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  • DE-82031 Grünwald, DE-80995 München
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-238297)

Wohnquartier an der Ratoldstraße


  • 3. Preis

    1000, © grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplander partnerschaft mbb; florian krieger architektur und städtebau gmbh

    Landschaftsarchitekten
    grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb, Freising (DE), Freising (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Felix Ziegler

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: florian krieger architektur und städtebau gmbh, Darmstadt (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Leitidee basiert auf der Entscheidung, eine räumliche Sequenz vom öffentlichen Straßenraum, über vorgelagerte Höfe hin zu gemeinschaftlichen Innenhöfen zu schaffen. Die entstehenden Freiräume versprechen eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität.
    Das insgesamt tragfähige städtebauliche Gerüst wird aus der Variation einer offenen Hofstruktur entwickelt, die durch Schrägstellung einzelner Blockschenkel den öffentlichen Raum zum Kontext verbindet. Die mehrfache Reihung der verschränkten Baublöcke wirkt durch die daraus entstehende Anordnung der Platzräume oftmals beliebig. Eine stärkere Differenzierung der Wohnhöfe und der verknüpfenden Freiräume wäre wünschenswert. Kritisiert wird die etwas beliebige Anordnung der Eingangshöfe, die sich eher aus den gewählten Modulen als aus Nachbarschaftsbezügen ableitet. Der Zuschnitt der Baufelder ermöglicht fast durchgehend eine gute Orientierung der Wohnungen.
    Die Tiefgaragen sind von der Ratoldstraße aus erschlossen. Alle Treppenhäuser sind in Konsequenz zur konzeptionellen Leitidee - einer klaren Trennung zwischen Innen- und Außen des Blockes - von den Außenseiten erschlossen. Die Gebäudetypologie lässt es nicht zu, die privaten Innenhöfe von Feuerwehrzufahrten freizuhalten.
    Im nördlichen Teil löst zwar die parallel zur S-Bahn verbleibende Winkelbebauung den Lärmschutz, bleibt aber im Anschluss zum kleinteiligen Kontext nach Osten zu schematisch. Die prägende städtebauliche Figur mit dem lärmschützenden abgewinkelten Rand soll im fließenden Traufverlauf eine architektonische Entsprechung finden. Diese Interpretation wirkt im wahrsten Sinne des Wortes „etwas aufgesetzt“.
    Der zentrale Platz an der S-Bahnstation lässt Raumkanten vermissen. Die Einzelhandelsfläche im Bereich der P+R Anlage ist hinsichtlich der Umsetzbarkeit nicht verifiziert.
    Die gewünschte durchgehende Radwegeverbindung lässt im Bereich des Quartiersplatzes Fragen offen.
    Die Verfasser berücksichtigen die Vorgaben zur Breite des Biotopkorridors, sowie zum Abstand zwischen Korridor und Bebauung durchgängig. Aufgrund des Fehlens einer begleitenden öffentlichen Grünfläche sowie einer klaren Abgrenzung der Biotopbereiche wird deren Funktion durch überlagernde Erholungsnutzung absehbar erheblich beeinträchtigt.
    Lärmschutztechnisch sieht der Beitrag ausreichend Abstand zur Bahn vor und bietet mit durchgesteckten Wohnungsgrundrissen eine tragfähige Lösung an. Einzelne Wohnräume sind jedoch zur Bahn orientiert und können daher nicht natürlich belüftet werden. Die Kitafreiflächen an der Raheinstraße benötigen eine Abschirmung entlang der Bahn.
    Insgesamt legen die Verfasser einen soliden Wettbewerbsbeitrag mit einer robusten städtebaulichen Figur vor, die mit ihren gereihten Modulen ein wenig schematisch wirkt, jedoch gute Wohnqualitäten schafft und eine wirtschaftliche Realisierbarkeit erwarten lässt.