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  • CH-8755 Ennenda, CH-8755 Ennenda
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-220606)

Umbau und Erweiterung Alterszentrum Bühli


  • 1. Rang

    Dachaufsicht

    Projekt
    Hans im Glück

    Landschaftsarchitekten
    SIMA | BREER, Winterthur (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Rolf Heinrich Breer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: nuak Architekten, Zürich (CH)
    Bauingenieure: Gruner Wepf AG, Zürich, Zürich (CH)
    TGA-Fachplaner: Nay + Partner AG, Stansstad (CH)
    TGA-Fachplaner: W L P, Rapperswil-Jona (CH)

    Preisgeld
    40.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt „Hans im Glück“ schlägt die Erweiterung des bestehenden Alterszentrums mit einem zweigeschossigen, rechtwinkligen Anbau im Norden und einem dreigeschossigen, geknickten und den Höhenlinien folgenden Seitenflügel im Westen des Areals vor. Beide Ergänzungen folgen einer präzisen Analyse des Bestandes und werden als „direkter“ Anbau an den Bestand verstanden.
    Städtebaulich entsteht eine neue Gesamtfigur aus Bestand und Erweiterung, welche im Norden ein neues Gesicht mit einer attraktiven Adressierung erhält und sich als geknickter, fliessender Winkelbau nach Südosten zur Landschaft und den Bergen hin öffnet. Durch die geschickte, seitliche Ergänzung des bestehenden Alterszentrums bleibt die mit den schräg abgetreppten Zimmern äusserst charakteristische Südfassade des Bestandes komplett unverbaut und ermöglicht allen Zimmern weiterhin eine freie Sicht in den offenen Landschaftsraum.
    Der Vorbau im Norden bildet zusammen mit der neu gestalteten Verbindung zu den benachbarten Alterswohnungen eine grosszügige, attraktive Adresse der Gesamtanlage. Durch die Neugestaltung des Haupteinganges an der Nordwestecke und durch die Platzierung der Cafeteria zum Vorplatz hin, gelingt es den Projektverfassern, den Zugangsbereich zu einem wahren „Dorfplatz“ für die Bewohner zu entwickeln, welcher hohe Aufenthaltsqualitäten bietet und Begegnungen fördert.
    Auch im Inneren offenbaren sich durch den neu gestalteten Eingangsbereich neue Qualitäten und eine fliessende, gut belichtete öffentliche Zone. Die Empfangstheke wird gekonnt mit dem Kiosk verbunden und bildet zusammen mit den bestehenden Toilettenanlagen einen mittigen Servicekern, welcher neu umlaufen werden kann und die internen Betriebsabläufe verbessert. Der südöstliche Speisesaal wird entlang der ganzen Südfassade auf die gewünschte Grösse erweitert und bildet zusammen mit den erdgeschossigen Administrations- und Aktivierungsnutzungen im westlichen Erweiterungsbau eine öffentliche Klammer, welche den südlichen Terrassenbereich attraktiv belebt.
    In den Obergeschossen des Erweiterungsbaus werden die zwei Wohngruppen für Bewohner mit Demenz als attraktive Rundlauftypologien entwickelt. Eine seitlich angeordnete Treppe und ein mittiger Lift führen die Bewohner ins Zentrum des Wohngeschosses. In diesem Bereich der Volumeneinschnürung befinden sich folgerichtig der Pflegestützpunkt und die nach beiden Seiten ausgerichteten Aufenthaltsbereiche. Die Korridorflächen sind als Endloswege attraktiv konzipiert und bieten an unterschiedlichsten Stellen differenzierte Aussenbezüge in die Landschaft. Möblierte Sitznischen an den zentralen Erschliessungsknoten kreieren eine wohnliche Atmosphäre und ermöglichen unterschiedliche soziale Treffpunkte.
    Die Wohngruppe 1 im 1. Obergeschoss erhält durch das Ausnutzen der Hanglage einen direkten Ausgang in den westlich angeordneten Demenzgarten. Leider verfügt die Wohngruppe 2 noch nicht über einen direkten Aussenzugang zu diesem westlichen Garten, was sehr bedauert wird. Über die seitlich angeordnete Erschliessungstreppe ist jedoch ein „niederschwelliger“, innerer Zugang möglich.
    Der Erweiterungsbau wird auf allen drei Geschossen jeweils direkt mit dem Bestand verbunden und ermöglicht damit optimale betriebliche Abläufe und personelle Synergien.
    Die Zimmer sind ebenfalls von hoher Qualität. Vor allem die Zweibettzimmer überzeugen durch ihre Längsausrichtung entlang der Fassade und den beidseitig zum Eingang gut möblierbaren Nischen. Damit lassen sich zwei gleichwertige Bereiche für beide Zimmerbewohner gestalten und fördern die Privatsphäre sowie die gewünschte Wohnlichkeit.
    Der Anlieferungsbereich im Untergeschoss bleibt bestehen und wird mit einem Nebengebäude als Unterstand für Transporter und Container ergänzt. Das bestehende Untergeschoss bleibt grösstenteils erhalten und wird nur leicht umorganisiert. Nachteilig ist die fehlende Anbindung an den vertikalen Erschliessungskern des Erweiterungsbaus. Diese ist aus betrieblichen Gründen auf jeden Fall vorzusehen. Der Erweiterungsbau wird als Hybridkonstruktion vorgeschlagen. Der Stahlbeton-Skeletbau wird mit vorfabrizierten Holzrahmenelementen an der Fassade ausgefacht und ermöglicht damit eine effiziente und ressourcensparende Bauweise. Durch die klare Trennung von Primär-, Sekundär- und Tertiärstruktur wird ein Gebäude vorgeschlagen, welches langfristig auf sich ändernde Bedürfnisse reagieren kann.
    Die vertikale Verkleidung des Erweiterungsbaus aus glasfaserarmierten Betonelementen führt das Thema der Fassadensegmentierung des Bestandes in einer zeitgemässen Form weiter und ermöglicht damit, beide Volumen zu einem Ganzen zusammenzufassen, ohne dabei die bestehende Fassade zu kopieren.
    Die Parkseite der Anlage ist grosszügig, weit und offen angelegt und lädt die Dorfbewohner ein, die Anlage zu nutzen. Der Demenzgarten ist geschützt nach Westen ausgerichtet. Leider steht er direkt nur einer Wohngruppe zur Verfügung. Der Bestand wird gut genutzt und aufgewertet. Die Wege fügen sich schön in die Topografie ein und werden gekonnt von Baumgruppen begleitet.
    Hingegen wirkt der Vorplatz etwas uninspiriert, funktional aufgeräumt und wenig einladend, wie nicht dazugehörend.
    Gesamthaft handelt es sich beim Projekt „Hans im Glück“ um einen auf sehr hohem Niveau differenziert ausgearbeiteten Vorschlag, welcher sowohl städtebauliche, als auch innenräumliche Qualitäten aufweist und als Gesamtanlage zu überzeugen vermag.
    Die innenräumliche Organisation der Grundrisse und das geschickte Zusammenfügen der Einzelteile zu einem neuen Ganzen bestechen in ihrer konsequenten Haltung und verleihen der bestehenden Anlage eine neue Identität.