loading
  • DE-69117 Heidelberg, DE-69115 Heidelberg
  • 04/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-218149)

Pfaffengrunder Terrasse


  • 1. Preis

    Image Pfaffengrunder Terrasse, © capattistaubach

    Landschaftsarchitekten
    capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Thomas Steinborn, Tillmann Uhrig

    Preisgeld
    11.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Idee der Verfasser, die Landschaftstypen Wald und Lichtung in diesen Stadtraum zu implantieren ist gut nachvollziehbar und gefällt in der Umsetzung. Die weitere „Kultivierung“ dieser landschaftlichen Grundelemente führt in der entwurflichen Vertiefung und Gestaltung zu einer überzeugenden Gesamtgestalt. Die „Baumhalle“ aus Sophora gibt im Kontext zur Bebauung stadträumlichen Halt, spendet Schatten und schafft nutzbare Teilräume, und zwar ohne Großzügigkeit und Weite zu beeinträchtigen wegen des sehr hohen Kronenansatzes. Der raffiniert
    integrierte und leicht abgesenkte „Lawn“ als Lichtung stützt diese Weite, bietet weitere Nutzungsmöglichkeiten und zugleich gestalterische Qualität durch Ruhe ohne jegliche Überfrachtung. Wohltuend ist hier die zurückhaltende Bepflanzung.
    Das am Rand dieser „Intarsie“ liegende Spielband ist konsequent, richtig abgestuft was die Intensität angeht und weiter entwicklungsfähig.
    Die Fläche südlich ist zugleich Veranstaltungs- und Spielfläche, auch Bühne mit der Lichtung als Auditorium und wird so gekonnt vielen Nutzern und Aktivitäten gerecht. Kritisch gesehen wird allerdings der dargestellte Organisations- und Perfektionsgrad von Sportflächen an dieser Stelle wegen der weniger erwünschten evtl. Folgen wie Ballfangzäune, Nähe zum Radweg, Lärm o.ä.
    Die „Tree-Bühne“ ganz im Süden schafft einen guten Übergang zur Landschaft, ohne die Funktionen der Promenade zu beeinträchtigen.
    Café, WC und Wasserflächen im Norden liegen logisch und richtig, sind auch sinnvoll. Der Rahmen um das gesamte Ensemble in Form der Verkehrsflächen schafft durch Gestaltung und Materialität den Übergang zum Gadamer Platz auf selbstverständliche Weise. Inwieweit dies in der dargestellten Dimensionierung tatsächlich erforderlich ist, erscheint fraglich.
    Die Kosten liegen deutlich über dem Budget. Es wird Material mit mittlerer Qualität auf sehr großer Fläche vorgeschlagen, weiter sind Wasserflächen und eine hohe Anzahl an Funktionen vorgesehen.
    Zusätzlich ist eine große Anzahl von Bäumen in befestigten Flächen Teil des Entwurfs. Der Aufwand für den Unterhalt wird hingegen als niedrig eingestuft. Eine Realisierung innerhalb des Kostenbudgets erscheint dem Preisgericht dennoch möglich, da an mehreren Stellen reduziert werden kann, ohne die überzeugenden Grundideen zu schwächen.
    Insgesamt entsteht etwas ganz Eigenes, Deutliches und Besonderes, das vorhandene Qualitätenaufnimmt, entwickelt und Verbindungen herstellt.