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  • DE-30657 Hannover
  • 08/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-241884)

Wohnquartier Hilligenwöhren


  • 1. Preis Zur Realisierung empfohlen Baufeld J

    © AllesWirdGut Architektur - laser architekten

    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: laser architekten, Langenhagen (DE)

    Preisgeld
    9.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf besticht durch seine hohe Eigenständigkeit in der Umsetzung des Bebauungsplans. Es werden interessante stadträumliche Situationen mit unterschiedlichen Einblicken in die folgenden Quartiere ermöglicht. Der Auftakt ist prägnant und doch maßstäblich und fügt sich hervorragend in den Kontext ein. Stadträumlich heben sich die gut geschnittenen Baukörper mit vielfältigen Sicht- und Grünbeziehungen von den übrigen Entwürfen positiv ab. Die Baukörper sind kompakt und wirtschaftlich. Im Inneren sind jedoch die Erschließungsräume etwas unübersichtlich gestaltet. Bei den Treppenhäusern sollten, wo möglich, Ausblicke in die Umgebung vorgesehen werden, wie in der Visualisierung dargestellt. Eine Vergrößerung der Kubaturen hätte hierbei insgesamt den Grundrissen und der inneren Erschließung mehr Luft geben können. Auch die Anordnung der Sanitärkerne wäre in diesem Zusammenhang zu überprüfen. Die Atrien müssten hinsichtlich des zu erwartenden Innenraumklimas im Falle einer weiteren Bearbeitung untersucht werden. Die Außenräume sind abwechslungsreich gestaltet und großzügig durchgrünt. Sie regen zur Nutzung an und bieten einen offenen Quartierscharakter mit hoher Identifikationsmöglichkeit. Die schlichte Fassade wird grundsätzlich begrüßt. Die sehr transparent dargestellten Balkone werden sowohl hinsichtlich der Gestaltung als auch des Schallschutzes in der Nähe zur Stadtbahnlinie kritisch hinterfragt. Die Feuerwehrzufahrten müssten hinsichtlich Ihrer Eignung und Zulässigkeit geprüft werden..

    Energie
    Für die drei Gebäude wurde kein Kompaktheitsgrad ermittelt. Die Dämmstandards in den Regelflächen sind auf einen KfW-Standard 55 ausgerichtet, was über die Mindestanforderungen nicht hinausgeht (HT‘ = 0,27; 0,28; 0,27 W/(m²K)). Der U-Wert der Fenster wurde mit 0,8 W/(m²K) angesetzt. In den Fassaden gibt es größere Bereiche, in denen eine „lineare Kräfteableitung“ auf sehr kleine Wandpfeiler konzentriert wird. Mit der Folge einer höheren Druckfestigkeit im Stein, so dass sich die thermische Qualität ändern kann. Nicht energetisch nachgewiesen im Hinblick auf seinen Dämmeffekt ist das verglaste Atrium.
    Es wurde kein sommerlicher Wärmeschutznachweis geführt, jedoch wurden außenliegende Fensterläden dargestellt. Das sommerliche Innenklima sollte näher (ggf. mit Hilfe einer Simulation) untersucht werden. Geschlossene Atrien können im Winter eine willkommene Pufferwirkung aufweisen, aber im Sommer und in den Übergangszeiten auch zu erheblichen Übertemperaturen führen. Die schematisch dargestellte passive Kühlung im Sommer und der Wartungsaufwand der Glasflächen, genauso wie die akustischen Verhältnisse, sollten bedacht werden.

    Wirtschaftlichkeit
    Die Arbeit schlägt drei kompakte Baukörper mit als Atrium innen liegender Erschließung vor, welche durch ein gemeinsames Kellergeschoß mit Tiefgarage verbunden werden. Das Kellergeschoss umfasst nicht das gesamte Baufeld und gräbt sich nicht vollständig in das vorhandene Terrain ein, so dass ein um etwa 1m angehobener Platz mit Hofkellerdecke entsteht. Die Tiefgarage ist durch einen Einschnitt in die Hofkellerdecke anteilig natürlich belüftet und belichtet. Die bodentiefen Fensteröffnungen der Fassade sind ungerastert angeordnet und teils mit außen liegenden Balkonen ergänzt. Die Anordnung der Fenster ist im Hinblick auf die monolithische Primärkonstruktion zu hinterfragen und nach konstruktiven Aspekten zu optimieren. Im Baufeldvergleich wird eine relativ geringe Tiefgaragen- und Hofkellerdeckenfläche erzeugt, was sich in Kombination mit der reduzierten Einbindetiefe des Kellers und der Idee der natürlichen Belüftung der Tiefgarage günstig auf die Kosten auswirkt. Die Grundrisse weisen das im Baufeld günstigste Verhältnis zwischen Wohnfläche und BGF auf und führen zu der Erwartung von wirtschaftlichen Herstellungskosten je m² Wohnfläche, im Vergleich zu den anderen Arbeiten des Baufelds.


INFO-BOX

Angelegt am 02.09.2016, 12:09
Zuletzt aktualisiert 08.09.2016, 16:23
Beitrags-ID 4-127146
Seitenaufrufe 585