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  • DE-79639 Grenzach-Wyhlen
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-238739)

Neue Mitte Grenzach


  • ein 3. Preis

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    Projekt
    Bel(i)ebte Mitte

    Stadtplaner
    BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HJPplaner Heinz Jahnen Pflüger Stadtplaner und Architekten Partnerschaft, Aachen (DE)
    Landschaftsarchitekten: Atelier Reepel Landschaftsarchitektur, Düren (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser fokussieren ihr städtebauliches Konzept auf das Wegekreuz im Kernbereich der neuen Mitte. In Nord-Süd-Ausrichtung ausgehend von der Basler Straße zur Güterstraße und in West-Ost-Ausrichtung ausgehend von der Hasenrichte über den zentralen Platz, hier versetzt zur Bertlingen Straße.
    Die Platzbildung erfolgt durch eine Anordnung von klaren Baukörpern, lediglich dem vorgeschlagenen Kita Standort wird – ausgehend vom Bestand – eine Sonderbauform zugebilligt. Die städtebauliche Figuration wird in Varianten mit den Nutzungsschwerpunkten „Rathaus“ oder „Dienstleistung mit Wohnen“ ausformuliert. Prägend wirkt die großzügig angelegte Platzfläche, die nach außen zur Bebauung mit Baumreihen eine zweite Fassung erhält. Mit dieser strengen Anordnung der Baumreihen wird die Axialität der städtebaulichen Figur weiter gestärkt. Die Erdgeschossnutzung soll entlang der Platzfläche primär mit Gastronomiebetrieben besetzt werden. Insgesamt betrachtet wird die Größe der Platzfläche, insbesondere vor dem Hintergrund der Ortsgröße von Grenzach, kontrovers diskutiert und die Angemessenheit in Frage gestellt. Positiv aufgenommen wird der Übergang zum Haus der Begegnung mit großzügig angelegten Rasenterrassen. Die barrierefreie Wegeführung fällt allerdings zu umwegig aus. Der Drogeriemarkt ist an der Hauptstraße richtig zugeordnet, Die Anlage der Parkierungsmöglichkeiten unterirdisch ist zwar aus Sicht der Betreiber nicht optimal, ist aber innerhalb des Gesamtkonzeptes logisch. Problematisch ist die Nähe des platzierten Marktgebäudes zum östlich angrenzenden Gebäude, da von dort die Anlieferung erfolgt. Der am nördlichen Ende des Platzes dem Drogeriemarkt vorgelagerte Spielplatz trennt die beiden mit Einzelhandel besetzten Seiten zu stark; Eindruck und Atmosphäre eines Platzes wollen hier nicht entstehen. Die fußläufige und funktionale Verknüpfung der Neuen Mitte mit dem Bestand an der Hauptstraße wird durch die Lage des Eingangs an der Basler Straße begünstigt. Die Anordnung der Stellplätze erfolgt primär auf der EG-Ebene, eingespannt zwischen den Gebäuden, mit begrünter Überdeckung. Mit dieser Lösung riskieren die Verfasser, dass für Fußgänger äußerst unattraktive Längsseiten entlang der Gehwege entstehen. An der Ecke Seidenweg / Scheffelstraße erfolgt entlang der Längsseiten der bestehenden Parkanlage eine Bebauung mit dem Titel „Wohnen am Park“. Die Verfasser schlagen vor, durch das höher legen der EG-Ebene, beispielweise durch ein Halbgeschoss, private Bereiche ohne zusätzliche Trennung durch Zäune zum öffentlichen Bereich herzustellen. Die Aufenthaltsqualität in der bislang allseits offenen Parkanlage würde durch die angedachte Randbebauung eine deutliche Veränderung erfahren. Diese Konzeption, die teilweise Überbauung des bestehenden kleinen Parks und der damit verbundenen Privatisierung dieses derzeit öffentlichen Raums dürfte die in der Auslobung dargestellten sonstigen städtebaulichen Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger nicht bzw. nur bedingt entsprechen.
    Nördlich der Bahn begleiten mehrere Baukörper die Gleise. Die Baustruktur nimmt die wesentlichen Mobilitätsfunktionen auf und formuliert für die Güterstraße einen räumlichen Abschluss. Eine große Chance liegt potenziell in der Querung der Gleise. Sie erfolgt durch eine breite Unterführung am Haus der Begegnung, die im Süden in eine großzügige Öffnung zum Rhein hin mündet. Zwischen den einzelnen Gleisen ermöglichen Öffnungen als Lichtbänder den Eintritt von Tageslicht. Die Durchgangsbreite und die Rhythmisierung durch die Lichtbänder geben dieser Passage eine eigene Qualität. Damit die Idee einer komfortablen Unterführung ihre Wirkung entfaltet, müsste neben der Machbarkeit der nördliche Antritt geprüft werden.
    Insgesamt betrachtet formuliert dieser Beitrag unterschiedliche Stadträume, deren Verhältnis zueinander nicht ganz geklärt scheint. So müssen bei differenzierter Betrachtung Maßstab und Aufenthaltsqualtäten in Frage gestellte werden. Die Unterführung der Gleiskörper als Verbindung zum Rhein zeigt Potentiale einer möglichen Lösung auf.