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  • DE-79639 Grenzach-Wyhlen
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-238739)

Neue Mitte Grenzach


  • ein 3. Preis

    © yellow z & Treibhaus & monokrom (Visualisierung)

    Projekt
    Rathaus vs. Grüne Mitte

    Architekten
    yellow z urbanism architecture, Zürich (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Oliver Bormann , Prof. Dr. Michael Koch

    Mitarbeit
    Simone Risse

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Beitrag ist gekennzeichnet durch zwei in ihrer stadträumlichen Struktur ähnliche Vorschläge, die sich in den vorgeschlagenen Nutzungen und der Ausgestaltung der öffentlichen Räume grundsätzlich unterscheiden. So bietet er eine gute Diskussionsgrundlage zu der Frage, was an diesem Ort mit und ohne Rathaus möglich ist und welche Nutzungsmischung, welcher Ausdruck und welche Verdichtung der Neuen Mitte angemessen sind. Die Leitidee, die vorhandenen Bandstrukturen zu ergänzen und zu stärken, wurde im Hinblick auf die vorgeschlagenen neuen Nutzungen in beiden Alternativen gut und schlüssig umgesetzt. Stadträumlich bildet sich die Bandstruktur eher nicht ab. Als „Band“ könnte allenfalls der Z-förmige Steg über die Bahngleise interpretiert werden, der als bemerkenswerter, eigenständiger Beitrag zur Verbesserung der Scharnierfunktion des Bahnhofsareals zwischen dem historischen Ortskern und dem neuen Zentrum auf der nördlichen und der Industriezone und den Naherholungsbereichen auf der südlichen Seite der Bahnlinie gewertet wird. Bestimmendes Element des Beitrags ist ein großer, in seiner Grundform quadratischer Platz inmitten des Plangebiets, etwas abgerückt von der Basler Straße. Bei der Rathausvariante ist er als weitgehend befestigter, urbaner Stadtplatz ausgebildet und der bestehende Park wird von einer Bebauung freigehalten. Das Konzept ist schlüssig und stellt einen interessanten Beitrag zur Lösung der Aufgabe dar. Ohne Rathausbau wird hingegen eine „Grüne Mitte„ vorgeschlagen – geprägt durch Rasenfelder für Spiel und Aufenthalt, vergleichsweise schmalen Durchwegungen, einer aufgelockerten Randbebauung und der Belegung des bestehenden Parks mit zusätzlichen Wohnhäusern. Ob mit einem Gebietscharakter, der vorrangig durch Grün und einen hohen Anteil an Wohnnutzungen, auch in den Erdgeschosszonen, geprägt ist, eine attraktive, lebendige Mitte für Grenzach entstehen kann, wird vom Preisgericht in Frage gestellt. Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum ein neuer Grünraum geschaffen, der bestehende Park jedoch bebaut werden soll. Der Drogeriemarkt ist an der Hauptstraße richtig zugeordnet, Die Anlage der Parkierungsmöglichkeiten unterirdisch ist zwar aus Sicht der Betreiber nicht optimal, ist aber aus Sicht des Gesamtkonzeptes logisch. Allerdings sind mit der Idee der „Grünen Mitte“ die Ziele der Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der Neuen Mitte als städtebaulicher und funktionaler Mittelpunkt des Orts nicht umsetzbar; gedacht war eher an einen dem Ort angemessenen urbanen Raum. Größe und Proportionen des zentralen Platzes sind bei beiden Varianten gleich. Er wird vom Preisgericht im Hinblick auf die Größenordnung und bestehende bauliche Struktur der Gemeinde als zu groß und zu städtisch betrachtet. Der weite Stadtraum lässt zudem eine Bebauung „in zweiter Reihe“ nicht zu, was zu einer vergleichsweise geringen Überbauung führt. Hier könnte durch eine Reduzierung der Platzgröße unter Beibehaltung der Grundstruktur des Entwurfs ein angemessener Maßstab sowie eine der Aufgabe angemessene, größere Dichte für die Neue Mitte erreicht werden. Die Verfasser schlagen mit einer Z-förmigen Panoramabrücke eine grundlegende Aufwertung des Bahnhofs vor. Sehr detailliert werden unter der Brücke und um den Bahnhof herum verschiedene mobilitätsbezogene Dienstleistungen vorgesehen. Die langen Rampen, ergänzt mit Lift und Treppen erlauben einerseits eine sehr gute Querungsmöglichkeit für Fuß- und Radverkehr und setzen andererseits nördlich und südlich der Bahn sinnvoll an die Freiraumstrukturen an. Hervorzuheben ist, dass neben den Nutzungen ebenfalls an eine starke Außenwirkung gedacht wurde. So wird der Bahnhof tatsächlich ins Zentrum gerückt wird. Es wird empfohlen, diese Variante der Bahnhofsgestaltung für eine Weiterbearbeitung zu vertiefen. Die Arbeit stellt einen bemerkenswerten Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe dar. Vor allem mit ihren Vorschlägen für die Gestaltung der Neuen Mitte mit Rathaus und für die Querung der Bahnlinie gibt sie wertvolle Hinweise für die Erfüllung der städtebaulichen Zielsetzung. In ihrer städtebaulichen Körnung und Raumdimension trifft sie nicht ganz den Ton des Ortszentrums von Grenzach-Wyhlen.