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  • DE-85244 Schönbrunn
  • 04/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-231521)

Ortsentwicklung Schönbrunn


  • Engere Wahl

    © terra.nova I LAUX Architekten GmbH

    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Yvonne Baur, Theresa Bartl

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: LAUX ARCHITEKTEN GMBH, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ein Achsenkreuz gliedert und strukturiert den Ort. Es wird gebildet zum einen durch die Viktoria-von-Butler-Straße als vertikaler Magistrale und zum anderen durch einen übergeordneten Grünzug unter Einbeziehung von Kirche, Kloster und Schloss. Sinnfällig an dieses Achsenkreuz angelagert sind das geistliche Zentrum und diagonal gegenüberliegend die neue Ortsmitte. Diese klare Struktur geht in der konkreten Ausformung der Ortsmitte leider etwas verloren. Die Idee, die unterschiedlichen Gebäude mit einer umlaufenden Kolonnade zu fassen und damit einen witterungsgeschützten Aufenthalt im Freien zu ermöglichen, wird grundsätzlich positiv beurteilt. Kritisch hinterfragt wird aber der Umstand, dass diese Kolonnaden zum Teil mäandrierend auch hinter den Gebäuden verlaufen sowie die Tatsache, dass dabei erhebliche Höhenunterschiede zu überwinden sind. Um die gewünschte Wirkung entfalten zu können, müsste die Ortsmitte zudem in einem Zug erstellt werden. Die zentrale Wirkung des freigestellten Trafogebäudes entspricht nicht der Bedeutung und Qualität dieses Bauwerks. Während die Ortsmitte sehr detailliert ausgearbeitet wurde, erscheinen die übrigen Wohnbereiche eher schematisch. Auch wenn sich die aufgezeigten, sehr streng anmutenden Gebäudestrukturen am östlichen Ortsrand nach Norden hin etwas auflösen, entstünde eine bedenklich harte Siedlungskante, die bis auf die horizontale Grünachse bedauerlicherweise kaum einen Bezug zur Landschaft aufweist. Auch der Abschluss mit dem Parkdeck und Versorgungsküche sorgt dafür, dass das Erscheinungsbild von Osten her wenig attraktiv ist. Die aufgezeigten Strukturen sind gut geeignet, um inklusivem Wohnen und Leben den gewünschten Raum und Rahmen zu geben. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die differenziert ausgestaltenden Freiräume, die mit ihrer jeweiligen Charakteristik eine vielfältige Nutzung ermöglichen. Insgesamt trägt die klare Strukturierung von Straßen- und Raumabfolge zu einer guten Orientierbarkeit im Ortsgefüge bei. Die Verkehrsführung ist eindeutig und funktioniert gut. Kritisch gesehen wird der Umstand, dass die Stellplätze nicht immer dort angeordnet sind, wo sie benötigt werden. Der Entwurf verspräche eine wirtschaftliche Umsetzung, insbesondere aufgrund des sparsamen Flächen-verbrauchs. Die als Zielsetzung genannten Orientierungswerte sind übererfüllt. Insgesamt bleibt festzustellen, dass die Potentiale, die sich mit der Grundidee hätten erschließen lassen, leider nicht ausgeschöpft werden konnten. Der Beitrag stellt sich dennoch als ein im Vergleich höchst achtbares Projekt dar.