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  • DE-72074 Tübingen, DE-70599 Stuttgart
  • 06/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-221565)

Neubebauung "Wohnen für Studierende" auf dem Unicampus Stuttgart-Hohenheim


  • 2. Preis

    © v architekten deffner voitländer, lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh

    Architekten
    dv architekten deffner voitländer, Dachau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dorothea Voitländer , Prof. Konrad Deffner

    Mitarbeit
    Sven Abe Tjalma

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE)

    Preisgeld
    18.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Entwurfsidee:
    Die Entwurfsidee, ein Studierendendorf "en miniature" in Form von sechs Häusern um eine gemeinsame, kommunikationsfördernde Mitte, schafft auf hervorragende Weise am nördlichen Campusrand in unmittelbarer Nähe zu den Sportanlagen einen Ort der Identität. Die Idee des studentischen Wohnens wird damit ebenso spannungsreich wie angemessen umgesetzt.

    Funktionalität:
    Die sechs Häuser gruppieren sich in leicht versetzter, doch sehr übersichtlicher Weise um eine Mitte, die der Hanglage in Nord-Süd-Richtung folgt. Die Eingänge der Gebäude werden folgerichtig von diesem zentralen Bereich über zurückgesetzte Eingangssituationen erschlossen.

    Den unterschiedlichen Wohntypologien (WGs und Appartements) wird mit den entsprechenden Haustypen Rechnung getragen, wobei das Preisgericht allerdings eine Durchmischung der beiden Typologien innerhalb der einzelnen Gebäude favorisiert. Die Erschließung und Anlieferung erfolgen auf schlüssige Weise. Die Gemeinschaftseinrichtungen liegen optimal in der Nähe der Eingänge zu den Häusern und orientiert zum zentralen Platzbereich.

    Städtbauliches- und freiraumplanerisches Konzept:
    Städtebaulich werden die Volumina des Bestandes im nördlichen Campusgebiet vom Entwurf adäquat aufgenommen und in schlüssiger Weise ins Baufeld eingepasst. Damit weist die Planung einen wohltuend ergänzenden Charakter für den Bereich der nördlichen Egilolfstraße auf.

    Die Gebäudetypologie ist gut gewählt. Volumina und Typologie leiten elegant zur differenzierten Bauweise des Wohngebiets auf der nördlichen Egilolfstraße über.

    Kritisch ist anzumerken dass die Höhe des Hauses B die vorgeschriebene Höhe von 9m deutlich überschreitet und daher voraussichtlich so nicht genehmigungsfähig ist. Die Behindertenparkplätze sind entgegen der Auslobung an der Straße und nicht auf dem Grundstück nachgewiesen.

    Architektonische und gestalterische Qualität:
    Der Entwurf besticht durch klare Baukörper, die in spielerischer Weise zueinander versetzt sind. Die innenräumliche Struktur ist knapp gewählt und verspricht einen wirtschaftlichen Betrieb.

    Angemessenheit der Mittel und Materialien:
    Durch die klare Ausbildung ähnlicher Baukörper ist die Bauaufgabe Studierendenwohnheim sowohl im Maßstab als auch in der Gebäudetypologie sinnvoll und angemessen umgesetzt.
    Die massive Schottenbauweise mit Massivdecken setzt die klare Grundrissstruktur über alle Geschosse konsequent um.
    Die gewählten Materialien werden begrenzt auf Beton (für das Tragwerk + hinterlüftete Fassade mit vorgesetzten Betonfertigteilen), Glas und Holzlamellen sind mit gleichmäßig durchlaufendem Raster eingesetzt und ermöglichen eine wirtschaftliche Umsetzung.
    Die geschlossene Verglasung bietet gemeinsam mit den Holzlamellen eine attraktive Aufenthaltsqualität. Ggf. zu überarbeiten sind die Fassaden im Hinblick auf öffenbare Fenster mit der Möglichkeit zum Ausblick.
    Mit der vorgeschlagenen Fallarmmarkise wird die Vorgabe der Auslobung nach Rollläden nicht eingehalten und sollte überarbeitet werden - gleiches gilt für die vorgeschlagene Festverglasung.

    Die Wirtschaftlichkeit (Bauökonomie, Nachhaltigkeit, Betrieb) liegt im mittleren Bereich. Der Entwurf bewegt sich bei allen Querschnittszahlen im mittleren Bereich und lässt eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten.

    Insgesamt ist durch die gewählten Materialien und die Einfachheit der Gesamtkonzeption ein wirtschaftlicher Betrieb zu erwarten.

    Freiraum:
    Der zentrale Freiraum bildet in gelungener Weise die kommunikative Mitte der Anlage. Richtigerweise erfolgt die Erschließung aus dieser Mitte, die als Raum für Begegnungen gut funktioniert.
    Der vorgeschlagene Hain aus Zerr-Eichen erzeugt in unprätentiöser Weise einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität und vermittelt eine entspannte Atmosphäre.
    Geschickt wird über einen Geländesprung von ca. 1,5 m die Topographie im Konzept integriert. Eine Stufenanlage überwindet diesen Geländesprung. Leider wird die barrierefreie Verbindung nicht ausreichend nachgewiesen, da die vorgeschlagene Rampe zu steil ist.
    Vermisst wird auch ein Vorschlag zur Möblierung der Hofsituation. Die Reihen aus Zierobstgehölzen in den Gebäudefugen unterstützen die städtebauliche Ordnung in gelungener Weise.