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  • DE-14469 Potsdam, DE-14469 Potsdam
  • 04/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-215883)

Johan-Bouman-Platz


  • Engere Wahl

    © faktorgruen

    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Michał Herl, Ricardo Patings, Danilo Meixner, Martin Gass

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Idee
    Durch die Neugestaltung des Johan-Bouman-Platzes, wird auf dem Gelände des Bornstedter Feldes, mit seiner über 250 jährigen militärisch geprägten Nutzung, eine neue Quartiersmitte entstehen. Die Einbeziehung der unmittelbar angrenzenden Versickerungsmulde und Straßenbahnhaltestelle stärkt die Beziehung des Stadtplatzes mit seinem Umfeld und bildet infolgedessen eine städtebauliche Einheit. Durch die Integration der Mulde wird nicht nur eine klare Platzkante definiert, sondern auch ein attraktiver Vegetationsbereich mit vielfältigen Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Straßenbahnhaltestellen sind mit der Materialität des Platzes versehen, was zum einen den gesamten Raum in seiner Offenheit zusätzlich erweitert und zum anderen die Auftaktsituation in das Quartier verstärkt. Die offene und zugleich durchgehend ebene Platzgestaltung ermöglicht eine barrierefreie Erschließung über die Erich-Mendelsohn-Allee, der südlich gelegenen Ludwig-Boltzmann-Straße und aus der nördlichen Richtung des neuen Carrés.

    Oberflächen und Beläge
    Die Gestaltung des künftigen Johan-Bouman-Platzes stellt in der Räumlichkeit und Materialverwendung einen klaren Bezug zur ehemaligen militärisch geprägten Nutzung des Bornstedter Feldes her. Das Hauptaugenmerk des Entwurfes bildet ein Platzfeld, versehen mit einem Netz aus individuellen, geometrisch geformten Ortbetonplatten, welches aus einem typischen orthogonalen Plattenmuster hervorgegangen ist. Durch die gesamte Nutzungsänderung des Areals ist die Neuinterpretation eines orthogonalen Plattengefüges in Form und Farbigkeit eine schlüssige Reaktion. Dabei gelingt auf „Potsdams Paradestück“ nicht nur ein Brückenschlag zwischen der Historie und der Moderne, sondern auch eine identitätsprägende Ergänzung des charakteristischen Wohnquartiers. Die Oberfläche wird mit Besenstrich attribuiert um eine optimale Begehbarkeit und Barrierefreiheit für alle Altersgruppen, auch für Rollstuhlfahrer und Rollatoren herzustellen. Das Farbspiel der verschiedenen Platten erzeugt ein lebendiges Belagsmuster. Durch Herstellung eines entsprechenden Unterbaus ist der Plattenbelag in der Lage, sämtliche Nutzungen aufzunehmen. Mittels einer großzügig gehaltenen Platzsituation, entsteht ein urbaner sowie multifunktional nutzbarer Ort der Kommunikation und Begegnung. Ein kleiner Wochenmarkt findet ausreichend Platz und stellt in Zusammenhang mit dem Café bzw. der Bäckerei im neuen Carré, einen beliebten Treffpunkt für die Bürger und Besucher dar.

    Vegetation
    Punktuelle Baumpflanzungen (wie z.B. Acer cappadocicum ‚Rubrum‘ und Liquidambar styraciflua), mit ansehnlicher goldgelber bis leuchtend roter Herbstflor, interagieren mit kleinen Gräserstaudenbeeten (wie z.B. Calamagrostis x acutiflora ‚Karl Foerster‘, Stipa pennata) als akzentsetzende Gestaltungsmittel, wie auch sanfte räumliche Abgrenzun-gen zur Umgebung. Neben der Platane am südlichen Platzabschluss werden noch weitere Bestandsbäume entlang der Mulde in das Gestaltungskonzept integriert.

    Ausstattung und Möblierung
    An den Randbereichen des Platzes sind in der Geometrie der Ortbetonplatten angepasste Loungedecks aus Holz installiert, die durch ihre Multifunktionalität eine hohe Aufenthaltsqualität erzeugen. Die robusten Sitzmöglichkeiten werden von einem Betonsockel getragen und somit gegenüber der Platzfläche hervorgehoben. Die erforderlichen Fahrradbügel aus Flachstahl können harmlos am Rand des Platzes situiert werden, vorzugsweise in der Nähe der Straßenbahnhaltestelle und Einkaufsmöglichkeiten. In Zusammenhang mit den übrigen Möblierungselementen wie Abfallbehälter und Lichtstelen, wird durch ein einheitliches Design ein stimmiges Gesamtbild erzeugt. Das optionale Fontänenfeld prägt die neue Platzmitte und spricht nicht nur auf unterschiedlichste Weise die Sinne an, sondern lädt auch zum Bespielen ein.

    Beleuchtung
    Die mit dem Fugenbild des Platzbelags verteilten Lichtstelen unterstützen den Platz als charaktervollen Stadtraum und erzeugen eine warme zurückhaltende Lichtstimmung, ohne störend in Erscheinung zu treten. Gestaltungselemente wie die Loungedecks und das Wasserspiel werden durch gezielte Akzentbeleuchtung inszeniert und betont. Die Ausstattung mit modernster LED-Technik gewährleistet einen wirtschaftlichen und dauerhaften Betrieb.

    Realisierung
    Ein großer Vorteil des Entwurfs ist die Möglichkeit einer stufenweisen Realisierung. Durch die großflächige und robuste Materialverwendung des Platzfeldes, können einzelne Ortbetonplatten entfernt und durch Ausstattungselemente, wie. z.B. ein Fontänenfeld, ausgetauscht werden. Die dafür erforderlichen Infrastrukturen können in der ersten Realisierungsstufe verlegt und übrige technische Einrichtungen bzw. Ausstattungen in späteren Bauabschnitten installiert werden. Die gleichen Optionen einer nachträglichen Realisierung bestehen bei den einbezogenen Straßenbahnhaltestellen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.