loading
  • DE-10785 Berlin
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-199146)

VfA Studenten-Wettbewerb 2015 ELYSIUM - Die Rückeroberung der Stadt


  • Anerkennung

    Anerkennung Deborah Dietrich

    Anzeige


    Studenten der Architektur
    Deborah Dietrich

    Preisgeld
    500 EUR

    Erläuterungstext
    Der Rosensteinradweg ist ein Radschnellweg und stellt eine Neuheit für die Stadt Stuttgart dar. Das Potenzial der durch Stuttgart 21 freiwerdenden Gleisflächen wird hier in bestmöglicher Weise für eine nachhaltige Mobilität genutzt, die ein neues Kapitel in der mit Luftverschmutzung geplagten Landeshauptstadt aufschlagen kann. Erklärtes Ziel des Oberbürgermeisters Fritz Kuhn ist die Reduktion des Autoverkehrs im Stadtverkehr um 20%. Da vor allem der Pendlerverkehr hier ein deutliches Entlastungspotenzial bietet, sollte für diese der Umstieg auf ein umweltfreundlicheres Verkehrsmittel attraktiv sein. Die Verbindung von Bad Cannstatt in die Stuttgarter City ist eine viel genutzte Strecke. Besonders hier gibt es ein großes Potenzial an Umsteigern. Die Länge des Radschnellweges beträgt 3,5 km und kann bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h innerhalb von 10 min geradelt werden; eine Dauer, die mit dem Auto nicht zu übertreffen ist, schon gar nicht zu Stoßzeiten. Das Einzugsgebiet des Schnellweges beschränkt sich nicht auf Bad Cannstatt. Der Radweg soll eine intermodale Mobilität fördern. Aus diesem Grund ist Anfang und Ende der Strecke an Punkten gelegen, an denen der rasche Umstieg auf andere Verkehrsmittel möglich ist. Es kann also auch von einer weiteren Umgebung mit der Bahn angereist werden oder aber mit dem Auto einen der P+R-Plätze angefahren werden um von dort die Bahn und schließlich den Radschnellweg zu benutzen. Der Rosensteinweg kreuzt am Neckarufer den Neckartalradweg, auf dem Pendler beispielsweise von Esslingen mit dem Rad kommen und dann auf den Radschnellweg für die letzten Kilometer in die Innenstadt einbiegen können.
    Am Hauptbahnhof Stuttgart kann dann entweder das Fahrrad abgestellt werden oder aber direkt bis zum Zielpunkt weiter geradelt werden. Möglich ist nach dem Abstellen des Fahrrades aber auch der Umstieg in Zug, U-Bahn oder Bus.
    Das Konzept des Radweges auf dieser Strecke gibt der Eisenbahnbrücke und dem Eisenbahntunnel eine zukunftsfähige Nutzung. Es erhält diese nach Fertigstellung von Stuttgart 21 nicht nur, sondern macht sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar.
    Um dem Radschnellweg einen Wiedererkennungswert auf ganzer Strecke zu geben, wurde ein Gestaltungskonzept gewählt, was sich über die Strecke hinweg den verschiedenen Gegebenheiten anpassen kann. Elliptisch geformte Bögen von 7 m Breite und 6 m Höhe überspannen in verschiedenen Ausformungen den 5 m breiten gesamten Radweg. Ihnen wird bei unterschiedlichen Streckenabschnitten eine zweite oder gar dritte Bogenreihe zugeschaltet, die eine jeweilige parallele Nutzung aufnimmt. Solch eine parallel verlaufende Bogenreihe bietet im Bereich der Brücke, des Tunnels und des Parks einen Fuß- und Sportweg an.
    Die Bögen können außerdem einige Zusatzelemente bzw. -funktionen aufnehmen. Auf ganzer Strecke übernehmen diese Bögen beispielsweise die Funktion der Beleuchtung, da ein Radschnellweg eine ständige Beleuchtung erfordert. Im Bereich des Cannstatter Bahnhofs, wo ein hoher Schallpegel auf Grund der in nächster Nähe verlaufenden Bahngleise herrscht, werden Schallschutzelemente eingesetzt. Auf den Bögen der Rosensteinbrücke werden Solarpaneele montiert, die für die Stromerzeugung des höheren Beleuchtungsbedarfs im Tunnel genutzt werden. Aufgrund von Sicherheitsbedenken wird im 330 m langen und gerade verlaufenden Tunnel die trennende Wand zwischen den beiden Tunnelröhren aufgebrochen und durch Stützenpaare ersetzt. Diese ermöglichen eine breitere Wahrnehmung und eine hohe Transparenz dieses Streckenabschnitts.
    Der Radweg erhält außerdem über einen farblich auffallenden Bodenbelag einen hohen Wiedererkennungswert. Eine kunststoffgebundene Decke ist nicht nur besonders dauerhaft im Außenraum, sondern lässt auch eine freie Farbgestaltung zu.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit berücksichtigt viele Aspekte der Aufgabenstellung und besticht dabei durch ihre
    Einfachheit. Eine bestehende und zukünftig ungenutzte großräumige innerstädtische Bahnverbindung wird in einen Radschnellweg umgestaltet und stellt sowohl eine bauliche
    Einladung für eine nachhaltige Mobilität als auch einen Beitrag zu einer besseren Lebensqualität in der Stadt dar. Das Gestaltungskonzept ist durchdacht und überzeugend und scheint realisierbar.


INFO-BOX

Angelegt am 22.07.2016, 14:01
Zuletzt aktualisiert 28.07.2016, 13:16
Beitrags-ID 4-124959
Seitenaufrufe 155

Anzeige







Anzeige