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  • DE-10117 Berlin
  • 06/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7037)

Architekturpreis Zukunft Wohnen 2007


  • Preis

    Fotos: Udo Meinel

    Projekt
    Apartmenthaus am Kurfürstendamm, Berlin

    Architekten
    HEIDE & VON BECKERATH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Private Bauherren: HGG/ OHG Onnasch Unternehmensgruppe, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Das Gebäude befindet sich am Lehniner Platz in Berlin-Charlottenburg und in unmittelbarer Nähe der Berliner Schaubühne, ehemals Lichtspieltheater Universum (Erich Mendelsohn, 1928). Die Umgebung ist, neben Altbauquartieren bürgerlichen Wohnens, geprägt von Gebäuden der 50er und 60er Jahre, der heterogenen Erscheinung der Westberliner Innenstadt entsprechend. Das Gebäude entspricht der maximalen Grundstücksüberbauung. Diese ist definiert über die seitlich freistehende Brandwand, die Volumenentwicklung im Hofbereich sowie durch die Überhöhung der Ecke. Die Fassaden zu den Straßen charakterisieren das Apartmenthaus als selbständiges Bauwerk. Dessen typologische Unschärfe möchte als Kommentar zu den heutigen öffentlichen und privaten Aspekten des Wohnens verstanden werden. Die Gebäudematrix entspricht zwei loftartigen Wohneinheiten je Etage. In einer Ausbauvariante verkörpern die Apartments einen eleganten Typus, der die Qualitäten der umgebenden Wohnquartiere respektiert. Die Korridore sind zu den Wohnräumen hin offen konzipiert. Entsprechende Schiebetüren sind integraler Bestandteil der Apartments und korrespondieren mit den Fensterfronten nach Westen und Südwesten, bewegliche raumhohe Elemente öffnen die Wohnräume zur Stadt.

    Der Aufbau der Wohnungen ist in drei Zonen gegliedert. Zum Hof liegen 1 oder 2 Zimmer, die teilweise direkt mit Bad- und WC-Räumen verbunden sind. Zentral angeordnete Korridore formulieren den Übergang zu den an der Straßenfassade gelegenen Wohnräumen. Das Verhältnis der Apartments zum Stadtraum ist Teil der Wohnkonzeption und findet in der großflächigen und geschosshohen Verglasung der Holzfensterelemente, die teilweise als Festverglasung, teilweise als Schiebetüren ausgeführt sind, ihre Entsprechung. Vor der Fensterebene befindet sich über die gesamte Länge der Fassade eine offene Metallbrüstung, die über Konsolen an der Fassade angebracht ist. Der Sonnenschutz wird über Fallarmmarkisen mit textiler Bespannung gewährleistet. Alle Wohnungen verfügen darüber hinaus über eine Loggia oder einen Balkon. Im 7. und 8. Obergeschoss befinden sich Maisonettewohnungen, die ihren Hauptzugang im 7. Obergeschoss haben. Großzügige Terrassen auf den Dachflächen, im Fall der rechten Wohnung als Auskragung über dem Dach des Altbaus gelegen, sind Merkmal der besonderen Lage. Sämtliche Terrassenbereiche sind mit einem Holzbelag und einer Metallbrüstung bzw. einer massiven Brüstung versehen. Ungenutzte Dachflächen sind begrünt.

    Eine Gestaltungsabsicht bestand in der möglichst neutralen Anwesenheit des Hauses: Ein Stadthaus in prominenter Lage, welches der Vertikalität von übereinanderliegenden, der Wohnnutzung entsprechend gleichen Räumen die Ähnlichkeit in der horizontalen Entwicklung entgegenstellt. Ein fein abgestimmtes Farbkonzept, welches alle Flächen und Elemente mit einbezieht, ist integraler Bestandteil der Architektur des Hauses. Für die Verwendung von offenporigem und gebrochenem Naturstein wurde ein Fassadenaufbau gewählt, der eigens für dieses Bauvorhaben entwickelt werden konnte. Es handelt sich dabei um einen feingliedrigen Zuschnitt im Zusammenhang mit einem Wärmedämmverbundsystem. Die Schwierigkeit bestand in der Eigenschaft des Steins, größere Mengen von Feuchtigkeit aufnehmen zu können und der entsprechenden Befestigung am System ohne Verletzung bestehender DIN-Vorschriften.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.