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  • DE-38444 Wolfsburg, DE-38444 Wolfsburg
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-214321)

Wohnen am Kurt-Schumacher-Ring


  • 1. Preis Nach Überarbeitung

    MODELL, © BAYER & STROBEL ARCHITEKTEN

    Architekten
    BAYER & STROBEL ARCHITEKTEN, Kaiserslautern (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU
    Ambivalenz im Städtebau: einerseits soll das neue Quartier sich in die für Detmerode typische Struktur einfügen (orthogonale Riegel, Hochpunkte im äußeren Bereich, fließender Außenraum), andererseits soll die vorhandene Bebauung aber auch um neue, zeitgemässe Qualitäten ergänzt werden (Wohnhöfe, Nachbarschaften, differenzierte Außenräume). Die gewählte Struktur aus winkelförmigen Baukörpern formuliert drei große Wohnhöfe aus, öffnet sich dabei aber großzügig zum Quartier nach Osten hin. Die „abgetreppten“ Hochpunkte im Westen zeichnen die Silhouette des Stufenhochhauses nach und verweisen dezent, aber weithin sichtbar auf den bedeutenden Vorgängerbau am Wolfsburger Stadteingang.

    Im Gegensatz zur Wettbewerbsarbeit soll der nördlichste Riegel entfallen. Der bestehende Nachbar im Norden wird mit in das Ensemble integriert. Dieser stellt nun die Platzwand des nördlichsten der drei Wohnhöfe dar. Die neuen Riegel können nun weiter auseinander gerückt und die Durchlässigkeit des Ensembles gestärkt werden. Die Abstandsflächen der neuen Gebäude können nun auch untereinander eingehalten werden, die Abstände der Hochhäuser steigen dabei mit deren Höhe nach Norden hin leicht an. Die Hochpunkte können sogar höher ausgeführt werden als im Wettbewerb (jetzt 8, 11 und 14 Geschosse), um weiterhin die geforderte Wohnfläche nachzuweisen und die Zeichenhaftigkeit des Ensembles noch zu stärken.


    AUSSENRAUM
    Das Grundstück ist klar zoniert. Es entstehen differenzierte, qualitätvolle und gut nutzbare Außenräume. Kleine Kopfgebäude im Osten fassen dabei die Wohnhöfe und markieren die Eingänge zum Quartier. Das freistehende Kopfgebäude im Norden (Solitär) fasst den nördlichen Wohnhof und stellt stadträumlich die Verbindung zum Nachbarn im Norden her.

    Wohnwege verbinden die Gebäude auf übersichtliche Art und Weise miteinander und ermöglichen die Durchwegung des ganzen Quartiers, auch in Nord-Süd-Richtung über Tordurchgänge. Die bauliche Struktur mit den drei Höfen ist insgesamt klar und ablesbar. In Verbindung mit der Anordnung aller Hauseingänge zu einem Wohnweg ist eine eindeutige Adressbildung gewährleistet.
    Die Anzahl der Nebengebäude für Müll, Fahrräder und die Zugänge zur Tiefgarage soll auf das absolut notwendige Maß reduziert werden. In der Außenraumgestaltung werden diese durch Baumreihen mit den Parkplatzflächen zusammengefasst.
    Die erforderlichen Stellplätze für die Autos können auf wirtschaftliche Art und Weise im östlichen Teil des Grundstücks (außerhalb der Wohnhöfe) bzw. in einer darunter liegenden natürlich be- und entlüfteten Tiefgarage (mit unmittelbarem Zugang zu den Häusern) nachgewiesen werden. Für die Fahrräder stehen ebenerdig sowohl dezentral angeordnete Fahrradbügel für Besucher oder Kurzzeitparker als auch auch abgeschlossene Stellplätze in den Nebengebäuden zur Verfügung.

    Eine Besonderheit sind die „Fahrradbahnhöfe“ im UG, die von den Mietern schnell und direkt über eine eigene Fahrspur in der Tiefgarage erreicht werden können, so dass die Bahnhöfe auch bei kurzen Zwischenstopps eine bequeme und sichere Abstellmöglichkeit darstellen. Optional können kleine Tiefhöfe angeordnet werden, welche aus der Struktur der Außenraumgestaltung heraus entwickelt werden und die Tiefgarage atmosphärisch mit Tageslicht versorgen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit hat mit - im Vergleich zur ersten Phase - größeren Öffnungen der Höfe nach Osten an Qualitäten gewonnen. Es werden der Nutzung angemessene Höfe mit guter Identitätsbildung geschaffen - eine gute, für die Siedlungsstruktur Detmerodes neue Qualität. Inwieweit sich die Struktur in die Siedlung einfügt wird kritisch diskutiert. Die geforderte angemessene Zeichenhaftigkeit wird sowohl in der Baukörperkonfiguration als auch der Fassadengestaltung vermisst.

    Die Erschließungen der Häuser und Wohnungen sind gut auffindbar, großzügig und hell. Die Laubengänge könnten noch weiter entwickelt werden. Es wird eine gute Durchmischung der Wohnungstypen großer Bandbreite vorgeschlagen. Die recht großen Baukörpertiefen führen zu einer höheren Wirtschaftlichkeit - bedingen aber zu einem hohen Anteil innenliegende Bäder - in den Bereichen der Laubengänge ist eine Belichtung über den Gang gewährleistet. Der Wohnungsschlüssel ist auf Kosten des Anteils kleiner Wohnungen nicht ganz eingehalten. Die Grundstruktur der Grundrisse erscheint jedoch tragfähig und anpassbar.