loading
  • DE-64285 Darmstadt, DE-64295 Darmstadt
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-221477)

Quartiersmitte Lincoln-Siedlung


  • 4. Preis Quartierspark und -platz

    Lageplan 1:500, © foundation 5+ landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    foundation 5+ architekten landschaftsarchitekten, Kassel (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Heinz-Jürgen Achterberg , Prof. Dr. Hans-Peter Rohler , Michael Herz

    Mitarbeit
    Felicia Fölsch

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Charakteristisch für den Wettbewerbsbeitrag ist, dass das Baufeld mit Schule und Kita von den Grünanlagen umschlossen wird und dadurch eine Verbindung mit dem zentralen Park eingeht, was ein schlüssiges freiraumplanerisches Konzept ergibt.
    Der Quartiersplatz schafft einen großzügigen Vorplatz und Eingangsbereich zum Schulkomplex mit direkt anliegender Mensa. Die beiden eingestreuten Grüninseln sind konsequent in der Formensprache der „Landschafts-Schollen“, aber auf dem Quartiersplatz für die Zuordnung weiterer Nutzungen durch ihre geringe Größe nur bedingt raumbildend. Den Auftakt an der Heidelberger Straße bildet eine gepflasterte funktionale Fläche für ein Fahrradmietsystem, das als nur eingeschränkt einladende, relativ frontale Geste gesehen wird. Die erhaltenswerte Allee wird breit über den Platz geöffnet.
    Lange Sitzmauern an den Rändern der Grüninseln und der Grünfläche vor dem Schulkomplex dienen als Kontur und als Stützmauern bei Geländeunterschieden. Sie sind ein einheitliches Gestaltungselement, das sich auch im Park wiederfindet.
    Der Quartiersplatz leitet als geneigte Fläche in den Park über. Dem Schulkomplex vorgelagert ist eine seitliche Rasenspielfläche, deren Nutzbarkeit durch die gegenüberliegende Wohnbebauung eingeschränkt ist und zu Konflikten gerade bei öffentlicher Nutzung führen kann.
    Das Wegesystem im Park ist schlüssig und bis auf die Randwege an der Bebauung ausreichend dimensioniert. Es bildet Zugangsbereiche an den Ecken / Eingängen, die als Auftakt oder Verteiler in den Park fungieren. Der Eingangsbereich im Nordwesten bildet einen größeren Platzbereich aus, der aber keine weiteren Funktionen beinhaltet. Sitzbänke entlang der Wege sind wiederkehrende Elemente. Als Bodenbelag fungieren Ortbetonflächen mit Besenstrich wie auf dem Quartiersplatz.
    Der den Park durchquerende Nord-Süd Weg ist sehr selbstverständlich, in guter Führung von der Schule, soweit abgerückt, dass er funktionsfähig ist und zwischen Weg und Schule eine multifunktionale Grünfläche entsteht. Die Wegeverbindung zwischen den Kitas folgt lediglich dem Gehweg entlang der Straße. Beleuchtet ist nur der Hauptweg in Nord-Süd-Richtung, eine durchgängige Beleuchtung wäre wünschenswert.
    Die Spielbereiche sind zentral im Park im Nordwesten positioniert und der Wohnbebauung zugeordnet. Ergänzungsbereiche finden sich im Süden zwischen den Kitas mit Abstand zur Straße. Ihre Dimensionierung ist allerdings nicht ausreichend. Der Zick-Zack-Weg nach Norden ist motiviert durch die langen Sitzbänke an den Rändern und leichte Erdmodellierungen, könnte aber zur Verbesserung der Durchgängigkeit noch etwas geradliniger geführt sein. Auch der Anschluss an den Quartiersplatz fällt sehr schmal dimensioniert aus.
    Die Nutzungsangebote lassen Raum für Partizipation und die Entwicklung von kleineren Spiel- und Aufenthaltsbereichen im Norden sowie für naturnahe Spielangebote im Park. Die Rahmenstruktur lässt auch Spielraum für die Entwicklung von Angeboten an den Rändern, die bisher ausspart sind. Die Sandrasen bleiben als große zusammenhängende Fläche frei von funktionalen Freiraumangeboten und Gehölzpflanzungen, sie werden allerdings auch nicht thematisiert. Ein differenzierteres Nutzungsangebot für unterschiedliche Alters- und Nutzungsgruppen ist wenig verankert und wäre im Dialog mit der Bewohnerschaft zu entwickeln.
    Bei der pflanzlichen Ausstattung ist eine differenzierte Baumauswahl vorrangig. Gleichwohl wird der erhaltenswerte Baumbestand nur teilweise berücksichtigt. Die Ausstattungen mit Bodenbelag, Sitz- und Stützmauern ist einheitlich, aber auch ein wenig beschränkt. Da es keinerlei Treppenanlagen gibt, ist eine uneingeschränkte Erreichbarkeit über die Wegerschließungen gewährleistet.
    Das freiraumplanerische Konzept überzeugt trotz der dargestellten Einschränkungen funktional in vielen Teilen, insbesondere durch die Übergänge von Park, Außenanlagen KITA/Schule und Quartiersplatz als Entree und Hinwendung zum zentralen Grünraum. Insgesamt entsteht eine klar strukturierte Quartiersmitte für die Lincoln Siedlung.


INFO-BOX

Angelegt am 11.07.2016, 15:09
Zuletzt aktualisiert 13.07.2016, 15:35
Beitrags-ID 4-124188
Seitenaufrufe 224