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  • DE-01445 Radebeul, DE-01445 Radebeul
  • 06/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-218773)

Neubau eines Hortgebäudes für die Grundschule Friedrich Schiller


  • 1. Preis

    Ansicht Ost, © O+M Architekten

    Architekten
    O+M Architekten BDA, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Carsten Otto , Christian Müller

    Mitarbeit
    Helen Preißiger, Georg Luhn, Joana Ragazinskaite, Felix Stahr

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter, Dresden (DE)

    Preisgeld
    9.600 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Entwurfsziel ist ein Hortgebäude, welches sich harmonisch und selbstverständlich in die städtebauliche Struktur integriert und ebenso ideale Räume und Raumbezüge im Inneren sowie vielfältige Möglichkeiten der Verknüpfung mit dem Außenraum bietet.
    Das Grundstück für den Schillerhort befindet sich in einem Wohngebiet, mit hauptsächlich solitären Wohngebäuden. Die umliegenden Bauten „fädeln“ sich an den Straßenkanten, mit nahezu gleichbleibenden Abständen zu deren Nachbargebäuden, auf.
    Die Quartiere zeichnen sich durch private Hinterhöfe aus. Es gibt vielschichtige Definitionen der Kreuzungs- und Eckbebauung, sowohl das Schließen der Ecke, als auch das Freimachen in Form von Plätzen, prägen das Quartiersbild.
    Der Neubau des Hortgebäudes ist als straßenbegleitende Bebauung vorgesehen und ordnet sich logisch in die vorhandene Bebauungsstruktur ein. Die Fluchten der Pestalozzistraße und der Schildenstraßen bilden die Kanten des Neubaus. Der neue Schillerhort rückt deutlich von dem Kreuzungsbereich ab und schafft damit einen grünen Platz und prägnante Adresse.
    Durch den so entstehenden Rhythmus zwischen Vor- und Rücksprüngen wird eine Geste geschaffen, die sich selbstverständlich und harmonisch in das Stadtbild einfügt und trotz der baulichen Großform die Kleinteiligkeit der Bebauungsstruktur fortsetzt. Gleichzeitig wird der gestaltete Hortaußenbereich optimal nutzbar gemacht, da er lärmgeschützt von Straßen und Kreuzung angeordnet ist.
    Die bewegte Gebäudeform schafft differenzierte Zuwegungsmöglichkeiten und wird durch die fliesende Dachlandschaft unterstrichen. Die Schulkinder erreichen auf direktem Weg, von der Pestalozzistraße, das Hortgebäude über den gestalteten Außenbereich. Die Zufahrt für den Wirtschaftshof und den PKW - Stellflächen liegt separat nördlich, an der Schildenstraße.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf besticht durch seine deutliche Einbindung in den städtebaulichen Raum. Durch den Schwarzplan wird dies ganz klar erkennbar. Der kompakte zweigeschossige Baukörper, der nicht über die Traufhöhe der angrenzenden Gebäude hinausgeht, ist gleichzeitig ein lärmabschirmender Riegel gegenüber der dahinterliegenden Außenspielfläche.

    Problematisch ist die Erschließungssituation von der Schildenstraße, die aufgrund seiner Lage an einer Hauptverkehrsstraße etwas abweisend ist und einen großzügigen einladenden Charakter vermissen lässt. Auch die notwendige Rampe zur Erreichung der Barrierefreiheit erscheint überarbeitungsbedürftig. Sinnvoll ist dagegen die Erschließung von der Pestalozzistraße zum im rückwärtigen Bereich des Gebäudes liegenden Haupteingang für die mit Fahrrad oder zu Fuß kommenden Hortkinder. Das Gebäudeinnere ist durch kurze Gänge klar strukturiert und erschlossen. Gelungen ist die Trennung zwischen Speise- und Bewegungsraum. Auch die Anordnung der Themenräume ist optimal für die Arbeit des Schulhortes.

    Durch seine Kompaktheit lässt der Baukörper weite Teil des Geländes als großen zusammenhängenden und für vielfältige Betätigungen nutzbaren Außenbereich, der entsprechend gegliedert ist und die Höhenabwicklung des Geländes aufnimmt. Die detaillierte Gestaltung des Außenbereiches mit den vielen aufeinander treffenden spitzen Formen bedarf noch weiterer Betrachtung. Viele Bestandsgehölze können in das Konzept integriert werden und führen zur schnellen Nutzbarkeit schattenspendender Bereiche. Die klare Trennung des Wirtschaftshofes mit den Parkplätzen vom Hauptzugang für Fußgänger und Radfahrer dient der Übersichtlichkeit und Sicherheit.

    Zu hinterfragen ist die Verwendung einer Holzfassade. Da keine weiteren Aussagen dazu getroffen wurden, sollte hier noch einmal über die Materialwahl hinsichtlich der Unterhaltungskosten nachgedacht werden ohne die zu erwartenden Baukosten zu erhöhen.