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  • DE-64285 Darmstadt, DE-64295 Darmstadt
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-221477)

Quartiersmitte Lincoln-Siedlung


  • 1. Preis Zuschlag Hochbau mit Freianlagen

    kein Bild vorhanden
    Tragwerksplaner
    merz kley partner, Dornbirn (AT), Altenrhein (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt (DE)
    Landschaftsarchitekten: foundation 5+ architekten landschaftsarchitekten, Kassel (DE)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser platzieren eine kompakte, geschlossene Bauform in der in „Landschaftsschollen“ aufgelösten Parklandschaft, die sich bewusst von der Orthogonalität der Umgebung löst.
    Der Quartiersplatz erhält durch diese Kompaktheit mehr Raum und wird in großzügiger Weite zum besonderen Entree. Wie selbstverständlich nimmt der Quartiersplatz die Topografie mit ins Innere der Parklandschaft und leitet überdies in eine attraktive, halböffentliche Vorzone zur Schule über. So bildet sich eine identifizierbare Adresse. Die Schule korrespondiert mit dem Platz.
    Der zweigeschossige Baukörper in Form eines in sich ruhendem Gebäudekomplexes mit sehr intelligenter Funktionsaufteilung präsentiert sich im Inneren als ein lebendiges Zusammenspiel unterschiedlicher Funktionsbausteine, multifunktional-nutzbarer Verkehrs-und Abstandsflächen und kleinen raumbezogenen Lichthöfen.
    Mensa, Gymnastikhalle und Eingangslichthof beleben den Platz, während die Sporthalle im Inneren gegen die Heidelbergerstrasse abschirmt. Dieser Bereich ist auch für Dritte, Vereine und Bürgerschaft problemlos zu nutzen. Positiv ist, dass die Sporthalle über den Lichthof mit der Gymnastikhalle verbunden werden kann und mit der Mensa gemeinsam bespielbar ist. Die Mensa erschließt sich nach Norden und Süden in eigene Außenflächen (Innenhöfe) und ermöglicht somit ein unterschiedliches Erleben.
    Die Schuleinheiten als Cluster sind über den ebenfalls schulgenutzten Pädagogik-, Bibliotheks- und Musikräumen zum Park aufgestapelt. Die funktionale innere Ordnung ist ausgesprochen schlüssig und widerkehrend klar strukturiert. Alle Unterrichtsräume sind straßenabgewandt platziert und mit eigenen Nebenfunktionen versehen.
    Getrennt durch den durchgesteckten multifunktionalen Schulhof schiebt sich der im Westen gelegene ebenerdige KITA-Bau unter die Klassenraumlandschaft und rundet den Kubus mit jeweils für jede Gruppe zugeordneten Gartenbereichen im Süden ab.
    Damit sich ergibt sich eine komplexe Lernlandschaft in bester Lage mit jeweils eigenen Terrassen. Beide Nutzungseinheiten haben einen eigenen, zweiten und schlüssigen Auftritt mit Adressbildung.
    Der zweite, intimere Schulhof zwischen Mensa und Bibliothek führt im Park zu den Sportflächen. Er ist gleichzeitig zuschaltbare Zwischenzone und intimeres Entreè. Die Sportflächen und die quer zum Park vor die Schule gelegte Laufbahn leiten in den Park über und werden vom öffentlichen Raum optisch und faktisch dezent durch Sitzmauern getrennt.
    Die Erschließungszone mit den Parkplätzen vor dem Baukomplex im Süden rückt sehr nah an die schützenswerte Allee heran an der Heidelberger Straße und ist allenfalls mit Mindestmaßen zwischen Gebäude und Allee angeordnet. Die Fahrradstellplätze im Norden sind nur umwegig zu erreichen, könnten aber auch am breiten Eingang zum Platz angeordnet werden. Eine Andienung der Mensa über diese Erschließungszone ist fraglich.
    Die Kita im Süden hat einen eigenen Zugangsbereich. Die Außenbereiche im Südwesten sind durch umlaufende Sitz-/Stützmauern und zwei kleine Innenhöfe charkterisiert. Der Schulhof teilt sich auf in zwei Innenhöfe in Ost-West-Richtung, ein größerer durchlaufender südlich und ein kleinerer nördlich bis zur Sporthalle. In Nord-Süd-Richtung verbindet beide zum Park hin bis zum Quartiersplatz eine Laufbahn, die allerdings gequert werden muss, um die dort angeordneten Wippen und Schaukeln zu erreichen. Sitz- und Stützmauern markieren in der Fortsetzung der Kitafreiflächen im Süden auch hier den Übergang zum Park.
    Die Einheitlichkeit des Gebäudekomplexes spiegelt sich auch in seiner äußeren Erscheinung wider. Die Fassaden sind gebäudeumfassend entwickelt und die Funktionen repräsentierend gestaltet. Die Wechselwirkung opaker und transparenter Anteile entwickelt aufgrund der einheitlichen Materialwahl (Klinker und Sichtbetonbänder) besondere Reize. Das regelhafte Nebeneinander von Klassenräumen und integrierten Terrassen löst die Massivität in Leichtigkeit auf. Die großformatigen Fenster und Terrassen ermögliche Aus- und Einblicke sowie Lichteinfall bis in die Tiefe des Gebäudekomplexes. Innenhöfe und Räume sind trennbar und zuschaltbar. Gemeinsam mit den Lichthöfen entstehen grüne Klassenzimmer. Insgesamt ermöglicht das Konzept hohe räumlicher Flexibilität und Zukunftsfähigkeit.
    Im Schulbereich sind Abschnitte zu bilden, die sich zur Zeit noch nicht selbstverständlich in die vorhandene Struktur einbinden lassen. Über Platz zu Westseite sind Feuerwehrzufahrten anzulegen. Im Kontext der Rettungswegethematik sollte das Thema Rampe, das auch unter dem Gesichtspunkt der Inklusion von Bedeutung ist, betrachtet werden. Eine Rampe könnte kompensieren, dass im Gebäude nur ein Aufzug vorhanden ist.

    Überarbeitungsempfehlungen
    - Die Schulbushaltestelle und die Zufahrt zu den Stellplätzen sind zu überarbeiten (Höhenprofil)
    - Müllstandorte und Technikflächen sind unterirdisch zu vermuten, allein die Anbindung fehlt
    - Optimieren Raumprogramm, Anpassung einzelner Raumgrößen an Wettbewerbsvorgaben
    - Feuerwehrzufahrt westlich bis zur KITA nachweisen
    - Andienung Mensa
    - Zufahrt PKW Stellplätze und Anordnung
    - Abgrenzung Schulhof/Spielflächen zum Quartiersplatz
    - Anpassung/Optimierung Fahrradstellplätze (auch überdacht)-> gilt für KITA und Schule
    gleichermaßen
    - Kinderwagenstellplatz bei KITA
    - Müllstandort KITA/Schule definieren
    - Schulbushaltestelle an Zugang Schule anpassen!!

    Der Entwurf ist minimalistisch, funktionell, wirtschaftlich und energetisch hochwertig, also eine nachhaltige Antwort auf ein differenziertes Raumprogramm und sich überlagernder Interessen in hoher städtebaulicher Qualität und werthaltiger, zeitloser Architektursprache. Die kompakte bauliche Interpretation des vielschichtigen Anforderungsprofils antwortet mit der gewählten Kubatur des zweigeschossigen Rechtecks mit Atrien adäquat auf die gewollte Dichte im Gesamtquartier und stellt einen wertvollen, gleichzeitig robusten Stadtbaustein für das Lincoln Quartier dar.


INFO-BOX

Angelegt am 15.07.2016, 14:14
Zuletzt aktualisiert 14.02.2017, 10:39
Beitrags-ID 4-124453
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