loading
  • DE-48268 Greven
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-233805)

Neubau eines Mensagebäudes mit Freianlagen für die Gesamtschule Greven


  • Anerkennung

    Lageplan

    Architekten
    4a Architekten, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Planstatt Senner, Überlingen (DE), Stuttgart (DE), München (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Architektur
    Die exponierte Lage der Gesamtschule Greven am Stadtrand, umgeben von grünen Wiesen, prägt den Entwurf für das neue Mensagebäude. Der Neubau wirkt nicht konstruiert, sondern als sei er von den umgebenden Freiflächen geformt worden. Die raumhohe Verglasung der Aufenthaltsräume sowie das nach Süden hin ansteigende Dach unterstreichen diesen Charakter – und auch im Gebäude setzt sich ein fließender Duktus fort. Das Foyer dient als Drehscheibe, von der sich die Nutzer auf direktem Wege in die unterschiedlichen Bereiche verteilen. So können diese störungsfrei parallel genutzt werden. Hinter der Bühne, dem zentral platzierten Element im Multifunktionsraum, erfolgt die Essensausgabe. Im Norden formen die dienenden Räume eine Art Spange, welche den Rücken des voll verglasten Aufenthaltsbereichs bildet. Sämtliche Räume sind barrierefrei zugänglich. Eine Besonderheit bildet das Tragsystem der Decke: eine Spannbetonkonstruktion von geringer Aufbauhöhe, deren Untersicht zylindrische, im Durchmesser zwei Meter große Betonaussparungen vorsieht. Die Aussparungen sind größtenteils mit verschiedenfarbigen, akustisch wirksamen Holzwolleplatten ausgekleidet oder als Lichtkuppel konstruiert, sodass ein farbenfrohes, verspielt abstraktes Bild einer blühenden Sommerwiese im Gebäude entsteht. Zugleich verringert diese Maßnahme erheblich die Nachhallzeit und sorgt für eine bessere Raumakustik.

    Freiflächen
    Der Baumbestand südwestlich des Plangebiets wird in das Baufeld hineingezogen und bildet eine der drei Zonen, die sich um das neue Gebäude gruppieren. An warmen Tagen besteht die Möglichkeit, im Freien zu Essen. Dabei schützt das großzügig auskragende Dach einerseits vor Regen, andererseits vor zu großer Hitze an heißen Sommertagen. Im Winter hingegen flutet die tiefstehende Sonne weit in den Raum und sorgt durch solare Wärmegewinne für einen energiesparenden Gebäudebetrieb. Entlang des Schulgebäudes ist eine sanfte Geländemodellierung mit kleinkronigen Bäumen vorgesehen, als Abgrenzung von Schule und Freizeitbereich. Dort befindet sich zudem eine abgesenkte Arena, in der die Schüler skaten können. Nördlich der Mensa liegt die Spielzone mit Beachvolleyballfeld und Multifunktionsspielfeld. An der Erschließungsstraße können die Fahrräder der Schüler überdacht abgestellt werden, ebenso die Autos und Fahrräder der Angestellten. Alle Objekte sind umgeben von einer Wildblumenwiese, die den naturnahen Charakter der Maßnahme unterstützt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Freianlagen
    Der Freiraum bildet zusammen mit dem Gebäude eine sympathische Einheit. Die Gebäudeform bietet Freiraumtypen, die für den Schulalltag nutzbare Flächen zur Verfügung stellen können. Diese Möglichkeiten schöpft die Freiraumplanung nur unzureichend aus. Insbesondere der Vorplatz dockt zu wenig entschieden an den Altbau an. Das Skatefeld liegt zudem in der eigentlich vielfältig nutzbaren Verbindungsachse zur Mensa und wirkt überdimensioniert und monofunktional. So nachvollziehbar es ist, dass der Landschaftsbezug das Gebäude als solitäre Sonderform hervorhebt, so unausformuliert bleibt leider das Freiraumkonzept. Die Ersatzpflanzungen für vorhandenes Grün werden kritisch bewertet. Die Auflösung der Wöstenstraße ist deutlich ablesbar, führt aber in der Konsequenz zur nicht notwendigen Aufgabe der Platanenbaumreihe. Die Anlieferung erfolgt von Norden, was die gewünschten KFZ-freie Zone im Schulbereich nicht angemessen berücksichtigt.