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  • DE-89343 Jettingen-Scheppach, DE-89343 Jettingen-Scheppach
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-234649)

Rathaus-Erweiterung


  • 2. Preis

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    Landschaftsarchitekten
    SIMA | BREER, Winterthur (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Rolf Heinrich Breer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: SoHo Architektur, Memmingen (DE)

    Preisgeld
    8.100 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebauliche Einbindung
    Durch den neu konzipierten Anbau – südlich des bestehenden Rathauses – entstehen drei Höfe unterschiedlicher Raumqualität und Größe.

    Der Grundgedanke des Entwurfes nennt die Gegenüberstellung von Alt und Neu, die nicht den Kontrast sucht, sondern das Miteinander der beiden Baukörper alt und neu. Als verbindendes Element der beiden Gebäudeteile dient ein neu konzipiertes Treppenhaus, das geschickt die Richtung des denkmalgeschützten Gebäudes als auch des Neubaus aufnimmt. Die Grundrissstruktur des Altbaus wird in den Neubau übernommen und schafft innerhalb des Gebäudes eine klare Orientierung.

    Architektur und Organisation
    Die Grundrisseinteilung im Neubau lässt gut gegliederte Zuschnitte der benötigten Räume erwarten. Die öffentlichen Sanitäranlagen sind von Süden her gut zugänglich, wenn auch der großzügig verglaste Südeingang zu sehr in Konkurrenz zum Haupteingang tritt.

    Die einfach gehaltenen Fassaden mit vorgeschlagener Kratzputzstruktur reagieren in ihrer Proportion geschickt auf die Lochfassade des Altbaus. Leider lässt die Gestaltung der Fenster Detailaussagen vermissen. Sie werden den Ansprüchen einer Rathausfassade nicht voll gerecht. Nicht nachvollziehbar für das Preisgereicht ist die Farbe des neuen Daches, nachdem der Verfasser sich erkennbar für das „Weiterbauen“ entschieden hat.

    Mit seiner schlichten Struktur, die sich dem Hauptgebäude gut unterordnet, erzeugt der vorgelegte Entwurf besondere Qualität.

    Denkmalschutz
    Die Arbeit nimmt die Wandhöhe der Fassade des unter Denkmalschutz stehenden bestehenden Rathauses auf und ordnet sich durch die versetzte Gebäudestellung unter. Die Unterordnung setzt sich in der geringeren Firsthöhe gegenüber dem Baudenkmal fort.

    Freiraum
    Der Freiraum lebt von der Raumbildung, die sich aus der Setzung des Baukörpers der Rathauserweiterung ergibt, und der Ausbildung dreier unterschiedlich gestalteter und genutzter Plätze/Höfe. Der Geländesprung wird sinnfällig über Treppen- und Sitzstufen an der südlichen Kante des Erweiterungsbaus vollzogen. Insbesondere die Nutzbarkeit der Sitzstufen ist jedoch zu hinterfragen bei der Widmung der südlich vorgelagerten Fläche als Parkplatz. Das Dorfplätzle überzeugt als angenehm proportioniertes und zurückhaltend gestaltetes Vorfeld des Rathauses und seiner Erweiterung. Demgegenüber ist die kleinteilige Gestaltung des Freiraums vor dem historischen Rathauseingang zu hinterfragen. Damit bleibt der Entwurf hinsichtlich der Zonierung und Ausgestaltung der Freianlagen bedauerlicherweise hinter den Möglichkeiten zurück, die die Raumbildung durch die Baukörpersetzung eröffnet.