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  • CH-8212 Neuhausen am Rheinfall
  • 03/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-240362)

Studienauftrag Industrieplatz Ost


  • 1. Rang


    Projekt
    Offene Mitte

    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Dachtler Partner AG l Architekten, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die durchlässigen Baukörper werden als öffentliches Geviert mit städtischen Charakter angelegt, mit Zugängen und kleinen baumbestandenen Plätzen sowie einem durchgängigen Stadtboden, der eine hohe Durchlässigkeit zu schaffen vermag und der Bebauung zu allen Seiten ein Gesicht verleiht. Vom Industrieplatz her bietet sich eine attraktive Perspektive, durch welche sich die Tiefe des Areals erfassen lässt.

    Das anschlussfähige Freiraumgeflecht ist auf zwei Ebenen angeordnet, mit kleinteiligen Zwischenräumen und der inneren Aufweitung einer mittigen Hauptgasse. Es weist eine sehr gute Durchwegung auf und eröffnet grosse Potenziale für weitere Entwicklungen auf den angren-zenden Parzellen, die wiederum einen Anschluss an die Zentralstrasse erlauben. Die Anordnung des Hochpunkts direkt am Industrieplatz schafft eine schön gefasste Platzsituation. Das Beurteilungsgremium ist aber der Meinung, dass die ausgewiesene Höhe von 40 m zu tief gewählt ist, und das Gebäude aus städtebaulicher Sicht um ein Geschoss erhöht werden sollte. Der Industrieplatz wird folgerichtig als eigenständige Platzfigur behandelt, die im Dialog mit den umgebenden Bauten steht und durch eine Bauminsel mit Brunnen akzentuiert wird.

    Die direkt am Industrieplatz selbstverständlich gesetzten Volumen überzeugen, ohne dabei eine Hierarchie herzustellen. Die Ausrichtung der Fassaden schafft eine eindeutig gefasste Platzsituation. Der respektvolle Abstand zu den Nachbargebäuden zeigt einen sensiblen Umgang mit der benachbarten Bestandsbebauung. Der Umgang mit dem grossvolumigen SIG Bestandsgebäude überzeugt, da durch die Abdrehung des Neubaus ein direktes Vis-à-vis vermieden wird. Die Profilierung der Gebäude, bei der auch geschlossene Teile zurückgesetzt werden, erzeugt eine freundliche Gesamtwirkung des Ensembles. Das Sockelgeschoss nimmt die am Standort vorhandene Topografie auf. Es schafft einen Dialog zwischen den verschiedenen Nutzungen, welche in den unteren und oberen Geschossen verortet sind. Die Ausgestaltung der Fassade definiert zusätzlich zur städtebaulichen Setzung den Industrieplatz räumlich. Die klar strukturierte Fassade zeigt eine funktionelle Zonierung und wird durch die klare Struktur gleichzeitig als Einheit gelesen.

    Aus Sicht der Nutzenden überzeugt die stimmige Adressbildung des Projekts. So wird die heute funktionierende Adressierung der Läden beibehalten und für die Wohnnutzung eine zusätzliche, klare Adresse geschaffen. Die entworfenen Wohnungsgrundrisse zeigen eine hohe Variabilität für Wohnungstypen und reagieren ausserordentlich gut auf die vorhandene Situation. Durch die leichte Abschrägung der Gebäudevolumen werden Wohnungen in hoher Qualität und mit einem guten Bezug zum Umfeld geschaffen.

    Die Anordnung der Baukörper schafft in der Mitte einen öffentlichen Ort in Anlehnung an das Dorfzentrum Neuhausens. Einen Widerspruch sieht das Beurteilungsgremium in der Durchlässigkeit im Zusammenhang mit den in dieser Grösse vermeidbaren Treppenanlagen im Aussenraum. Die Überbrückung der Niveauunterschiede mittels Treppenanlagen steht den heutigen Anforderungen und dem Zeitgeist entgegen. Positiv beurteilt wird hingegen die Zusammenlegung der Einfahrt in die Tiefgarage mit der Anlieferung, die so die verkehrlich kritischen Situationen im Stadtraum zu reduzieren vermag. Ob die Anlieferung verkehrsplanerischen Anforderungen genügt, ist noch vertieft zu prüfen.


INFO-BOX

Angelegt am 12.08.2016, 14:46
Zuletzt aktualisiert 31.03.2017, 17:26
Beitrags-ID 4-125994
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