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  • DE-68199 Mannheim, DE-68161 Mannheim
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-217561)

Neubau eines städtischen Betriebshofes der Stadt Mannheim für den Fachbereich Tiefbau


  • 3. Preis

    Perspektive, © Lehmann Architekten GmbH

    Architekten
    Lehmann Architekten GmbH, Offenburg (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure: WTM Engineers, Hamburg (DE), Berlin (DE), München (DE)
    Tragwerksplaner: pin-planende ingenieure gmbh, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: w+p Landschaften, Berlin (DE), Offenburg (DE), Schiltach (DE)

    Preisgeld
    18.000 EUR

    Erläuterungstext
    Analyse und Strategie
    Auf dem städtischen „Gelände „im Morchhof“ in Mannheim Neckarau besteht die
    Möglichkeit, den neuen, zentralen Betriebshof der Stadt Mannheim anzusiedeln. Das Konzept für das neue Betriebsgelände entwickelt sich aus folgenden Überlegungen und Schwerpunkten:

    • Erstellung eines, auf den betrieblichen Abläufen basierenden, städtebaulichen Gesamtkonzeptes mit hochwertigen Arbeitsplätzen und Umfeld

    • Ausbildung geeigneter hochbaulicher Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmemissionen für die umliegende Bebauung

    • Integration / Berücksichtigung des Gebäudebestands, auch während der Bauphase

    • Nachhaltigkeit / energetisches Gesamtkonzept

    Städtebau, räumliches Konzept
    Das Konzept wurde auf Basis der erarbeiteten Machbarkeitsstudie entwickelt. Das Sozialgebäude für Mitarbeiter und Besucher mit den Umkleiden, den Aufenthaltsräumen und der Verwaltung definiert im Süden des Grundstücks den Eingang auf das Gelände und somit den städte- und hochbaulichen Auftakt.

    Ein großes, l-förmiges Gebäude und Dach bildet die räumlichen Ränder zum Westen und zum Norden des Geländes aus. Die Lärmemissionen des Betriebes zu der umliegenden Wohnbebauung werden somit effektiv eingedämmt. Entlang des westlichen Randes befinden sich die überdachten Stellplätze, im Norden die Werkstätten mit den zugeordneten überdachten Lagerflächen sowie das Innenlager.

    Die temperierte Fahrzeughalle befindet sich nördlich des Sozialgebäudes, die offenen Lagerflächen sind im Osten entlang der Böschung der Bundesstraße angeordnet.

    Die Anordnung der unterschiedlichen Gebäudeteile und Flächen ermöglicht einen optimalen betrieblichen Ablauf und berücksichtigt die wesentlichen Voraussetzungen zur Abschirmung der Lärmemissionen.

    Gebäudeplanung
    Verwaltung- und Sozialgebäude
    Das Verwaltungs- und Sozialgebäude ist der erste Anlaufpunkt für Mitarbeiter und Besucher und bildet daher den Eingang und Auftakt des neuen Betriebshofes. Es zeigt sich als offenes und der Nutzung angemessen repräsentatives Gebäude. Die Transparenz im Erdgeschoß nach Süden zum Eingang wird durch das Ausbilden eines Sockelgeschosses erreicht, in dem die Umkleiden untergebracht sind.

    So werden vom ebenerdigen Eingangsbereich zum einen die Umkleiden und zum anderen die Aufenthaltsräume, jeweils über ein halbes Geschoß versetzt, angebunden. Beide Bereiche sind so von außen wie auch vom inneren des Geländes leicht und barrierefrei erschlossen. Die Verwaltung befindet sich zusammenhängend im ersten Obergeschoß.

    Im zweiten Obergeschoß befinden sich die Registratur und Archive sowie die Räume der Gebäudetechnik. Das Anordnen in zwei von einander getrennten Gebäudeteile ermöglicht eine leichte Anbindung der Haustechnik in die unteren Geschoße und verleiht dem Gebäude eine angenehm skulpturale Anmutung.

    Werkstätten / Fahrzeughalle
    Die Werkstätten sind im Norden als Abschluss des Geländes geplant. Ihre Anordnung ermöglicht die gewünschte, direkte Anbindung zu den überdachten Lagerflächen sowie einen Ausblick und eine Orientierung zum Grünzug nördlich des Geländes.

    Die Fahrzeughalle ist wirtschaftlich mit zwei hintereinander angeordneten Fahrzeugen geplant. Die gewünschte Durchfahrbarkeit sowie die mögliche An- und Ausfahrbarkeit von beiden Seiten ist gegeben.

    Architektur, Materialität und Erscheinungsbild
    Die Gebäude sollen ein stabiles, wertiges und zeitgemäßes Erscheinungsbild erhalten. Es wird vorgeschlagen, die Fassaden aus einem Zusammenspiel von vorgehängten, strukturierten Keramikplatten und Stahl-Glaselementen zu entwickeln.

    Über die glasierten, farblich nuancierten Keramiktafeln wird der Zusammenhang von Sozialgebäude und Werkstätten / Fahrzeughallen hergestellt, die weiteren Materialien richten sich nach der Nutzung der Gebäude.

    Es werden weitestgehend ressourcenschonende und langlebige Materialien eingesetzt. So werden die Dachkonstruktionen der Hallen und Lagerflächen mit Holzwerkstoffen, die Konstruktionen des Sozialgebäudes mit Recycling- Beton vorgeschlagen.

    Freianlagen - Werkcampus
    Das Unternehmen, der Betriebshof der Stadt Mannheim wird Teil der neuen Stadtlandschaft, hier „Im Morchhof“. Die Planung der Außenanlagen folgt dem städtebaulichen Konzept des Areals. Der Vorbereich zum Sozialgebäude wird als Eingangsbereich einladend und angemessen repräsentativ ausgebildet. Vor den Aufenthaltsbereichen wird über den Umkleiden eine großzügige Außenterrasse angeboten.

    Östlich des Sozialgebäudes wird ein kleiner Hain als Filter zwischen Werkhof und Vorbereich ausgebildet.
    Mit den Grünflächen im Norden der Werkhallen bietet sich die Fläche zur Versickerung des anfallenden Oberflächenwassers an. Weitere klimaökologische Maßnahmen werden bei den Baumaßnahmen in vorbildlicher Weise berücksichtigt. Dazu gehören helle, wasserdurchlässige Belagsoberflächen und Solitärbäume mit schattenspendendem Blätterdach an den Parkplätzen.

    Die Dächer erhalten eine flächige, extensive Begrünung. Insgesamt betrachtet erhält der neue Betriebshof durch die Gehölzpflanzung an den Zufahrten und entlang der Grundstücksgrenze eine ausgewogene Einbindung in das Stadtquartier.

    Tragwerksentwurf
    Sozialgebäude
    Alle tragenden Gebäudeteile werden aus Stahlbeton erstellt. Es wird eine Kombination aus Wandscheiben und Stützen gewählt um eine gewisse Flexibilität zu erhalten. Das Deckentragwerk des Aufenthaltsraums im EG wird mittels Unterzügen (ca. b/h=30/60) realisiert. Das Raster beträgt ca. 5,60 m. Dieses Deckentragwerk fängt die darüber liegenden Stützen aus dem Obergeschoss, mittels Kragarmen, ab. Dieses begünstigt die Durchbiegung der Konstruktion in Feldmitte.

    Alle weiteren Deckenkonstruktionen werden als Flachdecke, mit einer Deckenstärke von ca. 25 bis 28 cm ausgeführt. In Ausnahmefällen übernehmen wandartigeTräger in den Obergeschossen die Deckenlasten und leiten diese in die darunterliegenden Bauteile ab.

    Die Aussteifung des Gebäudes wird über ausreichend vorhandene durchlaufende Wände, bzw. Treppenhaus- und Aufzugskerne, gewährleistet. Das Gebäude wird flach auf Streifen- bzw. Einzelfundamenten mit dazwischenliegender Bodenplatte gegründet.

    Hallen (Fahrzeug-, Werkzeug-, Lagerhallen)
    Das Haupttragwerk der Hallen sind Zweigelenkrahmen aus Stahlprofilen. Die Profile werden den statischen- und gebrauchstauglichen Anforderungen angepasst (Riegel ca. h=50 – 80 cm, Stützen ca. 25 cm). Diese werden gelenkig an der Gründung angeschlossen. Vereinzelt werden die Rahmen auch in den Einzelfundamenten eingespannt, um die Aussteifung der Hallen realisieren zu können. Dieses ist vor allen in Hallenmitte vorzusehen, da hier auf Auskreuzungen verzichtet werden muss. An den geschlossenen Giebelseiten können Auskreuzungen umgesetzt werden.

    Das Subtragwerk (Abstand 60-80 cm) wird aus Holzrippen (ca. b/h=6/30 cm) mit darüber liegenden Holzplatten gebildet. Diese Konstruktion nimmt die Lasten aus Dämmung, Abdichtung und extensiver Dachbegrünung auf.

    Alle Gebäude werden flach auf Streifen- bzw. Einzelfundamenten mit dazwischenliegender Bodenplatte gegründet.

    Energie und TGA - Konzept
    Aufgrund der Baukörperausprägung mit einer hochgedämmten Gebäudehülle (30 % unter den ENEV- Anforderungen) mit optimiertem Fensterflächenanteil sowie einem effizienten äußeren Sonnenschutz sind die wesentlichen Rahmenbedingungen für einen energie- und ressourcenschonenden Bau gegeben.

    Die Ergänzung des passiven energetischen Konzepts durch die Gebäudetechnik stellt sich wie folgt dar:


    • Kältetechnische Versorgung über eine zentrale Kälteanlage in Modulbauweise zur Wirkungsgradsteigerung und Erhöhung der Betriebssicherheit.

    • Wärmetechnische Versorgung über eine Gaskessel- Brennwertanlage.

    • Zur thermischen Stabilität werden die Decken aktiviert mit einem eingelegten Leitungsnetz um so eine Grundbeheizung sowie eine Reduzierung sommerlicher Spitzenwerte in den Räumen zu gewährleisten.

    • Einsatz von differenzdruckgesteuerten Pumpen der Energieeffizienzklasse A.

    • Gezielte Absaugung in den Werkstätten mit Ablüftern an den Schweissständen und Kfz Prüfständen.

    • Installation von Sonnenkollektoren auf dem Dach zur WW- Bereitung und Unterstützung der Gebäudeheizung.

    • Die Lüftungszentrale und der Rückkühler werden im Dachgeschoss vorgesehen, um einen unmittelbaren Anschluss der Aussenluft sowie den direkten Fortluftausblas zu gewährleisten.

    • Einsatz von Rotationswärmeaustauschern in den Lüftungsanlagen mit einem thermischen Wirkungsgrad von über 80 %.

    • Auslegung des Leitungs- und Kanalnetzes mit reduzierter Strömungsgeschwindigkeit zur Minimierung der Reibungsverluste und damit zur Hilfsenergieersparnis.

    • Steuerung der variablen Luftmengen der Lüftungsanlagen über eine Luftgütemessung in Kombination mit Frequenzumformer zur Ventilatorenregelung.

    • Es werden ausschließlich langlebige, wartungsarme und umweltfreundliche Baustoffe eingesetzt.

    • Zur Reduzierung des Primärenergiebedarfs sowie der inneren Wärmelasten der Beleuchtung wird eine tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung mit Präsenzmeldern eingesetzt. Es werden grundsätzlich nur Leuchtmittel der Energieeffizienzklasse A eingesetzt.

    • Alle Ventilatoren- Antriebe sind mit EC- Technik vorgesehen. Durch die integrierte Steuerungselektronik ist ein wirtschaftlicher Teil- und Volllastbetrieb gewährleistet.

    • Die Freiflächenentwässerung wird über Öl-/Benzinabscheider geleitet, um dann mit der Dachflächenentwässerung möglichst komplett auf den Grundstücksflächen versickert zu werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.