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  • DE-35394 Gießen, DE-35390 Gießen
  • 05/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-215632)

Neubau Gefahrenabwehrzentrum (GAZ)


  • 2. Preis


    Architekten
    gildehaus.partner architekten, Weimar (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anne Tunkel

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: DANE Landschaftsarchitektur BDLA, Weimar (DE)
    Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Dr. Krämer GmbH, Weimar (DE)
    TGA-Fachplaner: Ingenieurbüro HIRSCH GmbH, Erfurt (DE)

    Preisgeld
    18.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser schlägt einen U-förmigen Baukörper mit einem Innenhof vor, der sich nach Norden öffnet. Es zeichnet sich ein klar strukturierter, kompakter Baukörper ab, der an der Südseite eine städtebauliche Kante bildet. Der nördliche Riegel wird begrenzt durch einen markanten Übungs- und Schlauchturm. Der Haupteingang an der südöstlichen Gebäudeecke mit Feuerwehreinsatzzentrale und Verwaltungsstab ist an der Stelle richtig platziert. Er ist fußläufig von den Parkplätzen über einen ansprechenden Vorplatz erreichbar.

    Die Orientierung im Gebäude in Längsrichtung zu den Ruheräumen und in Querrichtung zu den Verwaltungsräumen ist übersichtlich.

    Der erste Abmarsch erfolgt richtig über den nach Osten orientierten Alarmhof. Damit ist das Kriterium eines ungestörten, schnellen Abmarsches erfüllt. Der zweite Abmarsch erfolgt über den Betriebshof und eine zentrale Einfahrt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer dritten Abfahrt entlang der westlichen Grundstücksgrenze.

    Die Fahrzeughalle, Lager und Werkstätten sind klar voneinander getrennt und dennoch auf kurzem Wege erreichbar. Positiv an der Stelle hervorzuheben ist, dass sämtliche Funktionsbereiche erdgeschossig angeordnet sind.

    Die lärmintensiven Bereiche, Sportfläche und Gefahrgutübungsanlage sowie der Übungshof sind im nördlichen Grundstücksbereich richtig platziert. Die rückseitige Fassung der Tankstelle und der Fläche für Reststoffe / kontaminierte Stoffe wird auf der Rückseite als Tribüne zur Sportfläche genutzt.

    Die zweibündige Anordnung der Büros mündet an beiden Enden in die Unterrichtsräume mit vorgelagerten Foyers und eröffnet dadurch eine ansprechende Aufenthaltsqualität. Die geschlossene Innenraumzone in der Fahrzeughalle mit innenliegenden Umkleiden wird hinsichtlich der Kreuzung von Fahrverkehr und den Bediensteten kritisch gesehen.

    Kritisch gesehen wird ebenfalls die Unterbringung der Technik im Untergeschoss wegen einer möglichen Überschwemmung- und Rückstaugefahr. Die vorzusehenden Erweiterungsflächen für die Fahrzeughalle in Richtung Norden sind gegeben.

    Der Unterrichtsraum/ Funklehrgänge / Stabsraum / Leitstelle und IuK-Zentrale sind über ein eigenes Treppenhaus erreichbar. Negativ bewertet wird die Lage der Schulungsräume im 2. OG.

    Das Gefahrenabwehrzentrum präsentiert sich als III-geschossiger Baukörper mit Fensterbändern zur Eingangsseite. Die vorgeschlagene Ziegelfassade ist ansprechend und lässt keine hohen Unterhaltungskosten erwarten.

    Funktionalität und Anlagenstandard entsprechen dem derzeitigen Stand der Technik. Innovation und Nachhaltigkeit sind nicht nachgewiesen, ebenso die Wirtschaftlichkeit. Die gestaltprägende Auskragung der Obergeschosse ist sowohl nach Süden wie nach Osten durch die Weiterführung der Träger der Fahrzeughallen statisch gut gelöst. In der Halle besteht angesichts der gleichzeitig vorhandenen Längswände und der Innenstützen Optimierungspotential.

    Die Kenndaten liegen im Vergleich der Entwürfe im durchschnittlichen Bereich.

    Der Entwurf besticht durch seine klare Struktur sowohl in den Baukörpern als auch in der Organisation der Außenflächen. Diese Klarheit setzt sich in den geplanten Funktionsabläufen fort.