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  • DE-89343 Jettingen-Scheppach, DE-89343 Jettingen-Scheppach
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-234649)

Rathaus-Erweiterung


  • 1. Preis

    © NAK-Architekten

    Landschaftsarchitekten
    Stefan Bernard Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Stefan Bernard

    Mitarbeit
    Fabian Lux

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    13.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebau
    Mit zwei fein differenzierten Baukörpern auf polygonalen Grundrissen, raffiniert und subtil zueinander gesetzt, wird eine städtebauliche Situation kreiert, die nach Abgang des Zeinerhauses, dem neuen Rathausplatz gegenüber St. Martin, eine städtebaulich hervorragende Fassung gibt.

    Das Konzept ist zweistufig angelegt und birgt das Potential für eine hochwertige städtebauliche Entwicklung in der Zukunft. Dabei ist der erste Bauabschnitt (Realisierungsteil) als Rathauserweiterung folgerichtig von Süden erschlossen und bewältigt die Herausforderung, einerseits das historische Rathaus mit seinen Qualitäten zu würdigen, andererseits eigenständig in Form und gestalterischem Detail Akzente zu setzten. Es wird angeregt, die Fenster der Südfassade um die Gebäudekante ein Stück weit nach Osten herumzuführen.

    Architektur und Gestaltung
    Der ehemalige Haupteingang wird zum Nebeneingang, Treppenhaus und Aufzug in der Gebäudefuge liegen zentral zu beiden Eingängen mit klarer Auffindbarkeit und Orientierung im Haus. Die rautenförmigen Bürogrundrisse sind in Bezug auf die Möblierung etwas aufwendiger.

    Grundrissorganisation, Durcharbeiten der Putzfassaden mit Faschen und der meisten Details ist von hervorragender Qualität. Ebenso verhält es sich mit den mehrfach gefalteten Dächern. Für das Rathaus und sein Umfeld wird ein Ort mit hoher Identität geschaffen.

    Denkmalschutz
    Die geplante Rathauserweiterung sieht zum denkmalgeschützten alten Rathaus eine zurückgesetzte Fuge mit Nebenräumen und Aufzug vor. Das Denkmal bleibt damit in seinen Umrissen freigestellt. Das flache Faltdach trägt hierzu ebenfalls bei.

    Ideenteil / 2. Bauabschnitt
    Der zweite Bauabschnitt (Ideenteil) setzt den westseitigen Abschluss des neuen Platzes und trennt die Parkierung vom ausschließlich fußläufigen Platzraum nach Osten und zur Hauptstrasse. Öffentliche Nutzungen wie Geschäfte, Bücherei und Ausstellung können sinnvolle Inhalte zur Belebung des zukünftigen Platzes schaffen.

    Freianlagen
    
 Die Einbeziehung der Kirche Sankt Martin in das städtebauliche Ensemble wertet den Freiraum spürbar auf und stärkt die Bedeutung der Fläche als Ortsmitte.
    Die Verbindung beider Straßenseiten über ein durchgängiges Belagsmuster unterstützt diesen Gedanken. Ganz selbstverständlich gliedern die neuen Baukörper den Freiraum in eine vom ruhenden Verkehr gänzlich unbeeinträchtigte Platzfläche im Süden und eine Parkierungsfläche im rückwärtigen Grundstücksbereich.

    Die Verbindung beider Räume über eine zwischen den Neubauten aufgespannte Freitreppe wird durch die damit verbundene Ausbildung einer Blickachse auf die Kirche Sankt Martin besonders räumlich inszeniert. Die klare Gliederung der Räume und die Reduktion auf wenige Gestaltungsmittel sind wohltuend und stellen den Raum und das ihn umgebende Gebäudeensemble in den Vordergrund.

    Einzelbauwerk und Ensemble versprechen eine gestalterische Aufwertung des ganzen Areals. Dem Verfasser ist bei einer Beauftragung dringend zu empfehlen, die stufenweise Realisierung so zu planen, daß das Konzept bei einem temporären Verbleib des Zeinerhauses die hohen Qualitäten des Gesamtkonzeptes auch in der ersten Stufe sicherstellt.

    Die Wirtschaftlichkeit liegt im oberen Mittelbereich. Dies ist vor allem dem recht hohen Anteil an Verkehrsflächen geschuldet.

    Die besondere Qualität des Entwurfs liegt auch darin, der zukünftigen städtebaulichen Entwicklung im Ortskern von Jettingen wichtige Impulse zu geben.

    Vor dem Hintergrund, dass der Ideenteil des Wettbewerbs möglicherweise erst in der Zukunft oder gar nicht realisiert werden wird, ist der Gebäudeteil für den Erweiterungsbau des Rathauses dahingehend zu überarbeiten, dass die hohen stadträumlichen und architektonischen Qualitäten auch für diese Teil alleine bestehen. Dies gilt insbesondere für die im derzeitigen Entwurfsstand stark als Rückseite formulierte nördliche Seite des Neubaus zum bestehenden Rathaus hin.