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  • 08/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-241073)

Objektplanung Gebäude / Stadt-/ Gebietsplanung

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  • 2. Rang

    Vogelperspektive, © Konrath und Wennemar Architekten | Visualisierung: rendertaxi

    Architekten
    Konrath und Wennemar Architekten Ingenieure, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Harald Wennemar , Oliver Konrath

    Mitarbeit
    Lisa Schröder, Stefan Luchmann

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: LAND Germany GmbH, Düsseldorf (DE), Mailand (IT)
    Modellbauer: ARCHIDA Architekturmodelle Ingo Kerst, Heiligenhaus (DE)
    Visualisierer: rendertaxi architecture.visualisation, Aachen (DE), Barcelona (ES)

    Erläuterungstext
    Neue Stadtgärten an der Poppelsdorfer Allee

    Die Konzipierung des Quartiers wird durch die Situation der Bestandstiefgaragen im Quartiersinneren in zwei klare Bauphasen gegliedert. Durch die mögliche Erhaltung des Hotel Bristol für weitere 10 Jahre ist die Auseinandersetzung der Planung von zwei miteinander harmonierenden Bauabschnitten, die jedoch auch bereits nach der Realisierung des ersten Teils ein in sich abgeschlossenes und stimmiges städtebauliches Gesamtbild ergeben, notwendig. Die zweite Bauphase wird als flexibel angesehen und zeigt eine optionale Erweiterung des Neubaus.

    Zonierung öffentlicher und privater Freiflächen
    Die Freiflächen werden durch eine spannungsvolle Topografie im Innenbereich klar zoniert. Gleichzeitig ermöglicht die Gestaltung im Blockinneren eine ebenerdige Erschließung von der Poppelsdorfer Allee aus, die an das Höhenniveau der umliegenden Straßen anschließt. Der Bereich im Blockinneren ist nur für Fußgänger und Radfahrer ausgelegt und sonst ausschließlich für Rettungsfahrzeuge befahrbar. Da die Gartenbereiche abgesenkt sind, wird dort eine ruhige und grüne Atmosphäre geschaffen. Durch den Rückbau der obersten Ebene des Rechenzentrums bekommt die Kita einen angemessenen Außenbereich, der durch das neue Gartengeschoss erschlossen wird.

    Gewerbeflächen im Deutschen Herold
    Der Entwurf sieht eine Konzentration des Gewerbes vorwiegend im Deutschen Herold (Haus 1) vor. Durch die Aktivierung der Eingänge am Bonner Talweg, können kleinteilige Büroeinheiten geschaffen werden, die einzeln vermietet werden können. Hier wird Single-Tenant zum Multi-Tenant. Durch die Erweiterungsflächen im Anbau an der Poppelsdorfer Allee können auch auf dieser Seite die Flächen im Haus 1 in kleinere Büroeinheiten aufgeteilt werden. Dies bietet dem Eigentümer sehr gute Vermarktungsmöglichkeiten an der sehr prominenten Adresse „Poppelsdorfer Allee“.
    Im neu entstehenden Quartier herrscht überwiegend ein reiner Wohncharakter, im Blockrand ist jedoch ein kleiner Anteil an nicht störendem Gewerbe (Kanzleien, Praxen etc.), so wie es in der restlichen Südstadt von Bonn üblich ist, denkbar.

    Höhenentwicklung Poppelsdorfer Allee
    Der sechsgeschossige Deutsche Herold bildet von Süden her den Auftakt des Quartiers und setzt eine Eckbetonung. Die neue Bebauung orientiert sich in ihrer Höhe an der Bestandshöhe des Deutschen Herold und gliedert das Schlösschen in den Blockrand mit ein. Die Möglichkeit einer eingeschossigen Aufstockung des Schlösschens schafft ein harmonisches Bild im Höhenverlauf an der Poppelsdorfer Allee, das von fünfgeschossigen Gebäuden bestimmt wird. Der Entwurf sieht an der nördlichen Ecke des Quartiers einen maßvollen siebengeschossgien Akzent vor, der das Bild zur Allee in Anlehnung an das Hotel Bristol vervollständigt.

    Umgang mit der Tiefgarage
    Grundsätzlich ist die Erhaltung der Tiefgaragenebenen -2 und -3 im ersten Bauabschnitt auf Grund der Höhengeometrie denkbar. Jedoch würde die Erhaltung eine Einschränkung der Planung, Mehraufwendungen im Bauablauf und offene Gewährleistungsfragen bei der Vermarktung mit sich bringen. Geplant ist ein Rückbau bis OK Sohle im Bereich der Neubauten, im Bereich der Freianlagen ist ein vollständiger Rückbau zur Entsiegelung der Flächen vorgesehen, die das Pflanzen von großen Bäumen ermöglicht. Durch die Übernahme der Bestandshöhen ist die Verbindung der neuen Tiefgarage mit der des Hotel Bristol im ersten Bauabschnitt möglich.



    Wohnungstypologien
    Das robuste städtebauliche Konzept schafft alle Freiheiten für den zukünftigen Wohnungsmix und ermöglicht eine flexible Aufteilung der Grundrisse. Die Ausrichtung der Wohnungen ist überwiegend nach Süd-Ost und Süd-West ausgelegt und durch die Verdrehung zueinander wird trotz der Dichte eine Privatheit ermöglicht, da direkte Blickbeziehungen zwischen den Gebäuden vermieden werden. Im dargestellten Wohnungsmix ist eine Durchmischung der Wohnformen angestrebt, die ein lebendiges Quartier generieren sollen. Ebenfalls sind Sonderwohnformen (Mehrgenerationenwohnen, Senioren WGs etc.) umsetzbar.

    FREIRAUMKONZEPT
    Struktur durch Stärkung des Blockrandes und Erhalt der Identität
    Entlang der gesamten Poppelsdorfer Allee prägen repräsentative Bürgerhäuser mit ihren charakteristischen Vorgärten das historisch gewachsene Straßen- und Ortsbild. Diese klassische Vorgartenzone wird bei der Neuplanung des Projektgebietes berücksichtigt und beibehalten. Hierdurch ergibt sich eine einheitliche Struktur, welche sich nahtlos in den Bestand und die Umgebung einfügt und ein harmonisches Gesamtbild produziert. Durch eine Schließung der überwiegend gründerzeitlich geprägten dreigeschossigen Blockrandstruktur und einer Verdichtung der Bebauung nach Innen wird eine aufeinander abgestimmte Verknüpfung und Neuordnung des bestehenden Gesamtensembles der Allee mit neuen Freiraumelementen geschaffen.

    Einheit durch fließenden Freiraum
    Im Innenbereich löst sich die klare, klassische Gestaltung der Poppelsdorfer Allee auf und mündet in eine grüne Oase der Ruhe und Erholung. Natürliche Materialien lassen weiche Kanten entstehen und Wege ineinander überfließen. Insgesamt ergibt sich ein ausgewogener Übergang zu den umgebenden Gärten und dem öffentlichen Raum. Die geplanten Freiflächen im neuen Quartier werden durch die neue natürliche Gestaltung optisch aufgewertet und mit einer hohen Aufenthaltsqualität durch vielfältige Treff- und Kommunikationsgelegenheiten sowie durch quartiersbezogene Spielgeräte und Sitzgelegenheiten ausgestattet.

    Qualitäten durch Einfügen von Natur
    Die grüne Oase in der Stadt besteht aus einer Bepflanzung aus Gräsern und Stauden. Ergänzt wird das Gesamtbild durch vereinzelt wachsende Bäume, sodass insgesamt ein bewusster Kontrast zu den charakteristischen Strukturen der Poppelsdorfer Allee entsteht. Eine klassische Abtrennung der Privatgärten durch Hecken wird durch die Pflanzung von Gräsern und Sträuchern ersetzt und aufgelockert.

    Orientierung durch klare Gliederung
    Durch die bestehende Höhensituation im Inneren des Blockes entsteht eine zweigeteilte Struktur des Freiraums. Auf der oberen Ebene, die sich auf der gleiche Höhe wie die Poppelsdorfer Allee befindet und somit barrierefrei erschlossen werden kann, erfolgt eine öffentlich übergeordnete Erschließung des Blockinneren durch ein neues Wegesystem, welches sich im Freiraum öffnet und wieder verdichtet. Auf diese Weise entstehen kleine Platzsituationen, die mit Bänken als Treffpunkt für die Anwohner ausgestattet werden und so neue Aufenthaltsqualitäten schaffen. Die untere Ebene wird durch eine Böschung mit einem Höhensprung von ca. drei Metern von der oberen Ebene getrennt. Hier befinden sich die Privatgärten der angrenzenden Wohneinheiten. Jeweils zur Mitte entstehen halböffentliche baumüberstandene Bereiche als neue Spielfläche und Aufenthaltsqualität. Über Stufen im Hang ist das Erreichen der unteren Ebene vom Hauptweg gewährleistet.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.