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  • DE-82031 Grünwald, DE-80995 München
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-238297)

Wohnquartier an der Ratoldstraße


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Teamwerk Architekten, München (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeigt einen sehr eigenständigen, städtebaulichen Ansatz. Entlang der Nord-Süd-Achse entstehen hofartige Hausgruppen, die mit kleinen Quartierplätzen oder Grünräumen gegliedert werden. Diese kleinen Orte befinden sich zumeist in Verlängerung der bestehenden Straßen. So entsteht eine gute Vernetzung mit dem Bestand und zusammen mit dem neuen Grünraum entlang der Bahn eine hochwertiger Freiraumverbund. Die Bestandsgebäude sind elementar für diese kleinen Orte und sollen alle erhalten werden.
    Die städtebauliche Figuration versteht sich als Referenz an die Bestandsgebäude aus den 1960er/1970er Jahren – ein mutiger Ansatz, der in der Jury intensiv positiv aufgenommen wird. Im mittleren Bereich des Areals, wo sich das Gegenüber ändert, verliert das Konzept jedoch an Überzeugungskraft.
    Mit der vorgeschlagenen Parzellierung und Rhythmisierung integriert sich die neue Bebauung in das Umfeld. Die einzelnen Häuser gruppieren sich zu hofartigen Nachbarschaften und schaffen damit zugleich einen städtebaulichen Abschluss zur Bahn, der den Lärmschutz gewährleistet. Die Erschließung und Erreichbarkeit der Gebäude im Westen wird indes kritisch gesehen.
    In Nord-Süd-Richtung wird neben der Tiefe der Höfe auch die Geschosszahl der Gebäude variiert, so dass entlang Ratoldstraße und Raheinstraße präzise auf die Nachbarschaft reagiert werden kann. Einzelne Teilbereiche wie beispielsweise zwischen Dülferstraße und Herbergstrasse werden jedoch in Bezug auf Abstand zwischen den Häuser und zum Straßenraum in Frage gestellt.
    Die Höfe zeigen eine große Vielfalt an privaten und teilprivaten Freibereichen. Schwierig sind in diesem Zusammenhang die erdgeschossigen Wohnungen, die nur wenig Abstand zu den anderen privaten Freiflächen oder einer möglichen Durchwegung bieten. Zudem wird die Feuerwehr diesen Bereich befahren müssen.
    Der Quartierplatz südlich des Discounters wird begrüßt, allerdings erscheint die Zuwegung zur U-Bahn sehr schmal. Die Überbauung der Park-and-Ride-Anlage erscheint eher beliebig.
    Für den Biotopverbund entlang der Bahn wird ein Raum reserviert, der – mit privaten Vorzonen kombiniert –relativ großzügig wirkt. Auf des Fehlens einer wirksamen Abgrenzung der Biotopbereiche wird deren Funktion durch überlagernde Erholungsnutzungen jedoch absehbar beeinträchtigt. Hier wird das Optimierungspotential – für den Freiraum wie auch für die Bebauung bzw. die Hofdimension – nicht ausgeschöpft. Eine im Entwurf hinsichtlich Lage, Höhe, Qualität und Material nicht näher definierte Lärmschutzwand kann die Biotopqualität erheblich einschränken (Durchlässigkeit, Verschattung) .
    Die gezeigten Grundrisse funktionieren gut, zeigen aber keine Qualitäten, die über den Standard hinausgehen und den städtebaulichen Ansatz unterstützen. Der vorgeschlagene Straßenquerschnitt in der Ratoldstraße mit Senkrechtparkern und Baumreihe erscheint im Zusammenspiel mit dem Städtebau eher beliebig und neutralisiert den städtebaulichen Ansatz.
    Insgesamt zeigt die Arbeit einen interessanten und intensiv diskutierten städtebaulichen Ansatz, der nicht in allen Abschnitten des schmalen Baufelds optimal komponiert ist und in der genaueren Ausarbeitung Qualitätsmängel offenbart.