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  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Jennifer Winkelmann Nicole Ptak Daniel Heller

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: AV1 Architekten GmbH Dujmovic Schanné Urig, Kaiserslautern (DE), Berlin (DE), Münster (DE)
    Lichtplaner: conceptlicht at, Mils / Innsbruck (AT)

    Erläuterungstext
    Wettbewerb Königsplatz Augsburg

    Der Königsplatz ist Teil eines grünen Rings, der sich um die Stadt schließt. Dieser grüne Raum soll auf dem Platz erhalten bleiben, nicht zuletzt, weil der Platz im Wandel der Stadtentwicklung immer eine grüne Freifläche war. Im Laufe der Zeit jedoch durchläuft sie einen Wandel von der grünen Wiese vor der Stadtmauer zur Chillout-Wiese unter Bäumen.
    Trotz der unterschiedlichen Nutzungen soll der Platz in Zukunft eine Einheit bilden und als solcher wahrgenommen werden. Ein einheitlicher Bodenbelag, der großzügig um den Grünraum führt und sich wie ein Teppich von der Bahnhofstraße bis zur Halderstraße zieht, lässt den Platz als Ganzes erlebbar werden.

    Die grüne Platzfläche soll sich zu einem lockeren Baumhain entwickeln. Dies wird erreicht, indem die vorhandenen, kranken Bäume behutsam ausgelichtet werden, um vitalen Bäumen und Neupflanzungen Platz zu machen. Ein Teil des Baumbestandes muss durch die neue Linienführung des öffentlichen Nahverkehrs entfernt werden. Bereits in der ersten Etappe werden neue Bäume, Schnurbaum (Sophora japonica) und Ahornhochstämme –(Acer x freemanii – eine Kreuzung aus Silberahorn und Rotahorn), gepflanzt. Im Laufe der Zeit wird der Baumbestand nach und nach verjüngt.

    Der Königsplatz wird mit einem einheitlichen Belag aus Natursteinplatten gepflastert. Die Platten in unterschiedlichen Größen werden im freien Verband verlegt. Im Bereich der Übergänge und Haltestellen werden die profilierten, hellen Betonplatten als Leitlinien für Sehbehinderte integriert.

    Auf einem Band, welches parallel zur Rasenfläche geführt wird, sind Sitzbänke und Beleuchtungsmasten angeordnet. Das Band besteht aus Bronzetafeln, die sich bündig im Bodenbelag einfügen, im Bereich der Sitzbänke wechselt das Band in die Senkrechte und übernimmt die Stützfunktion der Holzlamellen für die Sitzbänke. Großzügige Abstände zwischen den Bänken ermöglichen einen ungehinderten Zugang zum Park.
    Der Thormann-Brunnen bleibt an seinem ursprünglichen Standort erhalten, liegt aber neu eingebettet in der Rasenfläche umgeben von einem Ring aus Splittrasen. In einem zeitgemäßen Kontext erhält der Brunnen einen „neuen“ Standort, ohne diesen tatsächlich zu ändern.

    Die Fußgänger können über den Platz, vom Straßenverkehr ungehindert, den direkten Weg in Richtung Innenstadt nutzen. Eine großzügige Fußgängerüberquerung führt über die Konrad-Adenauer-Straße auf den östlichen Teil des Königsplatzes.
    Da auf der „kurzen Bahnhofstraße“ kein motorisierter Verkehr mehr stattfindet, ist ein direkter Zugang zur Parkanlage möglich. Dem Fußgänger ist es überlassen, über die Rasenfläche zu gehen oder die breiten befestigten Wege um den Platz herum zu nutzen.


    Haltestellendreieck / Architektur
    Das Haltestellendreieck wird als räumlich erlebbarer Ort innerhalb des Königsplatzes entwickelt.
    Der Haltestellengeometrie folgend definiert eine leichte, helle Stahlkonstruktion mit einer semitransparenten Überdeckung aus Corian einen städtischen Raum mit offenen Seiten zu den angelagerten Umsteigestellen. Das umlaufende Fassadenband in Höhe der Dachkante unterstützt hierbei die räumliche Wirkung.
    Im Zentrum der Überdachung ermöglicht eine großzügige Öffnung – die Form der benachbarten Rasenfläche übernehmend – interessante Lichtverhältnisse und Blickbeziehungen.
    Als blaue, zweigeschossige Box mit entsprechender Ausleuchtung in der Nacht ragt das Kundencenter zusammen mit einem Baum über das Dachniveau und wird zum markanten Zeichen.

    Das eingeschossige, transparente Kioskgebäude integriert die öffentliche WC-Anlage und ist durch sein unaufdringliches, zurückhaltendes Erscheinungsbild geprägt.

    Die peripher angegliederten Haltestellenüberdachungen übernehmen zwar die konstruktive Sprache des Zentralbereiches, ordnen sich aber in ihrer Maßstäblichkeit unter, so dass das eigentliche Haltestellendreieck innerhalb des Königplatzes als geometrisch klare, signifikante Figur erscheint.



    Radewege/Fußgänger/Taxi
    Die vorgegebene neue Radwegführung wird übernommen. Die Fußgängerüberquerungen im Bereich der Bahnhofstraße werden gegenüber der vorgegebenen Neuplanung etwas großzügiger angelegt.

    Die Taxistände vom östlichen Königsplatz werden in den Bereich der Schätzlerstraße gegenüber des Parks und in den Bereich der Halderstraße gegenüber der Sparkasse verlegt.


    Altstadt
    Der östliche Teil des Königsplatzes dient als Entrée zur Fußgängerzone der Altstadt. Durch die Neuverlegung der Straßenbahn, werden einige der Platanen gefällt. Neupflanzung von Schnurbäumen (Sophora japonica) ergänzen den Bestand und verbinden die beiden Platzbereiche über die Konrad-Adenauer-Allee. Durch die sehr lockere Verteilung entsteht ein Wechselspiel von Sonnen- und Schattenplätzen. Der Bodenbelag wird mit Pflaster aus grauem Naturstein belegt. Der Stein wird abgestimmt auf das vorhandene Pflaster der Straßenbahntrasse. Ein neuer Zeitungskiosk wird in der Nähe der großkronigen Bäume platziert und ersetzt den vorhandenen Kiosk.


    Licht
    Licht ist bestimmend für die gefühlte Atmosphäre.
    Helligkeiten und Lichtfarben stimmen den Menschen ein. Licht erzeugt den visuellen Stadtraum.

    Grünzone
    Die umlaufende Einfassung der Grünzone bestehend aus Bronzeband und Bänken wird als Thema aufgenommen. Aus dem bodenbündigen Metallband entwickelt sich der Lichtmast, der jeweils asymmetrisch in der Durchgangszone zwischen den Bänken angeordnet wird. Materialität und gestalterische Ausformung passen sich dem Metallband an.
    Die Masthöhe orientiert sich an der Funktion und an der Situierung. Es kommen Masten von 4,5 m und 6 m zum Einsatz.
    Die Lichtcharakteristik ist so ausgewählt, dass ein Teil der Grünfläche, ein Grünstreifen, mit beaufschlagt wird und die erforderlichen Beleuchtungsstärken für den Platz geliefert werden.

    Haltestellen
    Bei den Haltestellen und Überdachungen für die Strassenbahn-Station sind die Leuchten weitestgehend in die Dächer integriert. Für Orientierung und als weiches Grundlicht werden die Dachuntersichten leicht aufgehellt.
    Die Bereiche der Haltestellen werden, im Vergleich zum Bereich Grünfläche und Parkfläche, mit höheren Beleuchtungsstärken beaufschlagt.
    Die übrigen Tramschienenbereiche werden von den an den Stützen für die Tramfahrleitung montierten Leuchten erhellt.
    Bei den Fußgängerüberwegen und beim restlichen Königsplatz werden Mastleuchten gleicher Bauform und Technik wie bei der Grünfläche verwendet – ein gestalterischer Zusammenhang entsteht.

    Technik
    Zum Einsatz kommen ausgeblendete Lichtsysteme mit hohem Wirkungsgrad und mit Lampen von hoher Lebensdauer. Als Leuchtmittel wird die Halogen-Metalldampflampe eingesetzt, mit warmweißer Farbe und guter Farbwiedergabe.

    Zonierung
    Die Zonierungen ergeben sich aus der Zuordnung der Beleuchtungsstärken nach den jeweiligen Funktionen. Bereiche der Mobilität werden mit höheren Beleuchtungsstärken beaufschlagt.
    In der Grünzone gibt es auch Bereiche mit sehr geringer Helligkeit. In der Grünzone selbst sind keine Leuchten, mit Ausnahme von 3 kleinen Lichtinseln um den Brunnen herum, geplant. Die Zonierung verhilft zu eindeutiger Orientierung und Überschaubarkeit.
    Im Bereich der Haltestellen und Überdachungen werden die Leuchten in 2 Stufen geschalten, so dass außerhalb der Hauptbetriebszeiten nur eine Grundhelligkeit über die Dachaufhellung in Erscheinung tritt.

    Sicherheit
    Im Bereich der Mobilitäts-Drehscheiben und Fußgängerüberwege sind aufgrund der Indirektanteile hohe vertikale Beleuchtungsstärken geplant, so dass die Gesichts- und Körperwahrnehmung in hohem Maße gegeben ist. Das Sicherheitsempfinden wird durch die ausgeblendeten Leuchten verstärkt, da keine Blendung und irritierenden Lichtquellen die Wahrnehmung erschweren.


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.