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  • CH Bern
  • 01/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-6901)

Ideenkonkurrenz Ein Bild für die Region


  • Zuschlag Ausgewähltes Team

    Intarsie bei Köniz

    Architekten
    yellow z urbanism architecture, Zürich (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: lad+ landschaftsarchitektur diekmann, Hannover (DE)
    Verkehrsplaner: IBV AGW AG, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Region Bern Rurban

    Rurbanismus
    Die räumliche Entwicklung der Region Bern wird im vorliegenden Konzept stark verknüpft mit einer behutsamen Transformation der umgebenden Kulturlandschaft, deren prägendes Element die Koexistenz von Stadt und Land(wirt)schaft ist.
    Dieses gilt gleichermaßen für die Entwicklung in den Korridoren der Talachsen sowie den ländlichen Weilerzonen: \'Landschaftsintarsien\' und \'LandLofts\' bilden nicht zwei getrennte Konzepte, sondern beziehen sich beide auf die Transformation der land-(wirt)schaftlichen Region. Bern > eine Zukunft aus der Kulturlandschaft.
    Die land(wirt)schaftlich geprägten Stadtteile werden als Bestandteil einer zukunftsorientierten „rurbanen“ Entwicklung der Stadtregion Bern betrachtet, bei der Urbanität nicht länger ausschließlich auf die Kernstadt beschränkt bleibt und das Land ebenfalls als urbaner Potentialraum gelesen wird. Die Zukunft der Stadt ist, dass sie überall ist. Und daher auch überall als solche interpretiert und gestaltet werden will.

    Intarsien
    In den Entwicklungskorridoren entlang der ÖV Achsen sichern Landschaftsintarsien jeweils ein \'Stück Kulturlandschaft\' und formulieren ein gliederndes Grundgerüst für die weitere Siedlungs- und Landschaftsentwicklung. Bestehend aus einem weitläufigen, offenen Potentialraum (land of free), bilden die Intarsien gegenüber dem \'normalen\' Lebensraum der Agglomeration Gegenplatzierungen. Sie sind „Andere Orte“, definiert in ihrer Ausdehnung, aber inhaltlich offen für vielfältige Aneignungsformen. Sie zielen auf eine poetische Aufladung des Raumes, eine Besetzung mit Eindrücken und Stimmungen, die über die gängigen funktionalen Bestimmtheiten der Agglomeration hinausreichen. Die Landschaft der Intarsien ermöglicht mehrdeutige Begegnungen, ein Vis-a`-Vis paradoxer, vieldeutiger Motive und ambivalenter Stimmungen.

    Existierende Hoflagen fungieren als Kondensationskern im Wandlungsprozess und beschreiten eine Entwicklung in Richtung einer „Landwirtschaft zum Anfassen“: Freizeithöfe, Nahversorger, Pferdewirtschaft, Streichelzoo.
    Hierbei ist die Landschaftsintarsie weites, freies Feld, für die Allgemeinheit nutzbares Grasland, eine Allmende im Siedlungsraum.
    Bei Aufgabe der Hofstelle ist eine Extensivierung der Landwirtschaft im Hinblick auf einen gemeinschaftlich nutzbaren Möglichkeitsraum anzustreben, der die Offenheit und Weite der vorangegangenen Nutzung erhält, z.B. Mähwiese/Bürgerpark, Pferdekoppel/Prärie......


    Randspuren
    Die Intarsien erhalten intensivierte Ränder, die sowohl mit städtebaulichen als auch landschaftlichen Programmen angereichert werden können und nach innen und aussen wirksam sind. Sie sind thematisch stärker bestimmt, quasi aufgeladen, intensiver gestaltet und damit deutlich ablesbar in der durchschnittlich entflochtenen Stadtlandschaft der Agglomeration. Kriterien für die Qualifizierung der Ränder sind: Erhöhung der Dichte, Überlagerung/ Mehrfachkodierung, Eigenart, Zeichenhaftigkeit, Zugänglichkeit, und Nutzungsvielfalt.

    Definierte, grünräumlich oder baulich geprägte Ränder vergrößern die innere Oberfläche in den Entwicklungskorridoren und präparieren ein Stück Kulturlandschaft aus der umgebenden Feldflur. Durch die Ausbildung innerer Ränder wird die Kontaktzone von Siedlungsraum und Landschaft vergrößert und intensiviert („Mitten am Rand“)
    Der Rand erfährt in seiner inneren Oberfläche eine räumliche und inhaltliche Differenzierung, die sowohl mit der Landschaftsintarsie innen als auch mit der Siedlungsentwicklung aussen interagiert.
    Der Rand ist räumlich: Allee, Hain, Obstplantage, Baukontur,
    und funktional:
    Lebensraum, Wegetrasse, Sportparcours, Spiel_Feld, Ökotraverse.....

    Landlofts
    Die ländlichen Höfe und Weiler sind prägender Bestandteil der Berner Kultur-landschaft, sowohl in räumlicher - Siedlungspixel in freier Landschaft –, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht - Produktion von Landschaft durch Bewirtschaftung.
    Diese Eigenarten gilt es auch über die reine Funktion, einer sich im Umbruch befindlichen Landwirtschaft, hinaus nachhaltig zu erhalten und an zukünftige Entwicklungen anzupassen. Die Transformation der Argrarlandschaft bedingt eine veränderte Feldwirtschaft. Diese kann bei Aufgabe von Hofstellen eine Extensivierung bedeuten, andererseits kann aber auch bei Zusammenlegung von Höfen eine Veränderung des Landbaus erfolgen:
    Umbrüche in der Nahrungsversorgung (z.B. Lupinenansaaten für Eiweißprodukte, Slowfoodbewegung) Energie(land)wirtschaften (Rapsanbau für Biodiesel, .....) beinhalten Potentiale für eine nachhaltige landwirtschaftliche Bewirtschaftung.
    Das Konzept der LandLofts zeigt zukunftsfähige Möglichkeiten des Umgangs mit solchen Hofstellen auf, die aus der landwirtschaftlichen Nutzung - z.B. durch Zusammenlegung oder Aufgabe von Betrieben - herausfallen. Ziel des Konzepts ist nicht Wachstum, sondern eine behutsame Transformation und Anreicherung, die auch partiellen Rückbau beinhaltet. Eine Nutzungsänderung in Weilern und Höfen wird im Wandel des Landschaftsbildes sichtbar. Die Kulturlandschaft ist kein Status Quo, sondern schreibt sich entsprechend zukünftiger Feldnutzungen fort. Das so liebgewonnene Landschaftsbild der Region bestehend aus Wald, Wiese und Feld schreibt sich derart in die Zukunft fort.



    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.