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  • DE-53225 Bonn
  • 05/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7259)

Bebauung eines Grundstücks am Konrad-Adenauer-Platz


  • 1. Preis

    Wege + Blicke Perspektive Konrad-Adenauer-Platz

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    Architekten
    Reinhard Angelis, Planung • Architektur • Gestaltung, Köln (DE)

    Verfasser
    Reinhard Angelis

    Mitarbeit
    Claudia Kister, Ulli Wallner, Marcus Heyer

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: barbara willecke planung . freiraum, Berlin (DE), Köln (DE)

    Preisgeld
    13.250 EUR

    Erläuterungstext
    WB Konrad-Adenauer-Platz Bonn-Beuel
    Erläuterungstext



    Situation
    Der Konrad-Adenauer-Platz in Bonn-Beuel, einst ein repräsentativer Schmuckplatz als Eingang nach Beuel, ist heute zu einem verkehrsumtosten Restraum verkommen. Diese klassizistische Städtebaufigur ist daher in Hinblick auf ihre heutige Tauglichkeit zu hinterfragen.

    Aufgabe
    Als Auftakt der Beueler Innenstadt wird heute ein Geschäftszentrum gewünscht, das den kleinteiligen Einzelhandel in Form von ergänzenden Angeboten (Magnet) stützen und die Attraktivität der Friedrich-Breuer-Straße erhöhen soll. Die Frage nach einer Baufigur wird ergänzt durch die Frage nach attraktiven öffentlichen Räumen von hoher Aufenthaltsqualität, ungeachtet der Verkehrslärmbelastung des Planungsgebietes.

    Städtebau und öffentlicher Raum
    Das Tor zum Beueler Zentrum wird durch eine Bebauung markiert. Diese Baufigur ist Auftakt der Einkaufsstraße und Blickfang nach Überquerung des Rheins, gleichsam ein Brückenpfeiler, der den Verkehrsstrom spaltet und einen Nebenarm erzeugt, an dem eine ruhige Binnenwelt entsteht. In diese Baumasse werden entsprechend der städtebaulichen Bezüge Plätze, Höfe und Gassen eingestanzt. Als Ergänzung des Bestandes entstehen spannende Raumfolgen, geprägt durch Blickachsen, die aus den örtlichen Zusammenhängen entwickelt sind.

    Der neue Konrad-Adenauer-Platz, entwickelt sich von einer Verkehrsinsel zum Eingangsplatz der Friedrich-Breuer-Straße und der Ladenhöfe. Zwei dreieckige Platzflächen korrespondieren über die Straße und bilden eine rechteckige Raumfigur mit der Straßenbahnhaltestelle in der Platzmitte. Ein Materialwechsel im Straßenbelag verlangsamt den Autoverkehr, er signalisiert die Querbeziehung. Die Niederflurbahnsteige werden in dieses Gestaltungskonzept integriert. Das nördliche Platzdreieck ist der Vorplatz der Binnenwelt der Höfe und Gassen. Von hier ergeben sich lange Blicke zur Rheinbrücke, zum Marktplatz und zum Park.

    Die Höfe sind das lärmgeschützte Zentrum des neuen Quartiers. Durch die sorgsame Gestaltung des Außenraums entsteht eine Situation, die zum Verweilen einlädt.
    Die Geschäfts- und Gastronomienutzungen sind auf diesen Binnenraum orientiert.
    Die bestehende Gründerzeitzeile wird in das Ensemble integriert. Durch Anbauten entsteht eine zweiseitig orientierte Ladenbebauung, sowohl von den Höfen wie von der Friedrich-Breuer-Straße erschlossen. Die eindrucksvolle Platanenreihe und die durch torartige Engstellen gefassten weiten Blicke prägen diesen Ort.

    Der Marktplatz bildet das bereits vorhandene Gegengewicht zum neuen Konrad-Adenauer-Platz. Seine räumliche Ausprägung, die markante Baumgruppe und die Blickbeziehung zur Rheinbrücke werden erhalten. Die Stufenanlage wird nach Süden vorverlegt, so entsteht eine Auftrittstribüne vor dem Rathausfoyer. Eine Stadtloggia in Form eines großzügigen Freidaches dient als Aufenthaltsort und Marktinfrastruktur. Unter ihm befinden sich ein Kiosk und die Behindertentoilette.

    Das Foyer des Rathauses wird durchlässig gestaltet, um eine Verbindung vom Marktplatz zum Park zu schaffen und das Rathaus aus beiden Richtungen zugänglich zu machen. Hier können ein Bürgerbüro und andere, stark frequentierte Angebote angeordnet werden.
    Der Stadtgarten wird durch eine gärtnerische Gliederung gestaltet. Natursteinbänder und Pflanzflächen rhythmisieren den Raum. Sie bilden nichtdeterminierte Spiel- und Aufenthaltsangebote, offen für die Interpretation durch die Nutzer.

    Die Abfolge der Freiräume ist durch die im Verlauf des Tages wechselnde Qualität der einzelnen Orte bestimmt. Morgensonnenplätze werden durch schattige Orte für die Mittagshitze und ruhige Situationen in der Abendsonne ergänzt. Dieser spezifische Charakter der jeweiligen Orte wird durch Ausstattung und die angelagerten Nutzungsangebote unterstützt. Die Ausstattungs- und Gestaltungselemente sind nutzungsneutral. Steinblock ist Bank, Bühne oder Teil eines gedachten Spiellabyrinths, Wasserspiele erzeugen ein angenehmes Grundgeräusch und bieten Spiel- und Erfrischungsmöglichkeiten.
    Eine Adenauerstele markiert den Schwerpunkt des Adenauerplatzes und ist aus allen Blickrichtungen sichtbar.

    Nutzungen
    Die Mischung der einzelnen Nutzungen hat zum Ziel, einen attraktiven, zu allen Tageszeiten lebendigen und vielfältigen Ort zu erzeugen. Dazu dient eine breite Streuung der Nutzungsangebote. Im Erdgeschoß befinden sich Läden oder gastronomische Nutzungen, die auf die jeweilige, besondere Lagegunst reagieren
    (z. B. Straßenbahnhalt, Blick zum Park, Abendsonne etc.). Diese beleben durch Außengastronomie das Quartier. Das erste Obergeschoß und das Untergeschoss des Kopfbaus können ebenfalls als Verkaufsfläche genutzt werden. Darüber sind Büros und gewerbliche Nutzungen (z. B. Praxen, Kanzleien, Fitnessstudio) sowie Wohnungen angeordnet. Die Wohnungen sind für die soziale Kontrolle des Ortes besonders wichtig und können mit den Gewerbeflächen kombiniert werden. Das Thema ist neues Wohnen und neues Arbeiten in den Beueler-Höfen.

    Die Gestaltung und Konstruktion der Gebäude erlaubt eine große Flexibilität bei der Mischung der einzelnen Nutzungsanforderungen. So ist es möglich, den Standort prozessual entsprechend Nachfrage im Rahmen des Grundkonzeptes zu entwickeln.

    Erschließung, ruhender Verkehr
    Die Tiefgarage wird gemäß der Vorgaben des Verkehrskonzeptes von der Sankt-Augustiner-Straße angefahren. Dies wird durch eine Rechtsabbiegespur auf der Friedrich-Breuer-Straße möglich. Alternativ ist eine Einfahrt von der Rathausstraße denkbar, die gleichzeitig eine Quartiersgarage unter den bestehenden Parkplätzen und Einstellplätze für das Rathaus erschließt. Diese Varianten müssen vor dem Hintergrund eines wirtschaftlich sinnvollen Gesamtinvestments mit dem künftigen Entwickler geklärt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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