Das Projekt BUD & TERENCE vermag insbesondere mit der Klarheit des städtebaulichen Ansatzes zu überzeugen. Vorgeschlagen werden zwei Baukörper mit deutlich unterschiedlicher Volumetrie und Typologie, die sich mit einer Selbstverständlichkeit und hoher Sensibilität im vorgegebenen Kontext einfügen. Als Adresse des Werkhofes fungiert das klein gehaltene, zu den Bauten der Kantonpolizei gerückte Volu- men: mit seiner Positionierung unmittelbar beim Zufahrtstor des Areals markiert es unmissverständlich den Auftakt zur Gesamtanlage und den Eingang zum Werkhof. Das grössere, zur Parzellengrenze hin versetzte Gebäude, hält sich in respektvollem Abstand zu den bestehenden Bauten und ergänzt das entstandene ausgewogene Ensemble. Die Leichtigkeit der städtebaulichen Setzung wirkt klärend und strukturiert gleichzeitig den Aussenraum in unterschiedlich nutzbare Bereiche. Die Betriebsabläufe auf dem Areal funktionieren reibungslos und die Bewegungsführung bliebe selbst ohne Signaletikmassnahmen gut ablesbar. Unnötig, und eher als Bewegungshindernis für die Fahrzeuge, erscheint die Stützmauer, welche die Fahrspur parallel zur Einstellhalle von der mit der Kantonspolizei gemeinsam genutzten Zone abtrennt. Die Konzentration der Gebäude im östlichen Teil des Grundstückes schafft die geforderte, künftige Erweiterungsmöglichkeit des Werkhofes gegen Westen. Eine grosszügige Freihaltefläche für unabhängige Nutzungen auf dem Areal wird ebenfalls aufgezeigt.
Positiv gewertet wird auch der eigenwillige, architektonische Ausdruck, der über die Materialisierung in Sichtbeton und die markante Dachgestaltung erreicht wird. Das grosse Pultdach des langgezogenen Baukörpers entwickelt sich in Anlehnung an die topographische Setzung und wirkt in der Schnittentwicklung selbsterklärend. Dies trifft beim punktförmigen Volumen weniger klar zu. Die Stanzung des Pultdaches zur Schaffung der atriumartigen Dachterrasse schwächt hier die klare kubische Haltung. Die Öffnungen im Obergeschoss der Fassaden mindern zusätzlich die plastische Kraft dieses Baukörpers. Die Materialwahl entspricht einer adäquaten Formensprache für einen Werkhof und schafft ein homogenes, identitätsstiftendes Gesamterscheinungsbild. Das Raumprogramm verteilt sich mit einer natürlichen Logik auf die beiden Gebäude. Im grösseren Bau sind die Fahrzeuge und Maschinen untergebracht, im Kleineren die Laborräumlichkeiten und Büros. Eine Aussentreppe ermöglicht kurze Wege auf den Hof und in die Einstellhalle. Das leicht abfallende Terrain wird in diesem Projekt sinnvoll genutzt: im langgezogenen Gebäude wird der Höhensprung zur vollständigen Abtrennung des offenen, über die Gesamtlänge des Baus verlaufenden Aussenlagerbereiches eingesetzt. Mittels der hier eingeführten Trennwand wird ein Rückgrat geformt, wodurch die geglückte Organisation der höher gelegenen Fahrzeughalle mit mittlerer Fahrspur begünstigt wird. Statik und Fassadengestaltung des grösseren Kubus erscheinen folgerichtig und angemessen. Dem kleineren Volumen hingegen fehlt die Stringenz der architektonischen und konstruktiven Ausgestaltung noch. Der Haupteingang im Erdgeschoss mit Empfang auf dem oberen Geschoss lässt die gebührende Grosszügigkeit vermissen. Die Anordnung der Nutzungen auf drei Geschossen ist betrieblich suboptimal und wirkt in seiner Formulierung noch etwas unmotiviert. Die Aufteilung des Raumprogramms in zwei kompakte Gebäude mit unterschiedlichen energetischen Anforderungen ist geschickt. Die Bauweise mit Sichtbeton und einer inneren Wärmedämmung verspricht eine hohe Beständigkeit. Allerdings ist der Dämmstandard für die Anforderung Minergie-P im Verwaltungsteil nicht ausreichend; die Halle ist im Fassadenbereich gar vollständig ungedämmt. Die gute Gebäudehüllzahl, ein angemessener Fensterflächenanteil, ein funktionstüchtiger sommerlicher Wärmeschutz und eine einfache Struktur für die Medienführung stellen insgesamt eine gute Ausgangslage zur Umsetzung der Anforderungen dar.
Die Jury freut sich, mit diesem Projekt einen interessanten, insgesamt stimmigen Lösungsansatz für das Bauvorhaben gefunden zu haben. Die Eigenständigkeit dieses Vorschlags, die städtebauliche Disposition und der pragmatische Umgang bei der Materialisierung bringen eine klare architektonische Grundhaltung zum Ausdruck. Damit ist das Potential gegeben, auch die erwähnten Schwachstellen auszuräumen, so dass ein ausgereifter Bau realisiert werden kann, der den Verheissungen dieses Beitrags vollumfänglich nachkommt.
| Angelegt am | 01.06.2016, 16:07 |
| Zuletzt aktualisiert | 09.06.2016, 10:30 |
| Beitrags-ID | 4-122094 |
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