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  • DE-72202 Nagold
  • 06/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7150)

Grüne Urbanität - Landesgartenschau Nagold 2012


  • 3. Preis

    Entwurf Daueranlagen

    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: wich architekten, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser definieren auf ebenso kraftvolle wie einfühlsame Weise das Motto der Grünen Urbanität als eine dialektische Beziehung von städtisch gebauter und landschaftlicher Struktur, die Gegensatz und Verflechtung gleichermaßen zum Thema macht. Stadtlauf, Waldlauf, Flusslauf und Bachlauf sind Bilder, nach denen die vorgeschlagenen städtebaulichen und landschaftlich gliedernden Nutzungen und Gestaltungen in der Sequenz nachvollziehbar inszeniert und erlebbar gemacht werden.

    Unter weitgehendem Verzicht auf differenziertere Aussagen zum Gesamtraum beider Gewässer von der Messe bis zum Glockenrain - mit einer allerdings im Detail sorgfältig gestalteten Wegeführung - liegt der Schwerpunkt der Ausarbeitung in den zentralen Bereichen Stadtgarten/historische Altstadt und Riedbrunnen. Beide Bereiche stellen in einer individuellen Interpretation und gleichermaßen konsequent ein jeweils befestigt hartes und ein landschaftlich weiches Ufer von Nagold und Waldach gegenüber, verbunden durch Brücken, die durch das übergreifende Wegenetz folgerichtig begründet sind.

    In der herausgestellten sequentiellen Wegestruktur wird sowohl für die Altstadt wie für den Stadtgarten eine orientierungsleichte und erlebnisreiche Folge von Orten markiert. Der Stadt entlang lassen grüne Inseln, Themengärten und der kleine Stadtgarten den Verlauf der historischen Stadtbefestigung aufleben. Im Landschaftsraum verbinden klar herausgearbeitete Plätze, Brückenverbindungen und Grüngestaltungen vorhandene und neu entwickelte Nutzungsereignisse. Ein besonderes Erlebnis versprechen die behutsam in den Hangfuß und Wald eingelassenen Waldgärten und deren Wege- und Treppenverbindungen, mit denen funktionale und ökologische Interessen versöhnlich erscheinen.

    Es gibt allerdings auch Realisierungshindernisse: der Baumplatz liegt über einem dort vorhandenen Regenüberlaufbecken und die Waldgärten müssten teilweise hinsichtlich Topografie und Natur geprüft werden. Lobenswert ist das vorgeschlagene Gewässererlebnis durch schwimmende Gärten und intensiven Bootsbetrieb.

    Auch im Detail werden ebenso klare wie sensible Gestaltungsvorschläge gemacht, wie etwa die lang gezogene Stadtufertreppe zu Nagold und Waldach, mit der großzügigen offenen Stadtuferpromenade vom Schiffswehr bis zum ZOB oder die abgestufte Wegegliederung mit markanter Sitzkante am Hangfuß des Schlossbergs. Der lang gezogene Uferverbau wird bei einer Realisierung in der gesamten Länge aus gewässerökologischer Sicht allerdings kritisch bewertet.

    Im Bereich Riedbrunnen vereint eine klare, zugleich leicht gebrochene Ost - West gerichtete Bandflächenstruktur nicht nur die beiden Ufer der Waldach über die schöne zentrale Gewässeraufweitung und den - vielleicht etwas überdimensionierten - qualitätsvollen westlichen Uferplatz hinweg. Sie geben auch die Struktur vor für die zeitliche Entwicklung vom Ausstellungsgelände zum zukünftigen Siedlungsschwerpunkt, der in Teilen auch zeitnah realisiert werden kann. Das städtebauliche Ergebnis ist siedlungsstrukturell sowohl in seiner Offenheit für unterschiedliche Wohnformen wie auch in seiner Dichte und Orientierung dem kernstädtischen Standort im Viaduktbogen sehr angemessen.