anmutung der Gebäude mit den abwechslungreichen, durchgehenden Loggien wird sehr positiv beurteilt. Die Anregungen für die Atrien und die innere Erschließung wurden aufgenommen und einladende Wege und Aufenthaltszonen geschaffen. Die Sichtbeziehung von Wohnung zu Atrium wird positiv zur sozialen Kontrolle beitragen. Das Erdgeschoß ist sehr gut gelöst, der Supermarkt so geschickt platziert, dass keine Rückseiite mit unaktraktiven Aussenwänden zu den Freiflächen entstehen. Die Grundrisstypen A - C funktionieren sehr gut.