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  • DE-88255 Baienfurt, DE-88255 Baienfurt
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-230937)

Umbau / Erweiterung der Achtalschule


  • 1. Preis


    Architekten
    Architekturbüro Josef Prinz BDA, Ravensburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: roterpunkt architekten, Ravensburg (DE)

    Preisgeld
    22.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser entscheiden sich für eine komplette Überformung der beiden Bestandsgebäude, das Hauptgebäude wird in Teilen zurückgebaut, aufgestockt und verlängert, die Nebengebäude komplett aufgestockt und in Teilen verlängert.
    Diese konstruktive „Egalisierungsmassnahmen“ führen zu einem sehr klaren Gesamtensemble, dessen baulicher Fußabdruck dennoch die Zweiteiligkeit des vorgefundenen Gebäudebestands wahrt. Gerade diese Fuge, dieses Gelenk, und die damit verbundene auch halböffentliche Durchwegung führt zusammen mit den beiden gefassten Hofbereichen zu einem großzügigen, zusammenhängenden und dennoch differenzierten Freibereich, dessen Schulhof- und Aufenthalts-qualitäten sehr positiv bewertet werden.
    Der gedeckte Pausenhofbereich entsteht ganz selbstverständlich durch die 2-geschossige brückenartige verbindende Überbauung der beiden Bestands-gebäude.
    Durch die Gebäudetiefe ist hier eine sensible Gestaltung unabdingbar. Ganz selbstverständlich begrenzen die Verfasser den Eingangshof mit einer über-dachten Stellage für Fahrräder in räumlicher Nähe zum Haupteingang.
    Die Grundrissstruktur folgt der Klarheit des Gesamtentwurfs. Auffallend knapp bemessen ist die Aula im ehemaligen Nebengebäude. Seitlich angegliedert sind die Mensa und der Musikraum. Zusammengeschaltet entsteht eine großzügige Veranstaltungsfläche.
    Kritisch ist hier jedoch der statisch notwendige Erhalt der Stützenreihe als Einschränkung der Bespielbarkeit dieser Fläche, gerade im Hinblick auf reihenbestuhlte Veranstaltungen mit Bühnenpräsenz.
    Sehr positiv hingegen ist die ganz selbstverständliche Erschliessung der Bibliothek. Über einen gemeinsamen Windfang wird der Charakter eines separaten Nebeneingangs vermieden.
    Die Z-förmigen Flur- und Erschliessungszonen in den beiden Obergeschossen wirken sehr angemessen proportioniert.
    Die Raumsortierung nach Bauherrenwunsch im Verwaltungsbereich könnte ggf. verändert werden, scheint jedoch unproblematisch machbar.
    Die direkte ins Freie notwendige Entfluchtung der beiden Treppenhäuser im Erdgeschoss, ist nicht gelöst, scheint jedoch mit vertretbaren Veränderungen leistbar.
    Mit sprödem Charme entwickeln die Verfasser ein einheitliches Fassadenkleid aus Holzleisten mit unterschiedlicher Farbigkeit. Diese angenehme Zurückhaltung entwickelt seine Begeisterungsfähigkeit erst auf den zweiten Blick, dann jedoch dauerhaft.
    Insgesamt handelt es sich um einen, dem vorgefundenen Ort- und Gebäudebestand sehr angemessenen Beitrag, städtebaulich, freiräumlich und in dessen Anmut mit kleinen funktionalen Mängeln im Erdgeschoss.
    Die wirtschaftliche Machbarkeit bleibt schwer fassbar, durch zahlreiche Eingriffe in die bestehende Gebäudekubatur entsteht ein erhöhter baulicher Aufwand, dem jedoch eine hohe Kompaktheit und sparsame Kennzahlen leicht unter dem Durchschnitt entgegenstehen.
    Aussagen zu einer möglichen Realisierung in zeitlichen Abschnitten sind nicht genannt.
    Alles in Allem eine sehr positive unaufgesetzte und klare Transformation des konstruktiv und energetisch angezählten Gebäudebestands in die angestrebte Schulhausqualität.