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  • DE-85250 Altomünster, DE-85250 Altomünster
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-238226)

Pfarrheim St. Alto und Birgitta


  • ein 4. Preis

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    t17 Landschaftsarchitekten, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: NEUMANN & HEINSDORFF ARCHITEKTEN, München (DE)

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche Entwurfskonzept beruht auf der peripheren Positionierung des Saalgebäudes im Osten des historischen Gartens, eng angelehnt an die historische Klostermauer. Damit wird eine geringe Fläche des Gartens beansprucht, leider wirkt der kubische Baukörper aber relativ massig.

    Mit der einfachen Erschließung über einen gedeckten Gang in Verlängerung des vom Auslober angebotenen Durchbruchs im Bereich der Garagen des Remisengebäudes gelingt eine zwanglose Wegeführung und die Blickverbindung vom St.-Birgittenhof in den historischen Pfarrgarten. Die geometrisch bedingte Einengung des Durchgangs wird durch die Einfügung eines breiteren Portals in Verbindung mit einer trichterförmigen Verglasung elegant überspielt. Die bestehenden Fenster des Remisengebäudes werden vermauert, um den Eingang zusätzlich zu betonen. Die Zonierung in Heckengarten/Hof, freie Wiese und Obstwiese ist abgeleitet aus der Gebäudekonfiguration und bildet eine attraktive Freiraumabfolge. Der Terrassenteil im Wurzelraum der Buche wird kritisch gesehen. Der Besucher wird selbstverständlich auf den geplanten Wegen durch den Garten geführt.

    Positiv bewertet wird die konsequente Zweiteilung der umlaufend gleichen Fassaden mit einer „erdgeschossigen“ Verglasung und der darüber liegenden „holzbekleideten Attika“. Die damit umlaufende verbundene visuelle Öffnung des Gebäudes bedingt im Grundriss die nötigen gut funktionierenden Nebenräume, unbelichtet als „Filter“ zwischen Foyer und Saal (bzw. Mehrzweckraum und Chorraum) anzuordnen.

    Die strenge geometrische Grundrissordnung findet ihre Entsprechung in den halb- und viertelzylindrischen Deckenformen. Sie erinnern an historische Raumformen, und stellen mit ihren modernen Konstruktionen eine legitime und angenehme Referenz zum Ort her. Durch die doch zu geringe Distanz der Saalfassade zur Klostermauer fehlt der Außenraumbezug des Saales zum Garten. Mehrzweckraum und Chorraum an den Schmalseiten des Baukörpers können dem Saal über flexible Wände dem Saal zugeschlagen werden und bieten schöne Ausblicke in den Garten bzw. einen wohlproportionierten Hof zwischen Neubau und dem Altbaubestand im Südosten. Konstruktiv lässt sich der gedachte Holzbau leicht und wirtschaftlich realisieren, zum Dachtragwerk liegt keine Aussage vor.

    Altbau: Denkmalpflegerisch ist der Entwurf unproblematisch. Funktional sind allerdings Defizite bei der Erfüllung der Flächenansprüche (Gruppenräume) und Bereichsgliederung (Jugendbereich) anzumerken. Um das Gastzimmer im Osten des Obergeschosses neutral zu erreichen, wird eine nicht geforderte Bibliothek angeboten.

    Insgesamt bietet die Arbeit ein starkes städtebauliches Konzept, das in der konkreten Umsetzung leider einige Schwächen aufweist.


INFO-BOX

Angelegt am 20.07.2016, 15:01
Zuletzt aktualisiert 27.07.2016, 16:39
Beitrags-ID 4-124783
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