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  • 1. Preis

    Modell, © Banz + Riecks

    Architekten
    Banz + Riecks, Bochum (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Wiebke Fritsch, Caroline Kila, Pascal Moryson, Sabine Wagner, Lara Wilsch, Jan Hendrik Zausch

    Preisgeld
    21.000 EUR

    Erläuterungstext
    ZWEI ALS GANZES
    Mit beinahe gleicher Grundfläche und Kubatur wie der denkmalgeschützte Bestandsbaukörper entsteht das Magazin als Black Box im südöstlich anschließenden Park.
    Beide Baukörper, der eine, die ehemalige Landwirtschaftsschule, mit der komplexen Nutzungsstruktur von Öffentlichkeit und Verwaltung, in denkmalgeschützter Atmosphäre, sowie der zweite, das Magazin, gebäudeklimatisch und betriebskostenoptimiert, als reiner Funktionsbaukörper, bilden ein Ensemble, verbunden durch den beide Strukturen abbildenden Zwischenbau, mit Vertikalerschließungen, Eingang und Verwaltung.

    DENKMAL _ ZEITGEMÄSS
    Die Bewahrung der vorhandenen sowie die Wiedererweckung der verborgenen denkmalwerten Strukturen und Atmosphären sind die Aufgabenstellung und beschreiben die besondere Herausforderung für das Bestandsgebäude.
    Die Überlagerung mit den Nutzungsanforderungen für Öffentlichkeit und Verwaltung, von Stadtarchiv und Kreisarchiv, erreicht den zeitgemäßen, lebendigen, erlebnisdichten Mittelpunkt des Archivlebens in Soest, für jung und alt, für Soester Bürger und Gäste, als Ort des lebendigen Dialogs.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überzeugt durch ein gut proportioniertes Ensemble aus Alt- und Neubau. Die Fuge zwischen den Gebäuden bildet einen eigenständigen Zwischenbau aus, der den neuen barrierefreien Eingang enthält. Städtebaulich werden sowohl die Traufe des Denkmals als auch die Gebäudemaße des Altbaus aufgenommen und so das Bestandsgebäude als Mittelpunkt der Komposition positioniert. Besonders positiv werden die neu entstandenen zwei unterschiedlichen Höfe zwischen Alt- und Neubau definiert. Der Ausbau des Denkmals legt alle öffentlichen Nutzungen ins Erdgeschoss und schafft mit einem klaren inneren Erschließungskonzept eine gute Verbindung zum ausschließlich der Archivfunktion dienenden neuen Gebäude. Positiv wird die Nutzung des Zwischentraktes gesehen, der eine Präsenz beider Archive im Erdgeschoss erlaubt. Die Lesesaalaufsicht ist nicht an die Büros der Mitarbeiter angebunden. Nicht nur aus denkmalpflegerischen Gesichts - punkten kann die bis ins Dach vorgesehene Öffnung der Lesesäle wenig überzeugen. Auf jeder Geschossebene entstehen durch klare Erschließungsgänge kurze Verbindungen zum jeweiligem Archivmaterial. Das Raumprogramm der Verwaltung des Kreisarchivs ist nur eingeschränkt umgesetzt. Die Lage, Kubatur und Gestaltung des Neubaus fügen sich gegenüber dem Bestandsbau harmonisch ein. Aus Sicht der Denkmalpflege sind allerdings die Belichtung des straßenseitigen Dachraums , die Auflösung der rückwärtigen Raumwände im Erdgeschoss (Garderobe/Aufenthaltsraum) sowie die Deckenentnahme in den beiden Räumen (Lesesaal/Dienstbibliothek) nicht akzeptabel, da die Substanz und Erscheinung unnötig und wesentlich angegangen werden. Insgesamt stellt der Entwurf einen nachhhaltigen Beitrag für ein neues Kreis- und Stadtarchiv dar, der die kontextuellen Vorgaben des Umfeldes aufnimmt, in seiner Architektursprache mit den vorgesehenen Materialien Neues definiert und zwei neue hofartige Freiräume schafft. Die Wirtschaftlichkeit scheint gegeben.


INFO-BOX

Angelegt am 21.06.2016, 14:03
Zuletzt aktualisiert 05.07.2016, 12:52
Beitrags-ID 4-123185
Seitenaufrufe 190