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  • 3. Preis

    Lageplan, © (se)arch

    Architekten
    (se)arch architekten bda, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Stephan Eberding , Prof. Stefanie Eberding

    Preisgeld
    6.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der vorgeschlagene, im westlichen Bereich leicht von der Richard-Kapphan-Straße weggerückte, längliche Baukörper liegt gut platziert auf dem Grundstück. Die beiden erhaltenswerten Bäume unterbrechen und gliedern das Gebäude in zwei Bereiche: Im westlichen Gebäudeteil befinden sich der DAV mit Gymnastikwelt. Im östlichen Gebäudebereich befinden sich die Kita und die Bewegungswelt.
    Beide Bereiche sind über einen Steg im Obergeschoss gut miteinander verbunden. Die leichte Verschiebung des Baukörpers zur Straße ermöglicht eine klare Zugangssituation von Norden und einen wohl proportionierten, gut nutzbaren Freibereich für Kinder und Sportler im Süden.
    Die bestehende Kastanie bildet ein identitätsstiftendes Element, das den Hauptzugang zu beiden Gebäudeteilen markiert. Die beiden Hauptzugänge erfolgen über ein offenes "Portal" (unter dem Steg). Dadurch entsteht eine klare Adressbildung für den geplanten Neubau. Die Klarheit des Gebäudes ist durch den Verzicht auf den 2. BA nicht gefährdet.
    Der Zugang zum Kita-Bereich für ca. 110 Kinder ist jedoch zu eng angelegt. Stauraum für Kinderwägen ist nicht ausreichend vorgesehen.
    Im Gebäude verfolgt der Nutzer ein offenes Betreuungskonzept. Dafür sind die Bewegungsflure und deren Zuordnungen zu den Gruppenräumen - insbesondere im Erdgeschoss - nicht ausreichend bemessen.
    Die einzelnen Nutzungsbereiche DAV, Gymnastikbereich, Bewegungswelt, U3 und Ü3 sind gut und übersichtlich gegliedert. Die Zuordnung der Räume für die Sprachförderung, das Malen/Werken und die Personal-Umkleiden im OG wird kontrovers diskutiert. Ein Lagerraum mit ca. 20 qm ist nicht nachgewiesen.
    Die Lage der Bewegungswelt ist räumlich an zentraler Stelle im Gebäude gut gewählt. Die möglichen Sichtbeziehungen aus dem U3-Bereich im OG zur Bewegungswelt im Erdgeschoss werden positiv gesehen.
    Die Zugänge zum Freibereich auf der Südseite sind für alle Gruppen und Altersklassen sowie die Sportler gut und übersichtlich gelöst.
    Aufgrund seiner Kompaktheit liegt das Gebäude mit seinen Kennwerten im günstigen Bereich. Die angedachte Konstruktion und Materialwahl lässt niedere Investitions- und Folgekosten erwarten. Wünschenswert wäre eine bessere planerische und zeichnerische Durcharbeitung insbesondere der Außenfassaden gewesen. Die für die Außenfassade vorgeschlagene, in Teilbereichen perforierte Aluwelle wird kritisch gesehen und für ein freistehendes Gebäude in der grünen Talaue als unpassend bewertet.
    Das vorgeschlagene Gebäude nimmt mit seiner wohlproportionierten Kubatur und spezifischen Setzung auf dem Grundstück eine selbstbewusste Haltung ein.
    Insgesamt stellt der Entwurf einen wertvollen und gut durchgearbeiteten Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.