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  • DE-88682 Salem, DE-88682 Salem
  • 06/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-216813)

Für Salems neue Mitte: Rathaus-Neubau mit Tiefgarage und Marktplatz


  • 2. Preis


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    Architekten
    f m b architekten - Norman Binder, Andreas-Thomas Mayer, Stuttgart (DE)

    Verfasser
    Andreas-Thomas Mayer , Norman Binder , Prof. Dieter Faller

    Preisgeld
    24.500 EUR

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAULICHES UND FREIRÄUMLICHES KONZEPT:

    Der Baukörper des neuen Rathauses orientiert sich an den städtebaulichen Vorgaben des bestehenden Masterplans und bildet als "Gelenk" den zentralen "Stadtbaustein".
    Mit seiner polygonalen Grundform vermittelt er zwischen Marktplatz, Bürgerpark, Schlosssee-Allee und dem neuen westlichen Quartier und definiert damit gleichsam die umliegenden Stadträume...
    Der höhere Saal erlaubt eine differenziertere Ausbildung der Traufline und generiert flach geneigte Dachflächen welche die Plastizität und die Körnung des Baukörpers verfeinern...
    Die Fläche um das Rathaus stellen wir uns als "Teppich" aus im wilden Verband verlegtem Recycling-
    Pflaster vor. Vereinzelte "Bauminseln" dienen als Schattenspender und die Pflanztröge als Sitzbänke. Flache Wasserflächen mit Springfontainen trennen die Fläche für den Markt vom Vorplatz des Rathauses...

    MATERIAL UND GESTALT:

    Die kompakte, fünfgeschossige Baumasse wird mit einem "Kleid" aus vertikalen Holzlamellen umhüllt, welches den Baukörper "leicht und harmonisierend kleidet".
    Durch die perspektivisch unterschiedliche Dichte des "Kleides" wird dem Baukörper die "Schwere" genommen und er bekommt eine dem Ort und der ländlichen Umgebung angemessene Wirkung.
    Die Harmonisierung der Lamellen stärkt ihn als Solitär und verleiht im eine poetische Plastizität.
    Im Erdgeschoss springt der Baukörper zurück und bildet mit einer Arkade aus Weißbeton die Adresse mit den Haupteingängen zum Foyer und der Bücherei, welche sich großzügig zum Marktplatz hin öffnen.

    FUNKTIONALE ANFORDERUNGEN UND RAUMPROGRAMM, KONSTRUKTION:

    Das fünfgeschossige Rathaus füllt sich entsprechend den Vorgaben des Raumprogramms.
    Zwei notwendige Treppenhauskerne in der Nord- und Süd-West-Ecke bilden das Rückrat der Erschließung und des Brandschutzes und verbinden gleichzeitig die Tiefgarage mit der Platzebene. Sie gewährleisten die Anlieferung sowie unterschiedliche Schließbereiche je nach Öffnungszeiten und Veranstaltungen und machen das zentrale Atrium mit einer skulpturalen Wendeltreppe möglich.
    Eine Abtrennung in jeweils nicht mehr als 400 qm große Nutzungseinheiten je Ebene entlang der Nebenraumkerne zur Reduzierung der baulichen Anforderungen an den Brandschutz ist ebenfalls möglich.
    Das Atrium sorgt für eine natürliche Belichtung und eine attraktive räumliche Verbindung der einzelnen Geschosse bis hin zum oben liegenden Saal mit seiner angelagerten Bürgerterrasse und fantastischem Blick auf den Bürgerpark und den Schlosssee ...

    Die Stahlbeton-Skelettbauweise und eine "dünne", anthrazitgraue und z.T. mit Hochleistungs- Dämmpaneelen geschlossene Metall- und Glas-Fassade (Elementfassade) hinter dem "Lamellenvorhang" erlauben eine flexible Nutzung und Raumaufteilung sowie flexible Trennwandanschlüsse der unterschiedlich großen Räume an die Fassade.

    Die Holz-Lamellen sind starr oder je nach Himmelsrichtung und Bedarf flexibel mechanisch koppel- und drehbar und übernehmen die Funktion der Verschattung sowie des aussen liegenden Sonnenschutzes.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf für das neue Rathaus in Salem formuliert einen selbstbewussten klaren, städtebaulichen Baukörper „Stadtbaustein“ mit konischem Grundriss. Der Neubau wird geschickt auf dem zur Verfügung stehenden Gelände situiert. So können die gewünschten Bezüge zum Außenraum geschaffen werden.
    Das Freiraumkonzept wird überzeugend präsentiert. Der vorhandene Höhenversprung vom Bürgerpark zum Marktplatz hin wird durch die geplante Außenraumge¬staltung (Sitzstufen) gut integriert.
    Der Haupteingang öffnet sich sinnfällig nach Südosten zum Marktplatz hin und schafft so eine angemessene Eingangssituation. Ein großzügiges und funktional gut gelegenes Foyer verknüpft die gewünschten Funktionsbereiche miteinander. Die Wege sind kurz und übersichtlich und dies erleichtert die Orientierung im Haus und schafft so eine kommunikative Mitte. Gestärkt wird dieser Ansatz noch durch die alle Ebenen verbindende großzügige Wendeltreppe.
    Im obersten Geschoß befindet sich der große Sitzungssaal, der direkt mit dem zent¬ralen Vorraum räumlich zusammengeschaltet werden kann. Größe und Geometrie entsprechen den vielfältigen Nutzungsanforderungen. Der kleine Saal ist in seiner Lage und Anbindung gut gelegen und bei Bedarf getrennt erschließbar.
    Dem großen Saal wird im Nordosten eine Außenterrasse zugewiesen, die in ihrer Lage zu überzeugen weiß. Sie erscheint aber in ihrer architektonischen Ausprägung besonders im Bereich der Brüstungen formal überhöht.
    Die konstruktive Lösung und die Materialität der Innenräume erscheinen angemes¬sen, wenn gleich die Ausbildung der Konstruktion sehr zurückhaltend bearbeitet wur¬de. Das Fassadenkleid aus vertikalen Holzlamellen scheint in seiner Orientierung jedoch beliebig und weiß nicht zu überzeugen. Das Bild der eingestreuten Fenster¬rahmen hingegen ist nachvollziehbar und richtig gesetzt und ist konsequent aus den Innenräumen abgeleitet. Ein weiteres „Fenster'1 im Bereich der Südfassade (Bürger¬meisterzimmer, könnte noch ergänzt werden. Die plastisch-räumliche Außenwirkung von geschlossenen und offenen Fassadenelemente ist gekonnt vorgetragen.
    Der Entwurf liegt mit seinen Flächenkennwerten im wirtschaftlichen Bereich, beson¬ders gut ist das Verhältnis von BRI/BGF.
    Die architektonische Gestalt wirkt der Aufgabe gegenüber angemessen, besonders in Bezug auf die städtebaulichen Aspekte. Es handelt sich hier um eine selbstbe¬wusste, insgesamt gute Arbeit mit überzeugenden innen- und außenräumlichen Qua¬litäten. Überzeugend erscheint der zentrale Raum des „gemeinsamen Foyers“ als zukünftiger Kommunikationsmittelpunkt für ein lebendiges Gemeindeleben.


INFO-BOX

Angelegt am 14.06.2016, 11:09
Zuletzt aktualisiert 16.06.2016, 14:56
Beitrags-ID 4-122717
Seitenaufrufe 111

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