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  • DE-80802 München
  • 02/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-217047)

Wohnraum für Alle!


  • Auszeichnung

    Video: https://flic.kr/p/CYubH4 Arrival City 4.0 - Bausystem zum integrativen Selbstbau, © Drexler Guinand Jauslin Architekten GmbH

    Projekt
    Arrival City 4.0

    Architekten
    DGJ Architektur GmbH, Frankfurt am Main (DE), Zürich (CH), Den Haag (NL) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Die heutige Migration nach Europa ist vergleichbar mit der Migrationsbewegung die Doug Saunders in seinem bekannten Buch ‘Arrival City’ beschreibt. Hier bauen sich die Neu Ankömmlinge ohne staat¬liche Unterstützung selbst Unterkünfte, qualifizieren sich beruflich und sprachlich und erarbeiten sich eine wirtschaftliche Grundlage durch die Gründung von Kleinst Unternehmen. Die entstehenden informellen Siedlungen sind kein Vorbild für die europäischen Städte. Dennoch können wir davon lernen, wie die Neu Ankömmlinge sic h aktiv an der Integration beteiligen. Arrival City 4.0 übersetzt diesen Ansatz in einen europäischen Kontext. Unser Konzept gibt eine klare Struktur vor, die dafür sorgt, dass die Gebäude den hiesigen technischen, städtebaulichen und baukulturellen Anforderungen genü¬gen und die Aussenwirkung der Gebäude ansprechend und nachhaltig ist. Arrival City 4.0 ist ein ausbaufähiges Konzept. Mit einer geringen Erstinvestition können in kurzer Zeit eine einfache Unterkünfte gebaut werden. Aber anders als normale Not Unterkünfte (Zelte, Con-tainer) eröffnet Arrival City 4.0 Chancen, zeitnah in ein dauerhaftes Gebäude konsolidiert zu werden, das einen wert¬vollen Teil der Stadt darstellt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf zeichnet sich durch seine einfache Grundkonzeption und gleichzeitig durch sehr viel seitige räumliche Qualitäten aus. Die Idee, den Geflüchteten die Chance zu eröffnen, selbst an der Gestaltung und Erstellung ihrer Wohnung mit zu wirken, damit Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und gleichzeitig aktive Integration zu ermöglichen überzeugt sehr. Besonders positiv beurteilt wird das prozesshafte Vorgehen mit dem Berücksichtigen zeitlicher Abläufe sowohl hinsichtlich Nutzungsdichte als auch in baulicher Hinsicht. Die Tragwerksstruktur erlaubt es, eine große Anzahl an variablen Grundrissen zu erstellen, die so optimal an die Bedürfnisse unterschiedlicher Haushalte angepasst werden kann. Dies ist besonders in Bezug auf die sehr schwer erfassbare Struktur der zukünftigen Bewohner ein großer Vorteil des Entwurfs. Besonders gefällt die Einrichtung einer Werkstatt im EG, die den sukzessiven Ausbau der unterschiedlichen Bauphasen vor Ort ermöglicht. Ein weiterer großer Vorteil des Entwurfs ist, dass das Gebäude schon vor der eigentlichen Fertigstellung genutzt werden kann und daher in sehr kurzer Zeit Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Schließlich ist hervorzuheben, dass hier die Integration der Bewohner in die Stadt in optimaler Weise angelegt ist.