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  • DE-85354 Freising, DE-82031 Grünwald
  • 03/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-230445)

Angerstraße


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    ver.de Landschaftsarchitektur, Freising (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: 03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE)

    Preisgeld
    22.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Bebauungskonzept ist auf den ersten Blick überzeugend – basiert es doch offensichtlich auf einer sehr gründlichen analytischen Erfassung der baulichen und strukturellen Vorgaben, die diesen Ort heute prägen.
    Auf die Heterogenität des baulichen Umfelds mit einer prägnanten städtebaulichen Figur zu antworten, ist offensichtlich eine ziemlich erfolgreiche Strategie. Drei Baufelder werden ausgewiesen, die Öffentlich und Privat trennen, die Erschließungsstraßen und Blockinnenbereiche definieren. Das ist städtisch gedacht und klar in der Abgrenzung und Annäherung der unterschiedlichen Qualitäten eines Wohnumfeldes.
    Zwei weitere Baufelder arrondieren im 2. Bauabschnitt die stadträumliche Setzung.
    Die Verfasser reagieren auf die unmittelbare Nähe zu den Bahngleisen und der Angerstraße mit einer fünfgeschossigen Bebauung. Sie ist schmal und die Wohnungen sind auf beide Seiten hin orientiert, sodass diese straßenseitigen Wohnhäuser auch angemessen auf die Anforderungen des Schallschutzes reagieren können.
    Von hier aus entwickelt sich über - relativ schmale – Wohngassen die Bebauung in die Tiefe des Baufeldes. Die Breite der Straße müsste auf die Belichtungsqualität hin überprüft werden, H/2 bringt vermutlich nicht die Qualität in die Gasse, die man sich hier gerne wünscht.
    Und dann, Richtung Nordwesten, löst sich die geradlinige Bebauung von dem konventionellen Straßenprofil und mündet in frei komponierte viergeschossige Bauteile, die auf eine schöne Weise den Übergang zu dem öffentlichen Grün herstellen. Das öffentliche Grün an dieser Stelle, als Vermittlung und Abstand zu der bestehenden Einfamilienhausbebauung zu platzieren, ist richtig gut.
    In diesem Grün liegt das Fremdgrundstück, dem allerdings ein Baurecht zugeschrieben werden muss. Ein großer Vorzug dieser Arbeit ist, dass sich das öffentliche Grün, das private Grün in den Innenhöfen, die aneigenbaren Gassen, die eigentlich verkehrsberuhigte Straßen sind, eindeutig definiert abbilden.
    Die Lage der Kindertagesstätte ist nicht optimal, eine Verlagerung in den südwestlichen Bereich wäre sicher angemessener.
    Die Erschließung erfolgt von der Angerstraße. Der prinzipiell klar deklinierte Aufbau der baulichen Entwicklung stößt nur an der Nordostgrenze mit der vollen Höhe an ein Einfamilienhausgebiet. Der Abstand ist mit über 20 Metern sicher nicht zu gering – es ist dieser Maßstabssprung, der die örtliche Entwicklung und Veränderung an dieser Stelle sichtbar werden lässt.
    Die genaue Position des Straßenverlauf im Bereich des südlichen Fremdgrundstücks müsste überprüft werden, denn in der vorliegenden Planung schneidet es dort ein – das ist nicht möglich. Vom Grünstreifen an der Bahn, der 20 Meter misst, hat man noch keine genaue Vorstellung, welche Qualität damit erreicht werden kann – vielleicht ein sattes, robustes Grün?
    Noch ein Wort zu den „Balkon-Küssen“: eine wirkungsvolle architektonische Geste an einer besonderes heiklen Stelle – !
    Zum Ideenteil ist noch zu vermerken, dass der Nahversorger gut und richtig positioniert ist, verschränkt mit der Parkebene.
    Die genaue Führung des Schleiferbaches ist nicht gelöst, eine Kanalisierung soll vermieden werden.
    Alles in allem ein sehr guter Beitrag für die hier anstehenden Planungsentscheidungen, der auf städtische Prinzipien und örtliche Qualitäten setzt.